Marcus Miller im Erlwein Capitol

Internationaler Jazz macht den November bunt

N ationale und internationale Jazzgrößen stehen vom 2. bis 26.11. bei den Jazztagen Dresden auf der Bühne. Das Jazzfestival mit dem Schwerpunkt Crossover schlägt Brücken zwischen verschiedenen Stilrichtungen und bereichert die Attraktivität des Dresdner Kulturangebots mit einer weiteren spannenden Facette.

Es war zur Jahrtausendwende, als die Classical-Crossover-Band Klazz Brothers beim 650-jährigen Ortsjubiläum in Unkersdorf aufspielte. Das Ensemble war erst kurz zuvor gegründet worden und wohl niemand ahnte, dass sich aus dem Konzert in der kleinen Kirche des beschaulichen Ortes ein internationales Jazzfestival entwickeln würde. Doch allen Unkenrufen zum Trotz wurden schon die 1. Unkersdorfer Jazztage 2001 zum Erfolg, die Besucherzahlen verdoppelten sich jährlich und Initiator Kilian Forster, Bassist der inzwischen mehrfach mit dem Echo Klassik und dem Jazz Award ausgezeichneten Klazz Brothers, musste und konnte bald den Umzug nach Dresden verkünden. Mittlerweile im Kreis der großen internationalen Festivals angekommen, bieten die Jazztage Dresden erstklassigen Jazz in seiner gesamten Vielfalt und Bandbreite. Ein Monat volles Programm mit etwa 70 Veranstaltungen an fast zwanzig über das gesamte Stadtgebiet verteilten Spielstätten, da mutet die Bezeichnung Jazztage schon beinahe wie ein Understatement an. Und auch was Qualität und Vielfalt betrifft, bleibt der Anspruch der Organisatoren um Intendant Kilian Forster kein leeres Versprechen. Internationale Größen wie Chick Corea, Al Di Meola oder Marcus Miller gehören zu den Gästen. Mit Ute Lemper, Rebekka Bakken oder Barbara Dennerlein stehen bekannte Künstlerinnen neben jungen Talenten oder den Altmeistern von The Big Chris Barber Band auf den Bühnen. Veranstaltungen wie Blues Night, Swing Band Ball oder Classic & Tango Meets Cuba zeigen die Breite des gebotenen Spektrums, in dem auch die Dresdner Philharmoniker, oder die Mozart Group ihren Platz finden. Wenn das Barcelona Gipsy balKan Orchestra eine Brücke zwischen den Kulturen schlägt und Drum the World ihre Liebeserklärung an die Rhythmen der Welt trommeln, dürfte es auch die Letzten von den Sitzen reißen und im grauen November ein Fest der Lebensfreude feiern lassen. Gefeiert wird auch beim Abschlusskonzert der Dresdner Jazztage, wenn im Schauspielhaus mit Klaus Doldinger eine Ikone des Jazz in Deutschland den Ton angibt.