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Wir feiern die Stadtteile (10): Pappritz

Zu Besuch in Dresdens Kirschendorf

Dresden-Pappritz
Dresden-Pappritz, oberhalb der Stadt gelegen, ist umringt von Natur. Hier können Einheimische wie Besucher gleichermaßen durchatmen. Foto: Sebastian Weinert

In Dresden-Pappritz geht es ruhig zu. Die Gelassenheit inmitten der Natur lieben Einheimische wie Besucher gleichermaßen. Genauso wie die Kirschen, mit denen Pappritz gesegnet ist. Irina Simon, Vorsitzende des Dorfklubs Pappritz, erzählt uns, was das Kirschendorf ausmacht.

Pappritz ist der schönste Stadtteil Dresdens, weil …

der Ortsteil – gelegen am Südhang des Elbtals oberhalb der Stadt – einen wunderbaren Ausblick auf Dresden gewährt. Einige alte Häuser präsentieren sich gut restauriert. Schön gestaltete Informationstafeln teilen ihre Geschichte mit. Will sich ein Pappritzer erholen, läuft er einfach von der Haustür aus los. Das Licht, das am Abend bei untergehender Sonne über dem Elbtal entsteht, ist von überwältigender Schönheit.

Wie würden Sie Pappritz einem Ortsfremden erklären?

Wer dem Dichter-Musiker-Maler-Weg hinaus nach Pappritz folgt, kommt vorüber an liebevoll restaurierten Bauernhäuschen, die sich um den Dorfteich reihen, an Bürgerhäusern und Villen mit architektonischer Nähe zum Bauhaus, an DDR-typischen Einfamilienhäusern und Nachwendebauten. Und all das eingebettet zwischen Streuobstwiesen, Waldwegen und Gartengrundstücken. Gegründet wurde Pappritz vermutlich schon vor mehr als 1.000 Jahren von slawischen Siedlern. Seit Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts war Pappritz ein sogenanntes Kirschendorf.

Dresden-Pappritz
Blick auf den alten Dorfplatz um 1930. Foto: Adam-Verlag Dresden

IN DIE KIRSCHEN ZU GEHEN“…ist eine Redensart, die nur da richtig verstanden wird, wo die Kirsche in großer Fülle gedeiht. Wer so glücklich ist, die frischen, reifen Früchte der Jahreszeit ohne Bedenken und mit Behagen genießen zu können, der wird gewiss auch nicht versäumen, eine Gegend, wie die mit Kirschen gesegnete Flur von Pappritz aufzusuchen, wo jetzt die Kirschsaison begonnen hat.

aus der „Elbgaupresse“, Mittwoch, den 6. Juni 1898
Dresden Pappritz
Dresden-Pappritz ist gesegnet mit Kirschbäumen. Dieser ist der wohl älteste Kirschbaum des Ortsteils. Foto: Dorfklub Pappritz e. V.

Wer fühlt sich in Pappritz besonders wohl?

Die Alteingesessenen, die Zugezogenen, ein recht gut situierter „Mittelstand“, sehr viele Wanderer und ziemlich viele Künstler (es lebe der Elbhang!). Ebenso wohl fühlen sich Hunde, Katzen, Vögel, Rinder, Pferde und seit kurzem auch (manchmal leider) die Wildschweine.

Wenn Pappritz ein Mensch wäre: Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Er wäre ruhig, gelassen und manchmal ein bisschen in sich gekehrt – andererseits aber offen gegenüber Besuchern, immer zum Lachen aufgelegt und recht feierfreudig.

Der passende Soundtrack für einen Spaziergang durch Pappritz wäre dieser Song:

„Mein Dorf“ von Hansi Biebl.

Das wichtigste Fest in Pappritz?

Im „Kirschendorf“ ist natürlich das „Kirschenfest“ mit der Sächsischen Meisterschaft im Kirschkernweitspucken das wichtigste Fest! Es wird seit 2003 jedes Jahr gefeiert.

Irina Simon

Ich bin seit 1984 – also seit der Gründung – die Vorsitzende des Dorfklubs Pappritz. Wir befassen uns sehr intensiv mit der Historie des Ortes. Dabei sind inzwischen zwei Broschüren entstanden und 37 Informationstafeln im Jahr 2021, die an historisch wichtigen Plätzen und Häusern aufgestellt wurden. Veranstaltungen, insbesondere für die Kinder, aber auch Sport und kleine Konzerte waren immer Bestandteil unseres Tuns, und natürlich die Ausrichtung der „Kirschkernweitspuckmeisterschaften“.

Dreden Pappritz
Wo so viele Kirschen wachsen wie in Dreden-Pappritz, werden natürlich auch die „Kirschkernweitspuckmeisterschaften“ ausgetragen. Foto: Dorfklub Pappritz e. V.

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