Weingut Schuh

Weinbars und Weingüter in Dresden Elbland 5 Tipps

W ein genießt man am besten im Kreise seiner Freunde. Und noch besser in gemütlicher Umgebung. Nur gut, dass es in Dresden Elbland zahlreiche tolle Weinbars und -güter gibt. Das sind unsere 5 Empfehlungen.

10. September 2020

Wein löst bekanntlich die Zunge und öffnet die Herzen. Vielleicht liegt es in dieser Tatsache begründet, dass gefühlt jedem großen Schriftsteller, Politiker, Philosoph und Maler seinerzeit mal ein inspirierender bis amüsanter Weinspruch über die Lippen kam. Martin Luther behauptete, „Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott“. Der Philosoph Marc Aurel philosophierte, es solle „keiner so wenig Wein trinken, dass er seiner Gesundheit schadet“. Und Johann Wolfgang von Goethe stellte schlichtweg fest: „Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.“ Um nur drei der bekanntesten Weinweisheiten zu nennen.

Fest steht: Wein genießt man am besten im Kreise seiner Freunde, um nicht allein zu sein, wenn die Redseligkeit einsetzt. Ob man dann über Arbeit, Alltag, gerade Erlebtes oder Tiefgründiges spricht, ist im Grunde gleich. Hauptsache, man tut es in behaglicher Umgebung.

Weinzentrale

Jens Pietzonka kam 1972 zur Welt. Ein schlechter Weinjahrgang. Das macht aber nichts. Der Dresdner entwickelte trotzdem eine tiefe Liebe zum Wein. Ein Glück. Denn sonst wäre den Dresdnern wohl die Weinzentrale nicht vergönnt geblieben.

Rund 450 Weine stehen auf der Karte der gemütlichen Neustädter Weinstube. Die meisten aus Europa. Ein paar wenige aus Übersee. Zweifelsohne eine überfordernde Anzahl. Aber Jens Pietzonka steht seinen Gästen bei der Auswahl zur Seite. Mit ein paar gekonnten Fragen verschafft er sich einen Eindruck, welche Art Weinliebhaber er gerade vor sich hat. Und hat nur kurz darauf ein paar edle Tropfen beisammen geholt, die dem Verkostenden sicher munden werden. Für sein Können wurde Pietzonka bereits ausgezeichnet. 2013 machte ihn der Falstaff Verlag zum „Sommelier des Jahres“. Schon im darauffolgenden Jahr verlieh ihm auch der Busche Verlag eben diesen Titel.

Doch nicht nur von Wein versteht Pietzonka allerhand. Sein kulinarischer Anspruch geht über den Rand des Weinglases hinaus. Zu seinen edlen Tropfen reicht er daher „Pane Maggiore“ – schlicht und einfach, weil er es für das leckerste Brot der Stadt hält. Dazu gibt es Landbutter und Meersalz, La Brújula-Sardinen mit Oliventapenade oder eine Käseauswahl von Fritz Blomeyer. Regelmäßig veranstaltet der Dresdner gesellige Abende zu einem bestimmten Motto. Am kommenden Dienstag, dem 15. September zum Beispiel einen Austern Abend. Reservierung erforderlich.

Neustadt // Hoyerswerdaer Str. 26 // Mo.-Fr. 18-23 Uhr // 0351 89966747

Elbzentrale

Die mobile Weinbar direkt unterhalb der Albertbrücke wird ebenfalls von Jens Pietzonka betrieben. Noch bis Ende September schenkt er an drei Tagen die Woche aus seiner umgebauten, roten Feuerwehr heraus verschiedenste Weine aus und reicht dazu kleine Leckereien wie Mini-Baguette vom Backhaus Dresden, Leberwurst und Blutwurst vom Metzger Hambel oder Knacker von Fleischermeister Jürgen Müller. Wer die letzten lauen Spätsommerabende zelebrieren will – hier kann er es mit einem Glas Wein in der Hand und Blick auf die Elbe tun.

Neustadt // Albertbrücke // Di., Mi., Fr., 16-22 Uhr // 0178 6048718

WeinKulturBar

Dass internationale Weinkenner mehr und mehr auf Dresden blicken, ist unter anderem Silvio Nitzsche zu verdanken. Mit vielen Auszeichnungen wurde der Sommelier schon geehrt: Weinbar des Jahres, Beste Weinbar, Bester Weinhändler, Beste Weinkarte. 2019 kam die vielleicht bedeutendste Auszeichnung der Branche hinzu: der Wein-Oscar. Nitzsche erhielt ihn in der Kategorie „Award of Honour“. „Mit diesem internationalen Preis zeichnen wir Persönlichkeiten aus, die keine Winzer sind, aber etwas Besonderes für die Welt des guten Weines leisten“, erklärte Madeleine Jakits vom Hamburger Genussmagazin „Feinschmecker“, in dessen Namen die Auszeichnung jährlich vergeben wird.

Wer den Weinexperten treffen möchte, geht in die „WeinKulturBar“ im Dresdner Gründerzeitviertel Striesen und nimmt auf einem der gemütlichen Sofas Platz. Rund 3.000 Weine listet Nitzsche auf seiner knapp 300 Seiten umfassenden Weinkarte. Bei der Auswahl steht er selbstredend beratend zur Seite. Wenn er dann beim Eingießen über Gerüche, Farbspiele und Aromen spricht, läuft einem bereits das Wasser im Mund zusammen. Wer in diesen doppelten Genuss kommen möchte, kommt lieber früher als später. Will meinen: In den Abendstunden ist die „Weinkulturbar“ bereits bis Ende 2021 ausgebucht. Ja, richtig: 2021.

Blasewitz // Wittenberger Str. 86 // Di.-Sa. 15-23 Uhr // 0351 3157917

Weingut Schuh

Einen Treffpunkt für den guten Geschmack haben auch Katharina und Matthias Schuh mit ihrem Weingut in Sörnewitz, unweit der Porzellanstadt Meißen, erschaffen. Die beiden Jungwinzer führen seit 2016 das 1990 gegründetete Gut des Vaters weiter. Dass sie das mit viel Leidenschaft tun, liegt zweifelsohne daran, dass sie in Steillage Laufen gelernt haben. Zwischen den Reben fühlen sie sich heimisch, könnte man sagen. Während Katharina die Gäste in der Vinothek gerne zu der einen oder anderen Weinprobe einlädt und ihnen beim Verkosten alles über die sächsische Weinkunst erzählt, kümmert sich ihre Bruder Matthias um die Produktion und Pflege der Rebstöcke. Er weiß, was er tut. Was sich nicht zuletzt damit belegen lässt, dass er 2020 beim Europea Wine Championship im italienischen Ascoli Piceno zum besten Nachwuchswinzer Europas ernannt wurde.

Auch bei Katharina und Matthias Schuh wird freilich nicht nur Wein aus eigenem Hause ausgeschenkt. Im gutseigenen Restaurant unter Leitung von Martina Schuh gibt es frische Gerichte. Wer nicht über den nahe gelegen Elberadweg zum Gut gefunden hat, sondern mit dem Auto angereist kommt, kann sich ein Zimmer in der Pension nehmen.

Coswig // Zaschendorfer Str. 2 // Vinothek: Di.-Fr. 12-18 Uhr, Sa. 11-16 Uhr // Restaurant: Mo., Do., Fr. ab 18 Uhr, Sa. ab 11 Uhr, So. und feiertags 11-16 Uhr, zwischen November bis März ist montags ebenfalls Ruhetag // 03523 84810

Schloss Wackerbarth

Wer Wein nicht nur sitzend genießen möchte, besucht das barocke Schloss Wackerbarth in Radebeul. Das beherbergt nämlich Europas erstes Erlebnis-Weingut. Wo bereits August der Starke rauschende Feste feierte, gibt es auch heute wieder täglich etwas zu erleben. Zum Beispiel die Wein- und Sektführungen. Oder das musikalische Programm, am Wochenende sogar mit Live-Musik. Dann finden auch die großen Weinbergs-Wanderungen statt. Und natürlich immer wieder Feste – kommendes Wochenende, am 12. und 13. September, etwa das Federweißerfest.

Ein Fest für sich sind die Weine und Sekte, die auf Schloss Wackerbarth entstehen. Auf einer Fläche von 92 Hektar reifen 15 Rebsorten, darunter Riesling, Müller-Thurgau, Bacchus, Traminer, Burgundersorten, Blaufränkisch oder Goldriesling. 350.000 Flaschen Wein und 250.000 Flaschen klassischer Flaschengärsekt werden jährlich abgefüllt. Die Liste der Auszeichnungen ist lang. 2018 kam eine ganz besondere hinzu, als Schloss Wackerbarth zum besten Sekterzeuger Deutschlands gekürt wurde.

Radebeul // Wackerbarthstraße 1 // Weingarten und Gutsmarkt tgl. 11-19 Uhr, Gasthaus Mi.-Sa. 12-21 Uhr, So. 10-18 Uhr // 0351 89550

Wer Wein liebt, dem sei das Weinfest in Radebeul empfohlen. Es findet in diesem Jahr vom 25. bis 27. September statt und wird sich über die gesamte Stadt erstrecken. Denn der sächsische Wein wird hier zum nunmehr 30. Mal gefeiert. Zwischen Radebeul-West und Radebeul-Ost können die Besucher über Weinboulevards flanieren, in gemütlichen Weingärten entspannen, an der Elbwiese musikalischen Klängen lauschen und in gemütlichen Weingütern in der malerischen Atmosphäre der Radebeuler Weinberge sächsische Weine und kulinarische Köstlichkeiten genießen.