Banda Internationale interkulturelles Bandprojekt aus Dresden

Banda Internationale Weltoffen und sozial engagiert

K lassik und Jazz, das ist die Musik mit der man Dresden verbindet. Doch der Sound der Stadt ist vielfältiger: weltoffene „Gute-Laune-Beats“ von Banda Internationale, tanzbarer Elektropop von OXO OHO, sanfte Indieklänge von Shelter Boy oder eleganter Art-Pop von Olicía. In unserer Reihe „So klingt Dresden“ plaudern Musik-Newbies aus dem Nähkästchen und erzählen, warum Dresden mehr ist als nur Semperoper und klassische Musik.

30. April 2020

Banda Internationale

Das in Dresden entstandene Bandprojekt setzt sich für Refugees ein und macht sich für eine Willkommenskultur stark. Ihren Ursprung hat das Projekt in der Brassband „Banda Communale“, die seit über 15 Jahren musikalisch aktiv ist. Ihr Repertoire umfasst Musik aus vielen Teilen der Welt, vor allem aus Krisenregionen, wie Nordafrika, Balkan oder dem Nahen Osten.

Als Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hass und Hetze startete die Band 2015 das Projekt „Banda Internationale“, ein mittlerweile fast 20-köpfiges Kollektiv mit Musikern aus Syrien, Palästina, Iran und Irak. Auf über 400 Konzerten und Demonstrationen konnte man sie bisher live erleben.

„Wir haben bei jedem Auftritt einen politischen Anspruch. Die Musik öffnet uns Türen für unsere Botschaft: Das sind Toleranz und Menschenfreundlichkeit.“

Was ist euch wichtig, wenn ihr Musik macht?

„Wenn wir auftreten, ist es wichtig, dass wir alle gut gelaunt sind und uns gut verstehen. Dann ist die Musik auch gut und alle haben Spaß. Trotzdem haben wir bei jedem Auftritt auch einen politischen Anspruch. Die Musik öffnet uns Türen für unsere Botschaft: Das sind Toleranz und Menschenfreundlichkeit, aber auch konkrete Anlässe wie Spenden für Seenotrettung.“

Warum ist Dresden ein gutes Pflaster für Musiker? Was fehlt noch?

„Weil Dresden eine Kulturstadt ist und es ein kulturinteressiertes, junges Publikum gibt. Kultur bereichert das Zusammenleben, und Dresden ist noch nicht übersättigt. Im Bereich internationaler, moderner, experimenteller und grenzüberschreitender Kunst könnte das Angebot noch größer sein.“

Welche Gegend in Dresden hat euch am meisten geprägt?

„Die Neustadt, weil es ein so diverses, familienfreundliches, multikulturelles Viertel ist.“

Kann man Dresden in eurer Musik hören?

„Ja, vor allem das neue Dresden. Schon allein deshalb, weil seit sechs Jahren Neudresdener, die einmal als Geflüchtete in die Stadt gekommen sind, fester Bestandteil unserer Band geworden sind und unseren Sound mitbestimmen.“

Was erhofft ihr euch vom Jahr 2020?

„Ein besseres Miteinander in der Gesellschaft und eine klare Absage an Rechtspopulismus – auch in der Kulturpolitik. Auch 2020 werden wir unseren Fokus auf Sachsen legen, vor allem mit musikpädagogischer Arbeit. Momentan bereiten wir einen weiteren Förderantrag vor für Workshops an Schulen und Musikprojekte mit Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationsgeschichte.“

Die Dresdner Band Banda Internationale wurde 2015, hervorgehend aus dem Bandprojekt Banda Communale, ins Leben gerufen. Die Band besteht aus ca. 18 Musikern, mit und ohne Migrationshintergrund. Ihr soziales Engagement wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2016 mit dem Sonderpreis zur kulturellen Teilhabe geflüchteter Menschen, von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters.