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Erinnern und verstehen: Geschichtsmuseen und Gedenkstätten in Dresden

Teil 4 unserer Serie: Dresdner Museen, die ihr besuchen müsst

Mit dem Militärhistorischen Museums der Bundeswehr (MHM) besitzt Dresden eines der modernsten und größten historischen Museen Deutschlands. Foto: Frank Exß (DML-BY)

Museen sind nicht nur dazu da, beeindruckende Gemälde und Exponate der Vergangenheit bestaunen zu können. Museen sind auch zum Erinnern da. Und dazu, dass Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Diese drei Museen und Gedenkstätten in Dresden arbeiten die Gewaltgeschichte Deutschlands vorbildlich auf und präsentieren sie mahnend.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

Was ist zu sehen? Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr gehört zu den bedeutendsten Geschichtsmuseen Europas. Auf 19.000 Quadratmetern befinden sich mehr als 10.000 Exponate aus 700 Jahren Gewaltgeschichte – vom Spätmittelalter bis heute. Neben der Dauerausstellung, die bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs reicht, findet sich eine Ausstellung zu den „Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, die regelmäßig überarbeitet und aktualisiert wird.

  • Militärhistorischen Museum der Bundeswehr
  • Militärhistorischen Museum der Bundeswehr
  • Militärhistorischen Museum der Bundeswehr

Für wen besonders geeignet? Das Museum versteht sich nicht primär als technikgeschichtliches Museum, sondern als historisches Museum. Im Zentrum der Ausstellungen stehen der Mensch und die Frage nach den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt. Besonders Schicksalsgeschichten von vom Krieg Betroffener finden daher hier ihren Platz.

Das Highlight? Ein sogenannter Themenparcours bietet neun epochenübergreifende Themen, wie „Krieg und Erinnerung“ oder „Militär und Gesellschaft“.

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Gibt es seit wann? In der jetzigen Gestalt wurde das Museum im Oktober 2011 nach einem von dem Architekten Daniel Libeskind geplanten Umbau wiedereröffnet. Die Umbauzeit betrug sieben Jahre. 

Wo? Das Museum liegt im Norden Dresdens am Rande der Dresdner Neustadt im Stadtteil Albertstadt. Hier befindet sich unter anderem auch die Heeresoffiziersschule.

Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden | Mo 10-21 Uhr, Di–So 10-18 Uhr, Mi geschlossen | Dauerausstellung: regulär: 5 €, ermäßigt: 3 €, Sonderausstellung: regulär: 5 €, ermäßigt: 3 €, Kombi-Ticket: regulär: 7 €, ermäßigt: 5 €

Gedenkstätte Bautzner Straße

Was ist zu sehen? Die Dauerausstellung „STASI. Die Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit“ in der Gedenkstätte Bautzner Straße befasst sich mit der Ideologie, Struktur und Wirkungsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

  • Gedenkstätte Bautzner Straße
  • Gedenkstätte Bautzner Straße
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Für wen besonders geeignet? Alle, die sich mit der Geschichte der DDR auseinandersetzen möchten und dafür auch historische Orte aufsuchen wollen.

Das Highlight? Im ehemaligen Büro des Dresdner Stasi-Chefs können eindringliche Mitschnitte nachverfolgt werden wollen, welche die Arbeitsweisen der Sicherheitsdienste deutlich machen.

Gibt es seit wann? Am 5. Dezember 1989 besetzten Dresdner Bürger gewaltlos die ehemalige Bezirksverwaltung des MfS. Die mehr als zehn Kilometer Akten der Staatssicherheit wurden der Stasi-Unterlagenbehörde übergeben. Seit 1999 ist der historische Ort eine Gedenkstätte.

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Wo? Die Gedenkstätte befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit und der Untersuchungshaftanstalt des Mfs, auf der Bautzner Straße 112a.

Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden | tgl. 10–18 Uhr | Eintrittspreis normal: 6 Euro, ermäßigt: 4 Euro

Gedenkstätte Münchner Platz

Was ist zu sehen? Mehr als 700 Fotos, Zeichnungen, Objekte und Dokumente veranschaulichen in der Gedenkstätte Münchner Platz die Rolle der Justiz in der nationalsozialistischen Diktatur und während des SED-Regimes.

Für wen besonders geeignet? Jene, die über Geschichte nicht nur in Büchern lesen möchten, sondern an Orten des Geschehens verstehen wollen, was dort vor sich ging. Dies ist hier eindrücklich möglich: Die drei Ausstellungsbereiche Nationalsozialistischen Strafjustiz (1933–1945), Strafjustiz der sowjetischen Besatzungsmacht (1945–1950) und Strafjustiz in der SBZ und frühen DDR (1945–1957) orientieren sich an der dreifachen Funktion des Ortes als Gericht, Haftanstalt und Hinrichtungsstätte.

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Das Highlight? An Medienstationen können Zeitzeugenberichte abgerufen werden, in denen die Menschen von ihren Erfahrungen mit der NS-Zeit berichten.

Gibt es seit wann? 1907 wurde das Gebäude als Königlich-Sächsisches Landgericht eröffnet und bis Ende 1956 als Gerichtsort, Haftanstalt und Hinrichtungsstätte genutzt. Die Dauerausstellung wurde 2012 eröffnet. 

Wo? Die Ausstellung befindet sich im Georg-Schumann-Bau der TU Dresden, direkt vom Münchner Platz.

Münchner Platz 3, 01187 Dresden | Mo–Fr 10–16 Uhr, Sa/So/Feiertag 10–18 Uhr

Hier geht es zum Teil 1 unserer Serie „Dresdner Museen, die ihr besuchen müsst“:

Weber, Schiller, Kügelgen & Co.: Dresdner Museen für einzigartige Persönlichkeiten

Weber, Wagner, Kügelgen: Unzählige große Persönlichkeiten lebten in Dresden. Wer mehr über sie erfahren möchte, sollte diese Museen besuchen.

Hier geht es zum Teil 2 unserer Serie „Dresdner Museen, die ihr besuchen müsst“:

Geschichte erleben: Vier Augmented Reality-Ausstellungen in Dresden Elbland

Virtuelle Zeitreise gefällig? In Dresden Elbland können Besucher dank Augmented Reality Geschichte hautnah erleben.

Hier geht es zum Teil 3 unserer Serie „Dresdner Museen, die ihr besuchen müsst“:

Von Raffael bis Rodin: 4 Dresdner Galerien von Weltklasse

Teil 3 unserer Serie: Dresdner Museen, die ihr besuchen müsst