Band Olicía

Olicía Eleganter Loopjazz aus Dresden

D ie Semperoper und die klassische Musik prägen das Image Dresdens. Doch der Sound der Stadt ist vielfältiger. In unserer Reihe „So klingt Dresden“ plaudern Musik-Newbies aus dem Nähkästchen und erzählen, warum Dresden mehr ist als nur Semperoper und klassische Musik. Heute im Gespräch: Olicía.

09. September 2020

Olicía

Olicía, das sind Anna-Lucia Rupp und Fama M’Boup. Ihre Musik lässt sich als eleganter Art-Pop beschreiben – oder, wie sie es sagen, als elektronischer handgefertigter Loopjazz.

Anna-Lucia und Fama sind ausgebildete Jazzsängerinnen. Seit 2017 machen sie zusammen Musik. Ihre 2018 erschienene EP haben sie komplett selbst komponiert, arrangiert, aufgenommen und produziert. Gerade arbeiten sie an ihrem ersten Album, das noch in diesem Herbst erscheinen soll.

„Wir mögen es, wenn wir nicht wissen was als nächstes passiert. Wir lassen Musik aus dem Moment entstehen.“

Was ist euch wichtig, wenn ihr Musik macht?

„Wir brauchen eine gute Verbindung zueinander und Spaß auf der Bühne oder im Proberaum. Ein kleiner kreativer Schub darf auch nicht fehlen, damit unsere Musik frisch bleibt und immer wieder ein bisschen anders klingen kann. Wir mögen es, wenn wir nicht wissen, was als Nächstes passiert, wir lassen Musik aus dem Moment heraus entstehen. Dann genießen wir die Magie, wenn ein völlig neuer Song entsteht, den selbst wir noch nie zuvor gehört haben.“

Warum ist Dresden ein gutes Pflaster für Musiker? Was fehlt noch?

„Dresden hat viele tolle MusikerInnen und Auftrittsmöglichkeiten in schönen Locations. Es gibt die Möglichkeit, sich auf Jamsessions auszuprobieren und Kontakte zu knüpfen. Wir würden uns noch mehr übergreifende, alternative Clubs wünschen, die nicht nur Jazz oder nicht nur Rock oder Pop spielen.“

Welche Gegend in Dresden hat euch am meisten geprägt?

„Die Musikhochschule am Wettiner Platz – da haben wir uns kennengelernt. Olicía ist hier entstanden und die musikalische Inspiration, die wir durch das Studium bekommen haben, fließt auf direktem Wege in unsere Stücke ein. Annas Wohnzimmer in der Neustadt ist Energietank, Ratsche-Ecke und Raum für neue Ideen.“

Kann man Dresden in eurer Musik hören?

„Den Einfluss der Hochschule bis zu einem gewissen Punkt schon! Wir sprechen auf eine gewisse Art dieselbe Sprache, da wir gesanglich eine ähnliche Ausbildung genossen haben. Und wenn man ganz genau hinhört, dann hört man eventuell das eine oder andere Straßenbahn-Quietschen vom Bahnhof Mitte, wo der Proberaum lag, in dem wir die Songs aufgenommen haben. Auch die Buntheit der Dresdner Neustadt und der musikalischen Szene hier hat uns zu Sounds oder Texten inspiriert.“

Was erhofft ihr euch vom Jahr 2020?

„Wir bringen im Herbst 2020 unser erstes Album heraus – schon jetzt ein großes Projekt für uns. Außerdem werden wir in tollen Städten und auf Festivals spielen und arbeiten weiter an der Vision Olicía – grenzenlos, mit viel Kaffee und gutem Essen!“