Residenzschloss Dresden: Neue Ausstellung „Masken und Kronen“ zeigt Glanz und Macht des Hofes

Die restaurierte Festetage ist eröffnet und lädt zum Rundgang ein

Königliche Gewänder und Krönungsmantel in Vitrinen, blauer Saal mit Rahmen im Residenzschloss Dresden Ausstellung
Ein Highlight der Ausstellung ist die lebensgroße Krönungsfigur von August dem Starken im neu sanierten holzvertäfelten Propositionssaal. Foto: Oliver Killig

Die neue Dauerausstellung im Residenzschloss Dresden präsentiert kostbare Exponate der Rüstkammer – von Prunkwaffen, Kostümen und Herrschaftsinsignien bis zur berühmten Sonnenmaske Augusts des Starken.

Mit der Vollendung der Festetage im Dresdner Residenzschloss öffnet ab dem 22. April 2026 ein weiterer Höhepunkt der Schlossanlage für das Publikum. Die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“ macht sichtbar, wie eng höfische Pracht, Zeremoniell und politische Macht in Sachsen miteinander verbunden waren.

Doch worauf können sich Besucher freuen, und was sind die Highlights? Darüber haben wir mit Dr. Marius Winzeler, dem Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, gesprochen.

Restaurierte Säle und kostbare Exponate

mit goldenen Verzierungen, Kronleuchtern und schwarz-weißem Boden in der Residenzschloss Dresden
Allein schon die prächtigen Räume der Festetage sind einen Besuch wert. Hier das Turmzimmer mit dem historischen Porzellankabinett, einst der erste Showroom der Meissener Porzellanmanufaktur. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Oliver Killig

Herr Dr. Winzeler, was erwartet Besucher in der neuen Dauerausstellung im Residenzschloss Dresden?
Dr. Marius Winzeler: Der Große Ballsaal und der Propositionssaal sind fertig restauriert, sodass nun wieder ein Rundgang durch die gesamte Festetage im Residenzschloss möglich ist. Dort präsentieren wir weltweit einzigartige Festrequisiten, kostbare Kostüme und Masken aus der Barockzeit und der Renaissance. Zahlreiche Sammlungsexponate lagerten jahrzehntelang in den Depots, wurden aufwendig restauriert und sind zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.

War Dresden im Barock so etwas wie eine Partystadt?  
Dr. Marius Winzeler: Sicher nicht im heutigen Sinne. Das Feiern war damals nur den Adeligen und den oberen Schichten vorbehalten. Dennoch kann man sagen: August der Starke und schon davor sein Vater und sein Großvater waren große Feierherrscher, und das hat Dresden geprägt.

August der Starke wollte, dass seine Feiern in die Geschichte eingehen

Dr. Marius Winzeler

Woher kam diese Lust am Prunk, diese Selbstinszenierung?
Dr. Marius Winzeler: August der Starke hatte einen ausgeprägten Sinn für die schönen Künste, doch zugleich wollte er mit den Feierlichkeiten auch seine Macht legitimieren. Den Prunk ermöglicht hat zudem die Wirtschaftskraft Sachsens. Das Land war damals sehr reich, weil man bereits im Mittelalter das größte Silbervorkommen Europas gefunden hatte.

Festregisseur August der Starke

Silberne Kettenrüstung mit Schild in Vitrine, historischer Prunkraum mit Fenstern in der Residenzschloss Dresden Ausstellung
Im Großen Ballsaal können Besucher spektakuläre Kostüme, Rüstungen und Prunkwaffen bewundern, die bei Festen und Turnieren zum Einsatz kamen. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Oliver Killig

Legendär ist die Hochzeit, die August der Starke 1719 für seinen Sohn ausrichten ließ – mit Ritterspielen, Maskenbällen, Banketten sowie Musik- und Theateraufführungen.
Dr. Marius Winzeler:
Da wurde einen Monat lang durchgefeiert. Es gab eine Aneinanderreihung von Themenpartys, die an verschiedenen Orten in Dresden bis ins letzte Detail inszeniert worden sind. Ein besonderer Höhepunkt war das Saturnfest am Plauenschen Grund mit Bärenjagd und Bergmannsaufzug.

Woher weiß man heute eigentlich heute so genau, wie damals gefeiert wurde?
Dr. Marius Winzeler: August der Starke verstand sich als Festregisseur, deshalb hat er alles bis ins Detail geplant. Er wollte, dass seine Feiern in die Geschichte eingehen. Selfies gab es nicht, also beauftragte er Künstler, die Partys für die Nachwelt zu dokumentieren. Jede einzelne Szene ließ er als Bild festhalten. Zum Glück, denn daher wissen wir heute, wie damals alles ausgesehen hat.

Sonnenmaske, Krönungsfigur und klingendes Zaumzeug

  • lebensgroße Pferdeplastik mit kunstvoll verziertem Zaumzeug voller Schellen
  • Goldene Pferdegeschirre, vergoldete Sonnenmaske und Schilde an blauer Wand, prunkvolle Rüstungsexponate in der Residenzschloss Dresden Ausstellung

Was sind die Highlights der Ausstellung?
Dr. Marius Winzeler: Sicher die Sonnenmaske aus vergoldetem Silber im Großen Ballsaal, die August der Starke getragen hat und die nach seinen Gesichtszügen gefertigt wurde. Er liebte es, sich zu verkleiden, ging mal als Sultan, mal als Saturn, mal als einfacher Bauer oder eben als mächtiger Sonnengott Apoll.

Ein weiteres Highlight ist die lebensgroße Krönungsfigur von August dem Starken als Wachsfigur. Die Figur ließ er selbst anfertigen, um an die Krönung zu erinnern – mit den originalen Gewändern und Insignien, die er bei der Krönung getragen hat: Krone, Mantel, Zepter und Stiefel. Die Figur stand ursprünglich in einem Schrank, nun haben wir sie im Zentrum des Propositionssaals positioniert.

Beeindruckend ist auch das Zaumzeug der Pferde, die den Schlitten des sächsischen Brautpaars zogen, mit Hunderten Schellen, deren Klang sich veränderte – je nachdem, ob das Pferd im Schritt oder im Trab lief. Ebenso faszinierend ist das kostbar bestickte Kleid, das ein sächsischer Fürst anfertigen ließ, um in die Rolle der antiken Herrscherin Semiramis zu schlüpfen.

Männer haben sich damals auch als Frauen verkleidet?
Dr. Marius Winzeler: Ja, es gab das Spiel mit den Geschlechterrollen, und am sächsischen Hof war man in dieser Hinsicht sehr innovativ. Hofdamen und Prinzessinnen haben aktiv an Turnieren teilgenommen, etwa beim Damenringrennen. Das gab es sonst nirgendwo.

Dr. Marius Winzeler ist
ist Direktor des
Grünen Gewölbes
und der Rüstkammer und Projektleiter der Ausstellung. Foto: Corinna Dohrn

Ort: Residenzschloss Dresden
Start: ab 22. April 2026.
Festwoche: 22. April bis 26. April 2026 mit Führungen zu unterschiedlichen Themen wie Königskrönungen, Restaurierung und Pferden bei Hofe sowie barocker Musik.
Öffnungszeiten: täglich 10–17 Uhr, Dienstag geschlossen
Tickets: 18 Euro regulär, 13,50 Euro ermäßigt, 2 Euro für Schüler unter 20 Jahren, Kinder bis Schuleintritt frei
www.skd.museum

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