Transkript der Podcastfolge mit Barkeeperin Luisa Fritsche
Henriette Fee Grützner: [Musik] Also, was ich sagen kann, ich liebe diese Folge schon jetzt. Denn vor mir steht ein wundervoller Cocktail. Ich darf ihn gleich probieren. Heute geht es nämlich feuchtfröhlich ins Dresdner Nachtleben. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von NU GUCKE MA DA! , deinem Städtetrip-Podcast rund um Dresden Elbland. So ganz kurz noch bevor es losgeht, abonniere auf jeden Fall ganz schnell unseren Podcast. Dann verpasst du ab jetzt keine Folge mehr. Ich bin Henriette Fee Grützner und besuche ja in jeder Folge Menschen mit außergewöhnlichen Berufen hier in der Region. Und vor mir der Cocktail und dann dahinter die Frau, um die es heute geht, die diesen Cocktail hier geshakt hat. Und das muss man wirklich sagen, du bist nicht nur Dresdens, sondern Deutschlands BESTE BARKEEPERIN. Ausgezeichnet beim Wettbewerb World Class Competition 2024. Hallo an Luisa Fritsche.
Luisa Fritsche: Hallo, ich freue mich.
Henriette Fee Grützner: So, und jetzt darf ich probieren, oder?
Luisa Fritsche: Ja, ich warte schon die ganze Zeit.
Henriette Fee Grützner: Den hast du gemacht. Ach, der ist auch sehr schön angerichtet. Tolles Glas. Und jetzt rieche ich mal. [pause] Es riecht ein bisschen wie Baileys. Kann das sein?
Luisa Fritsche: Hm [bejahend].
Henriette Fee Grützner: Warte, ich probiere.
Luisa Fritsche: Also, wir müssen hier aber vielleicht auch sagen, dass es ein alkoholfreier Drink ist?
Henriette Fee Grützner: Ja. Oh, lecker hm [genießend].
Luisa Fritsche: Lecker?
Henriette Fee Grützner: Weißt du, wie das schmeckt? Ich schmecke Kaffee.
Luisa Fritsche: Hm [bejahend].
Henriette Fee Grützner: Es schmeckt wie ein süßer Eiskaffee. Aber nicht zu süß. Aber nicht diesen Eiskaffee, wo man so Kaffee hat und dann einfach Eis reinmacht, sondern so ganz lecker.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Ja, richtig wie Eis.
Luisa Fritsche: Also, ich finde es bei alkoholfreien Drinks immer wichtig, irgendwie Geschmack rein zu kriegen. Weil Alkohol ist ein Geschmacksträger und wenn du den nicht drinnen hast, musst du das halt irgendwie anders ersetzen. In dem Fall ist jetzt FETT drinnen. Wir haben Butter, wir haben Pistazienmus und EIGELB. Also, das Eigelb brauchen wir primär, um die Butter zu binden, weil das sich sonst trennen würde. Genau. Pistazienmus bringt einfach noch eine nussige Note. Auch so ein bisschen Trockenheit, würde ich sagen, mit rein. Und ein Espresso ist mit drinnen. Ein bisschen Zucker.
Henriette Fee Grützner: Jetzt klugscheisse ich mal, ich schmecke die Pistazie im Abgang. [lacht]
Luisa Fritsche: Hm [bejahend]. Das ist voll okay.
Henriette Fee Grützner: Nee, aber es schmeckt wirklich richtig lecker.
Luisa Fritsche: Cool, toll.
Henriette Fee Grützner: Und das ist ja wirklich deine Profession, deine große Leidenschaft, Cocktails mixen. Deswegen kennst du dich natürlich bestens aus. Aber ich habe jetzt noch eine Frage an dich zu Hause oder im Auto, wo auch immer du uns gerade hörst. Wir reden mal über den Mojito. Ich habe nämlich gleich eine kleine Quizfrage an euch. Mojito, kannst du uns was sagen zu dem Cocktail? Der ist ja, glaube ich, aus dem 16. Jahrhundert?
Luisa Fritsche: Ist ein SEHR LECKERER DRINK auf jeden Fall. Ich finde, das ist was … Die Leute trinken das im Sommer ganz viel. Ich finde, man kann das immer trinken. Die Minze bringt einfach so eine super frische Note rein. Ist nicht zu süß, nicht zu sauer. Ein knackiger Drink, spritzig. Kann man nichts verkehrt machen.
Henriette Fee Grützner: Ein Klassiker. Klassiker?
Luisa Fritsche: Auf jeden Fall.
Henriette Fee Grützner: Genau. Und die Frage an dich ist, welches Land ist das Ursprungsland des Mojito?Mexiko, Kuba, Brasilien? Du weißt es ganz bestimmt, oder weißt du es nicht? Doch, du weißt es?
Luisa Fritsche: Aber ich darf es jetzt noch nicht sagen, oder?
Henriette Fee Grützner: Nee, noch nicht.
Luisa Fritsche: Okay.
Henriette Fee Grützner: Die sollen ja alle zu Hause rätseln. Und im Laufe der Folge lösen wir das natürlich auf. Und jetzt, wir sitzen gerade bei dir im Wohnzimmer. Du hast nämlich … Und da … Ich muss das kurz erzählen. Eigentlich bist du dabei, deine eigene Bar zu eröffnen. Das heißt, wenn DU jetzt die Folge hörst, die Podcastfolge, dann ist die Bar schon offen. Wir können da aber heute nicht rein, weil da wird der Fußboden gemacht, oder?
Luisa Fritsche: Richtig.
Henriette Fee Grützner: Deswegen sind wir hier. Und als ich ankam, musste ich lachen, weil direkt vor deinem Fenster ist auch eine Baustelle. Also kann man wirklich sagen, dein Leben ist gerade eine Baustelle. [lacht]
Luisa Fritsche: Man gewöhnt sich dran. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Man gewöhnt sich dran. Also, wir sagen jetzt schon mal sorry, falls irgendwelche Hintergrundgeräusche sind, dann ist es die Baustelle rund um Luisa. Aber lass uns über deine Bar reden. Gestern Abend durfte ich mir die Barbaustelle angucken und das sieht schon total toll aus. Richtig einladend. Wir können ja mal sagen so, du hast extra noch mal gesagt, es ist Aubergine, nicht lila.
Luisa Fritsche: [lacht]
Henriette Fee Grützner: Also … Aber es ist sehr gemütlich.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Auberginenfarben, Kupfer. Es hat auch ein bisschen so einen industriellen Look, ne? Es gibt auch so Silberelemente. Aber was ist dein Konzept? Und das ist ja nicht gerade ganz einfach im Moment, dass du trotzdem gesagt hast: „Ich will eine eigene Bar eröffnen.“ Was ist da besonders? Uns ist ganz wichtig, wir machen die Bar zu dritt auf. Wir sind zwei Barkeeper und ein Koch. Und es gibt in Dresden einfach das Problem, dass du, wenn du in ein Restaurant gehst, kannst du in super viele Restaurants lecker essen gehen, aber du bekommst SELTEN einen guten Drink. Und genau andersrum, wenn du in eine Bar gehst, dann gibt es immer irgendwie auch so ein paar Barsnacks, aber kein richtiges Essen. Und wir wollen einfach einen Ort schaffen, an dem du beides gleichwertig machen kannst. Wir haben hochwertige Küche, europäische Küche mit einem japanischen Einfluss und viele Eigenkreationen. Wir machen, worauf wir Bock haben, an Drinks. Es gibt auch Klassiker. Also wenn wir alle Zutaten da haben und du einen speziellen Wunsch hast, dann machen wir dir jeden Drink, den wir machen können, mit unseren Zutaten. Und das ist einfach der Gedanke, dass du bei uns einen ganzen Abend verbringen kannst, von Aperitif über Essen bis ein paar Drinks danach und es wird auch SpätkKüche geben. Nicht mehr die ganze Karte, aber ein paar ausgewählte Gerichte, das man auch zu später Uhrzeit noch was Vernünftiges zu essen bekommt.
Henriette Fee Grützner: Jetzt denken ganz viele: „Oh, da will ich hin.“ Wie gesagt, wenn du es hörst, ist die Bar schon auf. Wie heißt sie denn? Und wo wird es sein?
Luisa Fritsche: Die Bar heißt nook sips in a kitchen und wird im Bischofsweg 72 in der Dresdner Neustadt am Ende des Alaunparks sein.
Henriette Fee Grützner: Lass uns doch mal kurz über die Dresdner Neustadt sprechen, weil vielleicht der Eine oder Andere ja noch nie in Dresden war und natürlich herzlich willkommen ist, auch die Neustadt zu erkunden. Wie würdest du die Neustadt beschreiben? Dresden Neustadt?
Luisa Fritsche: Auf jeden Fall sollte es jeder mal gesehen haben, auch die Touristen. Wenn mich Leute fragen, was sie machen können, sage ich immer: „Geht einen Abend in die Neustadt. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Man hat so viel verschiedene MENSCHEN, verschiedene Bars, verschiedene kulturelle Einrichtungen auch, Parks. Du kannst einfach an jeder Ecke was entdecken. Ob das jetzt super gehobene Restaurants sind, oder ein netter Tapasladen, oder eine Pommesbude, oder eine Kneipe, wo du nur zum Biertrinken gehst oder eine hochwertige Cocktailbar. Es ist einfach sehr VIELFÄLTIG. Und man kann einfach einen kompletten Abend hier verbringen und geht nach Hause und hat irgendwie das Gefühl, dass man alles richtig gemacht hat.
Henriette Fee Grützner: Finde ich auch. Ich finde es auch wirklich hipp.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und es gibt viele kleine Läden, wo es so besondere Sachen gibt. Also, es lohnt sich wirklich, die Neustadt zu erkunden und natürlich auch bei euch vorbeizukommen. Sag mal, wie … Das interessiert mich wirklich. Ich stelle mir das gerade so vor, die kleine Luisa. Als Kind warst du so im Sandkasten und hast alles irgendwie zusammengemischt, so gematscht und Drinks gemacht für alle Kindergarten-Companions. Wie warst du als Kind?
Luisa Fritsche: Also, Drinks gemacht habe ich früher nicht. Meine Familie arbeiten … Also, alle sind selbstständig in der Gastronomie. Meine Großeltern haben ein Restaurant und mein Onkel, meine Tante haben ein Hotel. Und dann ist natürlich so was auch seit der Kindheit präsent. Aber so richtig zusammengemischt, selber habe ich tatsächlich früher nicht. Ich weiß noch mit meinem Opa, das Erste, was ich getrunken habe, war eine Trockenbeerenauslese und das fand ich SUPER LECKER und man interessiert sich dann natürlich irgendwie für Wein, auch für Spirituosen, weil es einfach immer präsent ist. Ich habe aber eigentlich nicht vermutet, dass ich in der Bar landen werde. Also mein Gedanke war eigentlich … Ich habe eine Ausbildung gemacht als Hotelfachfrau im Taschenbergpalais in Dresden.
Henriette Fee Grützner: Ah, sogar auch in Dresden, das ist natürlich cool.
Luisa Fritsche: Genau. Und ich dachte immer, ich arbeite irgendwann in einem riesigen Fünf-Sterne-Hotel an der Rezeption und betreue dann Gäste. Und habe dann aber in der Ausbildung einfach gemerkt, dass das gar nichts für mich ist und habe mich sehr wohlgefühlt in der Bar. Also das Taschenbergpalais in Dresden, finde ich, hat einen sehr guten Ausbildungsplan, weil du halt einfach wirklich jede Abteilung durchläufst und dich dann super gut entscheiden kannst, was dir am besten gefallen hat und was du eigentlich MACHEN WILLST. Und ich habe mich in der Bar einfach wohlgefühlt, weil die Leute sind entspannter. Es ist abends, es ist niemand schlecht gelaunt, weil er noch keinen Kaffee hatte und ist irgendwie unfreundlich. Und es ist so eine coole Kombination aus, du hast Kontakt mit den Gästen, aber du kannst trotzdem kreativ sein.
Henriette Fee Grützner: Und ich weiß, dass du ja gebürtig gar nicht aus Dresden bist. Woher bist du eigentlich?
Luisa Fritsche: Ich bin in Wiesbaden geboren.
Henriette Fee Grützner: Wie bist du nach Dresden gekommen und warum Dresden?
Luisa Fritsche: Also, erst mal bin ich, schon als ich acht war, mit meinen Eltern in die Nähe von Halle gezogen und habe dann mich auch schon relativ früh entschieden, dass ich eine Ausbildung im Hotel machen will. Und ich habe auch die ganzen Schulpraktikas in Hotels gemacht. Habe dann Abitur gemacht und dann habe ich mich in allen Kempinski-Hotels in Deutschland für die Ausbildung beworben. Weil ich einmal mit meiner Tante und meinem Onkel in München im Vier Jahreszeiten war. Und ich war so beeindruckt von diesem Hotel und es hat mich einfach so geflasht.
Henriette Fee Grützner: Was hat dich so beeindruckt? Was war so das, was dich am meisten geflasht hat?
Luisa Fritsche: Ich habe immer gesagt: „Das ist das Prinzessinnenhotel.“ Du hast das Gefühl, du kommst rein und jemand kümmert sich sofort um dich und will dir helfen, auch wenn du selber maßlos überfordert bist mit dem, was da gerade passiert. Weil wenn du so was als Kind siehst, das ist halt irgendwie was KOMPLETT ANDERES, als was du gewohnt bist. Und, ja, auch einfach dieser Servicegedanke, der da so eine große Rolle spielt. Genau, und dann habe ich mich für die Ausbildung beworben in allen Hotels und mein erstes Bewerbungsgespräch war in Dresden. Und als ich hier war, habe ich gesagt: „Okay, ich sage alle anderen Gespräche ab. Ich mache das hier, weil es mir mein Herz irgendwie gesagt hat, weil ich die Stadt super toll finde.“ Ich war hier auch in der achten Klasse schon mal zur Klassenfahrt und fand es hier super schön. Und dann dachte ich: „Warum soll ich jetzt noch irgendwie weiter überlegen, wenn ich eigentlich weiß, was ich machen will?“ Und dann ist es Dresden geworden.
Henriette Fee Grützner: Was war dein erster … Egal ob jetzt als Kind, achte Klasse oder dann zum Bewerbungsgespräch, was war so dein erster Eindruck von Dresden?
Luisa Fritsche: Das es eine superschöne Stadt ist, vor allem auch im Stadtzentrum, also in der Altstadt, ohne so super überlaufen zu sein. Das mag ich irgendwie selber gar nicht, wenn ich irgendwo anders im Urlaub bin oder einen Städtetrip mache, wenn die Stadt so super voll ist und du gar nicht weißt, wo du langlaufen sollst und was du dir angucken sollst. Und es sind auch die Menschen einfach. Also, du bekommst das Gefühl, dass du hier willkommen bist und wenn du irgendwas brauchst, dann brauchst du es nur sagen und jemand hilft dir. Und das finde ich superschön einfach.
Henriette Fee Grützner: Und wie sieht so ein TAG bei dir aus? Eigentlich ist es ja so, wenn du zur Arbeit gehst, dann gehen die Meisten fast schon ins Bett.
Luisa Fritsche: Das stimmt. Also jetzt gerade gehe ich zur Arbeit und ich gehe auf eine Baustelle. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Ja, stimmt. [lacht]
Luisa Fritsche: Aber so, wenn mein, mein normaler Arbeitsalltag als Barkeeperin … Natürlich, man steht viel später auf, weil du natürlich auch später ins Bett gehst. Das Verständnis ist auch oft nicht so da. Gäste fragen auch manchmal: „Sind Sie dann morgen früh beim Frühstück auch wieder da?“ „Nein, da schlafe ich.“ Und auch mit Freunden. Das sortiert sich dann von alleine so aus. Je nachdem, wie das Verständnis da ist dafür und wie nicht. Aber natürlich muss ich SCHLAFEN. Also, ich kann nicht, nur weil ich um zwei jede Nacht ins Bett gehe, trotzdem um sechs aufstehen. Das funktioniert vielleicht mal eine Woche, aber dann halt nicht mehr. Und dann verschiebt sich einfach der ganze Tag ein paar Stunden nach hinten und ich finde das eigentlich voll in Ordnung. Also ich stehe so um zehn, um elf meistens auf, dann komme ich erst mal an, so wie das andere Leute auch machen. Das ist alles nur ein bisschen später. Es vereinfacht aber auch viele Sachen, weil wenn ich jetzt einen Arzttermin brauche, dann sagen die halt: „Wann können Sie?“ Und ich sage: „Immer.“ Und die so: „Okay, morgen.“ [lacht]
Henriette Fee Grützner: Ja. Aber darf ich dich fragen, hast du einen Partner, der …
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und, und ihr seht euch auch? [lacht]
Luisa Fritsche: Ja, wir sehen uns zurzeit ein bisschen weniger, weil ich einfach tagsüber nicht da bin und er abends nicht da ist. Aber der ist auch Barkeeper, arbeitet im Gin House. Und das funktioniert voll super. Also, wir können unsere Tage zusammen verbringen und abends gehen wir halt arbeiten.
Henriette Fee Grützner: Gin House ist ein gutes Stichwort, an der Frauenkirche. Auch eine ganz besondere Bar. Da hast du auch mal gearbeitet, richtig?
Luisa Fritsche: Genau, das war meine letzte Station, bevor ich mich selbstständig gemacht habe.
Henriette Fee Grützner: Ja, und das ist auch ein super Tipp, wenn man in der Altstadt ist, dort mal einzukehren. Wir waren jetzt neulich dort, mal mit einer größeren Truppe. Muss man zwar vorher reservieren, wenn man wirklich mit Vielen kommt, aber das ist ja auch special. Also das ist ja alles so rot und Samt und man hat das Gefühl, man taucht auch so ein bisschen in so eine eigene Welt ein.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und auch eine ganz spannende Karte.
Luisa Fritsche: Auf jeden Fall. Die Karte wechselt auch im Gin House alle drei Monate. Das heißt, es gibt immer was Neues zu probieren. Es gibt aber auch immer Drinks, die drauf bleiben, die sich irgendwie im Laufe der Jahre so ein bisschen etabliert haben und die man einfach nicht mehr darunter nehmen kann. Weil da würden alle komplett ausflippen, wenn es jetzt den LE BASIL nicht mehr gibt oder so. Und das finde ich im …
Henriette Fee Grützner: Was ist das?
Luisa Fritsche: Der Le Basil ist eine Abwandlung von Basil Smash, also ein Longdrink mit Gin, Basilikum, Ingwer und ein bisschen Soda. Ist ziemlich cool.
Henriette Fee Grützner: Wenn wir jetzt eh schon beim Thema, noch mal, Drinks sind und was ist drinnen, lass uns mal in die Rubrik Kurioses springen. Und ich glaube, da kannst du einiges erzählen, weil das, was ich bis jetzt von dir so gelesen habe, mitbekommen habe und auch, was ich jetzt probiere, das schmeckt sehr lecker, aber habe ich so in der Form auch noch nicht getrunken. Was war das Abgefahrenste, Kurioseste, was du kreiert, geshakt hast?
Luisa Fritsche: Also, ich würde sagen, der abgefahrenste Drink, den ich mal gemacht habe, war der Carbonara Flip.
Henriette Fee Grützner: Carbonara im Sinne von Spaghetti Carbonara?
Luisa Fritsche: Ja. Also, da waren jetzt keine Nudeln drinnen, aber ich wollte einfach das Texturgefühl, also das Mundgefühl und den Geschmack von der Carbonara in einen Drink bringen. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich darauf gekommen bin, aber ich glaube, es war … Ich habe auf jeden Fall Carbonara gegessen und ich dachte mir: „Okay, es ist eigentlich die perfekte Kombination aus salzig, rauchig. Warum packen wir das jetzt nicht in einen Drink?“ Und dann habe ich das Gericht so ein bisschen auseinandergenommen. Ich habe tatsächlich auch einen Kollegen, den ich bei der World Class kennengelernt habe, der Italiener ist. Und ich habe ihn gefragt Wie macht man richtig Carbonara? Und er so: „Luisa, keinen Knoblauch, keine Sahne.“ Ich war so: „Okay, ich mache alles, was du sagst.“ Und dann habe ich die Zutaten einfach in einen Drink gebastelt.
Luisa Fritsche: Wir haben mit einem fassgelagerten Gin gearbeitet, um so ein bisschen diese kräftige, rauchige … Also, rauchig ist der fassgelagerte Gin jetzt nicht. Aber du verbindest einfach damit dieses Fass, was so eine holzige Note auch ein bisschen bringt. Was du in der Carbonara auch voll hast durch den Bacon, einfach. Es war Liquid Smoke dabei. Das sind so Tropfen, die rauchiges Aroma erzeugen. Dann war natürlich ein Eigelb drinnen. Deswegen war das Getränk ein Flip. Das ist eine Getränkekategorie. Drinks mit Eigelb nennt man Flip. Wir hatten ein Parmesan-Fett-Wash. Das heißt, der Gin wurde mit Parmesan in den Mixer gehauen. Dann wird das Ganze eingefroren. Das Fett bindet sich quasi. Das friert ein, aber der Schnaps nicht, weil der zu viel Alkohol hat. Und dann kannst du das Ganze durch einen Filter lassen und hast quasi den Schnaps, der nach Parmesan schmeckt. Und der Parmesan ist aber der Feststoff, der das Ganze filtert, wie bei so einem Kohlefilter oder so. Und gebeiztes Eigelb war noch drüber gerieben, war super wild. Die Leute haben es ALLE BESTELLT irgendwie, weil jeder wissen wollte, wie das schmeckt und hatten aber auch ein bisschen Schiss davor.
Henriette Fee Grützner: Kann ich mir vorstellen. Ja.
Luisa Fritsche: Weil du dir das einfach nicht vorstellen kannst. Und das Feedback ist bei solchen Drinks aber immer sehr gemischt. Es ist nicht was für jeden und es ist nichts, was du noch mal bestellst. Das ist eine Erfahrung, die du machst. Und genau so kreiert man solche Drinks, wie man irgendwelche Drinks kreiert, wo man zu hundert Prozent weiß, dass die supergut gehen werden. Aber genau das ist, glaube ich, die richtige Balance. Die Grenzen zu überschreiten und neue Sachen zu testen, aber trotzdem dem treu zu bleiben, warum man das eigentlich macht. Und das ist am Ende, dass die Gäste glücklich ist und der Laden läuft, so.
Henriette Fee Grützner: Aber das ist ja ein Wahnsinnswissen. Also zu sagen, dann mache ich das so und dann wird das destilliert und dann kommt das … Das ist ja fast so ein … Also chemische Prozesse, die da stattfinden. Wo hast du das Wissen her? Hast du da bei jemandem gelernt oder ist das Erfahrung? Oder …
Luisa Fritsche: Ich habe viel bei Leuten gelernt, viel von meinen Chefs, mit denen ich zusammengearbeitet habe, aber auch viel selber recherchiert und mir beigebracht. Und ich habe auch viel von Köchen gelernt, tatsächlich. Ist gar nicht so weit voneinander weg. Drinks selber kreieren ist so ein bisschen wie Sterneküche. Du musst halt einfach an deine Grenzen gehen und austesten, so lange, bis es funktioniert dann.
Henriette Fee Grützner: Wenn die Leute reinkommen und dann sagen: „Ach, ich weiß auch nicht, Luisa, was würdest du mir empfehlen?“ Wonach gehst du denn, dass du sagst, der und der Drink würde zu dir passen?
Luisa Fritsche: Also es gibt so Gäste, die denken, ich habe die jetzt gesehen und jetzt weiß ich, was ich denen mache. Das passiert nicht. [lacht] Man muss schon ein bisschen Fragen stellen. Also, das ist irgendwie ein bisschen … Ich finde auch teilweise ÜBERGRIFFIG, wenn man das so macht, weil am Ende steckst du nur in Schubladen. Ist das jetzt eine Frau oder ein Mann? Ist der Mensch jetzt groß oder klein? Welche Hautfarbe hat er? Wie redet er mit mir? Kommt er vom Dorf? Kommt er aus der Stadt? So, das ist irgendwie sehr oberflächlich. Und so kann man gar nicht darüber urteilen, was DIESE EINE Person jetzt für einen Geschmack hat, weil das ja SUPER unterschiedlich ist.
Henriette Fee Grützner: Also stell dir mal vor, ich komme in die Bar.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Ich setze mich hin. Dann sage ich: „Ich weiß gar nicht. Hilf mir mal.“
Luisa Fritsche: Dann würde ich sagen: „Wenn du jetzt heute nicht hier wärst, was würdest du trinken? Oder was trinkst du sonst gerne?“
Henriette Fee Grützner: Okay, dann würde ich jetzt sagen, so frozen, so Margarita in die Richtung. Oder auch Mojito.
Luisa Fritsche: Okay. Also darf es schon ein bisschen kräftiger sein. Nicht zu süß, nicht zu sauer. Vielleicht entweder mit einer fruchtigen oder mit einer kräuterigen Note, je nachdem, ob das jetzt ein Frozen Margarita oder ein Mojito werden soll. Und dann würde ich weitermachen, ob es irgendwelche Einschränkungen gibt bei Spirituosen. Was ich persönlich eigentlich immer sehr schwierig finde. Aber es gibt so Gäste, die sagen: „Nee, auf gar keinen Fall trinke ich weißen Rum“, oder so. Dann ist das voll okay für mich und das akzeptiere ich. Es ist aber natürlich auch immer nicht nur abhängig von der Spirituose, ob dir der Drink schmeckt oder nicht. Es geht ja auch um die anderen Zutaten, die drinnen sind. Und du kannst zum Beispiel mit Gin einen super leckeren, fruchtigen, süffigen Cocktail machen. Du kannst aber auch genauso einen super trockenen Cocktail machen, wo du einen davon trinkst und dann denkst du dir: „So, jetzt muss ich ins Bett.“
Luisa Fritsche: Und das versuche ich immer so ein bisschen zu umgehen. Aber es gibt halt irgendwie, wie gesagt, Leute, die Spirituosen für sich komplett ausgrenzen, weil sie vielleicht auch schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Und ich finde das ist was, was man einfach akzeptieren muss. Aber dann geht das Gespräch halt weiter. Soll es eher ein bisschen süßer sein, ein bisschen trockener, ein bisschen saurer. Und am Ende entsteht ein Drink oder ein Drink, den es schon gibt. Der wird serviert. Und natürlich fragt man dann auch noch mal nach, ob es schmeckt. Vor allem, wenn man eine Empfehlung ausgesprochen hat. Und wenn irgendwas nicht passt, dann verändern wir das auch sofort. Man kann in einer Sekunde einen Drink ein bisschen süßer oder ein bisschen saurer machen. Das ist gar kein Problem.
Henriette Fee Grützner: Und das muss man sich auch erst mal trauen, weil meistens gibt es ja eine feste Karte, dass man sagt: „Eigentlich, ich habe heute irgendwie Lust auf was ganz anderes.“ Und das macht dir, so wie ich das raushöre, offensichtlich auch total Spaß, dann zu sagen: „Ich finde jetzt den Drink für dich.“
Luisa Fritsche: Ja, absolut.
Henriette Fee Grützner: Wenn Dresden beispielsweise ein Drink oder ein Cocktail wäre, was wäre denn drinnen?
Luisa Fritsche: Oh, das ist eine gute Frage. Also auf jeden Fall wäre unser Dresdner Gin drinnen, der Juniper Jack. Ich mag den sehr gerne, weil das einfach ein richtiger Gin ist. Das ist einfach ein London Dry Gin und der schmeckt unglaublich viel nach Wacholder. Das ist, glaube ich, würde ich sagen, der wacholdrigste Gin, den ich jemals probiert habe. Und es ist richtig cool, sagen zu können, dass der aus der Stadt kommt, in der wir leben.
Henriette Fee Grützner: Finde ich übrigens auch spannend, wenn ich kurz einhaken darf. Also es ist auch so, dass ihr wirklich auch guckt, dass ihr mit regionalen Partnern zusammenarbeitet?
Luisa Fritsche: Ja, auf jeden Fall. Also alles, was geht und wo die Qualität stimmt, natürlich, das machen wir. Und wenn das nicht so ist, dann machen wir entweder die Zutaten selber oder wir beziehen sie halt woanders. Aber das ist schon die erste Anlaufstelle, auf jeden Fall.
Henriette Fee Grützner: Also, wir haben wacholdrigen Gin?
Luisa Fritsche: Ganz genau. Ich glaube, ich würde einen French 75 Twist machen. Ein French 75 ist ein Drink mit Gin, Zitrone, Zucker und CHAMPAGNER.
Henriette Fee Grützner: Champagner?
Luisa Fritsche: Und ich finde, in einen Dresdner Cocktail muss auf jeden Fall Champagner rein. Wir haben hier die Elbe. Es ist irgendwie so ein sprudelndes Lebensgefühl bei uns. Es ist OFT GUTES WETTER, und da bietet sich Champagner an. Und das ist ein Drink, der ist zeitlos. Den kannst du morgens … Also morgens vielleicht nicht, aber mittags …
Henriette Fee Grützner: [lacht]
Luisa Fritsche: Mittags, an einem guten Tag, oder zum Aperitif, oder auch als Abschluss des Abends trinken. Ist einfach ein guter Cocktail. Mit einem leckeren Gin und einem sprudelnden Champagner.
Henriette Fee Grützner: Das klingt nach Leichtigkeit, guter Laune, aber auch Charakter.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Weil wir jetzt so ein bisschen auch abtauchen in diese ganze Barszene, auch in Dresden, aber auch in der Neustadt … Wenn du jetzt sozusagen ein Tourist wärst und du würdest nach Dresden kommen und du könntest hier einen ganzen Abend verbringen, wo würdest du einkehren? Wo würdest du einen Drink nehmen? Hast du da so ein paar Tipps für uns?
Luisa Fritsche: Mein perfekter Abend startet in der Opera. Das ist eine Tagesbar und Restaurant an der Semperoper. Da hat man einfach einen SUPERSCHÖNEN Blick auf die Altstadt. Es gibt leckere Getränke und ich würde da glaube ich mit einem Aperitif starten. Und dann würde ich zum Abendessen übergehen, ins Sankt Pauli. Das ist ein ziemlich cooles Restaurant in der Straße, in der ich wohne, tatsächlich. [lacht] Gott sei Dank, ist der Weg nicht so weit. Dann trinken ja manche nach dem Essen einen Espresso. Ich bin eher für Espresso-Martini. [lacht] Den Besten gibt es auf jeden Fall in der Juri Bar. Das ist in der Görlitzer Straße.
Henriette Fee Grützner: Äußere Neustadt.
Luisa Fritsche: Genau. Ist eine sehr kleine Bar, die eine Kollegin von mir betreibt. Und sie macht jetzt nicht irgendwie superfancy Eigenkreationen, aber sie macht einfach Klassiker auf den Punkt und es ist coole Stimmung dort. Es wird auch oft Kunst ausgestellt in der Juri Bar. Was ich ziemlich cool finde. Und man fühlt sich einfach nicht so bedrängt, aber trotzdem aufgehoben und willkommen. [unv. 00:20:00].
Henriette Fee Grützner: Okay. Und dann? Wo geht es dann hin?
Luisa Fritsche: Dann wird es als nächstes ins Blue Note gehen. Das ist auch in der Görlitzer Straße, allerdings am anderen Ende, also schon dann im Zentrum der Neustadt. Ist mehr eine Kneipe, würde ich sagen, die eine ziemlich große Whiskyauswahl haben, tatsächlich. Und auch coole Drinks. Also man bekommt da auf jeden Fall einen guten Drink. Ich trinke dort sehr gerne einen Dirty Martini, weil die einfach … Die Gläser, die die haben, LIEBE ICH dafür und die sind immer gefrostet und der Drink ist auf den Punkt. Und die Oliven sind lecker. So, es passt einfach jedes Detail bei diesem Drink. Und ich trinke da tatsächlich auch fast nur das.
Henriette Fee Grützner: Was die auch haben, was ich schön finde, die haben auch oft Livemusik.
Luisa Fritsche: Genau. Die haben oft so Jazz-Livebands, was ganz cool ist. Da wird auch immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass es da nicht zu laut unter den Gästen [lacht] ist. Also unterhalten ist da nicht angesagt. Aber ja, das sind Konzerte und danach setzt man sich an die Bar und genießt sein Getränk.
Henriette Fee Grützner: Und dann?
Luisa Fritsche: Und dann kommt es drauf an, wie motiviert ich noch bin. Aber manchmal geht’s noch in den Luden.
Henriette Fee Grützner: Luden, das ist im Prinzip auch so … Kann man tanzen und was trinken?
Luisa Fritsche: Ja, ist eine Disco, eine sehr kleine Disco.
Henriette Fee Grützner: Auch in der Dresdner Neustadt.
Luisa Fritsche: Direkt gegenüber vom Blue Note. Da guckt man dann immer, wie viele Leute da drin sind [lacht] und dann überlegt man sich, ob man da noch reingeht.
Henriette Fee Grützner: Gehe ich, gehe ich nicht?
Luisa Fritsche: Mittwochs ist da Karaoke, da bin ich immer am Start. Also nicht immer. Aber wenn Mittwoch ist und ich bin unterwegs, dann ist das auf jeden Fall eine Option.
Henriette Fee Grützner: Na ja, und dann hättest du ja schon einige Drinks gehabt. Das heißt, da kann man dann mutig mitsingen.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Luisa, lass uns mal in die Rubrik Der halbe Satz springen. Und zwar ist es so, ich würde dir jetzt einen Satzanfang vorgeben und du kannst den beenden, wie du magst.
Luisa Fritsche: Hm [bejahend].
Henriette Fee Grützner: Mache ich mit allen Gästen. Und wir starten mit: Wenn Museum, dann?
Luisa Fritsche: Alte Meister.
Henriette Fee Grützner: Alte Meister weil?
Luisa Fritsche: Ich finde einfach, das ist ein Museum, was man auf jeden Fall gesehen haben sollte, in Dresden und man entdeckt JEDES MAL was Neues, wenn man dort ist. Weil du kannst es nicht in einem Museumsbesuch schaffen. Das sind so viele Eindrücke, das überfordert einfach. Das heißt, du musst sowieso noch mal dahin gehen.
Henriette Fee Grützner: Also du hast dort auch Inspirationen für Drinks?
Luisa Fritsche: Ja, auf jeden Fall. Das ist jetzt vielleicht nicht … Also das Bild gibt mir jetzt keine Zutat, die ich in den Drink rein packe oder so, aber es sind manchmal auch Gefühle, die, [pause] die dich dazu motivieren, jetzt einen neuen Drink zu kreieren und wie der sich ANFÜHLEN soll. Nicht nur wie der schmecken soll, sondern auch dieses Gefühl, was ein Drink vermittelt.
Henriette Fee Grützner: Ich unternehme mit der Familie, wenn ich frei habe?
Luisa Fritsche: Also, wenn meine Familie kommt, dann haben die höchstwahrscheinlich auch ihren Hund dabei. Und ich habe ja auch einen kleinen Hund.
Henriette Fee Grützner: Ja, der kleine Bruno.
Luisa Fritsche: Der kleine Bruno, die Rakete. [lacht] Und dann gehen wir auf jeden Fall erst mal eine große Runde Gassi, damit die Hunde ankommen können. Am liebsten im Alaunpark. Das ist bei mir direkt um die Ecke. Ist eine schöne Größe einfach, ist nicht zu groß, nicht zu überlaufen. Aber trotzdem haben die Hunde da freien Lauf und du bist irgendwie ein bisschen im Grünen, könntest dann auch noch in die Heide runtergehen. Und es ist direkt gegenüber von unserem neuen Laden.
Luisa Fritsche: Ja, also auch in der Neustadt. Sehr schöner Park auf jeden Fall. Wenn es nicht bei mir zu Hause geht, schlafen Gäste gerne?
Luisa Fritsche: Im Suitess-Hotel in der Altstadt. Das ist das Hotel, zu dem das Gin House gehört. Da habe ich gearbeitet.
Henriette Fee Grützner: Direkt an der Frauenkirche. Mega.
Luisa Fritsche: Dirket an der Frauenkirche.
Henriette Fee Grützner: Sag noch mal ganz kurz, was macht das Hotel für dich besonders? I
Luisa Fritsche: Ich weiß halt einfach, wie es hinter den Kulissen abläuft. Ich weiß, dass jeder, der dort arbeitet, im Sinne der Gäste und auch im Sinne des Teams arbeitet. Es ist ein PRIVAT GEFÜHRTES Hotel, das heißt, es ist ein sehr angenehmes Miteinander. Und das, wenn sich das unter den Mitarbeitern so etabliert hat, dann überträgt sich das einfach automatisch auf die Gäste und man fühlt sich sehr wohl. Und es gibt ein sehr gutes Frühstück auf der schönsten Dachterrasse in Dresden. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Ah, auch wichtig übrigens, Katerfrühstück. ALso ein sehr guter Tipp. Bestes Katerfrühstück? Für alle, die morgens aufwachen und sagen: „Oh, das war eine schöne Nacht in Dresden, auch in der Neustadt.“ Wo geht man am besten dann hin am Morgen?
Luisa Fritsche: Also immer eine sichere Adresse ist auf jeden Fall das Urbian, am Albertplatz. Gibt es super leckeren Kaffee. Die haben immer einen Saft der Woche oder so, glaube ich. Und am liebsten esse ich dort die Turkish Eggs. Das sind so pochierte Eier auf Joghurt mit Kräutern.
Henriette Fee Grützner: Lecker.
Luisa Fritsche: Und dann ist da so Chiliöl, ein bisschen Honig drüber und ein leckeres Sauerteigbrot dazu. Super lecker. Ich war aber auch letztens im Culin, das hat neu aufgemacht im Bischofsweg. Gleich am Anfang gegenüber von der Schauburg.
Henriette Fee Grützner: Also, Culin ja auch in der Neustadt?
Luisa Fritsche: Genau, auch in der Neustadt. Da hatte ich so eine WAFFEL mit geräuchertem Lachs und Avocado. Ja, und die haben einen sehr guten MATCHA. [lacht] Den finde ich auch super wichtig. Genau, das wären so meine zwei Adressen.
Henriette Fee Grützner: Allen läuft jetzt das Wasser im Mund zusammen.
Luisa Fritsche: [lacht]
Henriette Fee Grützner: Genau, also sehr gute Tipps. Lass uns mal das Quiz auflösen. Wir haben ja gefragt am Anfang, Mojito, was ist eigentlich das Ursprungsland? Mexiko, Kuba oder Brasilien? Du weißt es, lös mal auf?
Luisa Fritsche: Es ist Kuba.
Henriette Fee Grützner: Es ist Kuba. Tatsächlich mit dem original kubanischen Rum.
Luisa Fritsche: Wichtig. Aber wenn du einen anderen oder … Da hast, nur, dann machst du dir auch einen Mojito damit. Funktioniert. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Funktioniert. Also, Luisa, vielen, vielen Dank für das Gespräch. Ich werde jetzt auf jeden Fall noch mal den Cocktail, den du mir kreiert hast, trinken. Alle Infos zu dieser Folge natürlich [Musik] wie immer in unseren Shownotes und unter www.visit-dresden-elbland.de. Und wenn ihr … Das ist auch noch ganz spannend. Wenn ihr tatsächlich dann das nuke von Luisa besucht habt, dann kommentiert mal hier drunter, welcher Drink euer Favorit war. Danke Luisa.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und alles Gute für deine Bar, fürs nuke.
Luisa Fritsche: Danke, ciao.
Henriette Fee Grützner: Ja, also dann bis zum nächsten Mal bei NU GUCKE MA DA! .
Transkript anzeigen
Transkript der Podcastfolge mit Barkeeperin Luisa Fritsche
Henriette Fee Grützner: [Musik] Also, was ich sagen kann, ich liebe diese Folge schon jetzt. Denn vor mir steht ein wundervoller Cocktail. Ich darf ihn gleich probieren. Heute geht es nämlich feuchtfröhlich ins Dresdner Nachtleben. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von NU GUCKE MA DA! , deinem Städtetrip-Podcast rund um Dresden Elbland. So ganz kurz noch bevor es losgeht, abonniere auf jeden Fall ganz schnell unseren Podcast. Dann verpasst du ab jetzt keine Folge mehr. Ich bin Henriette Fee Grützner und besuche ja in jeder Folge Menschen mit außergewöhnlichen Berufen hier in der Region. Und vor mir der Cocktail und dann dahinter die Frau, um die es heute geht, die diesen Cocktail hier geshakt hat. Und das muss man wirklich sagen, du bist nicht nur Dresdens, sondern Deutschlands BESTE BARKEEPERIN. Ausgezeichnet beim Wettbewerb World Class Competition 2024. Hallo an Luisa Fritsche.
Luisa Fritsche: Hallo, ich freue mich.
Henriette Fee Grützner: So, und jetzt darf ich probieren, oder?
Luisa Fritsche: Ja, ich warte schon die ganze Zeit.
Henriette Fee Grützner: Den hast du gemacht. Ach, der ist auch sehr schön angerichtet. Tolles Glas. Und jetzt rieche ich mal. [pause] Es riecht ein bisschen wie Baileys. Kann das sein?
Luisa Fritsche: Hm [bejahend].
Henriette Fee Grützner: Warte, ich probiere.
Luisa Fritsche: Also, wir müssen hier aber vielleicht auch sagen, dass es ein alkoholfreier Drink ist?
Henriette Fee Grützner: Ja. Oh, lecker hm [genießend].
Luisa Fritsche: Lecker?
Henriette Fee Grützner: Weißt du, wie das schmeckt? Ich schmecke Kaffee.
Luisa Fritsche: Hm [bejahend].
Henriette Fee Grützner: Es schmeckt wie ein süßer Eiskaffee. Aber nicht zu süß. Aber nicht diesen Eiskaffee, wo man so Kaffee hat und dann einfach Eis reinmacht, sondern so ganz lecker.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Ja, richtig wie Eis.
Luisa Fritsche: Also, ich finde es bei alkoholfreien Drinks immer wichtig, irgendwie Geschmack rein zu kriegen. Weil Alkohol ist ein Geschmacksträger und wenn du den nicht drinnen hast, musst du das halt irgendwie anders ersetzen. In dem Fall ist jetzt FETT drinnen. Wir haben Butter, wir haben Pistazienmus und EIGELB. Also, das Eigelb brauchen wir primär, um die Butter zu binden, weil das sich sonst trennen würde. Genau. Pistazienmus bringt einfach noch eine nussige Note. Auch so ein bisschen Trockenheit, würde ich sagen, mit rein. Und ein Espresso ist mit drinnen. Ein bisschen Zucker.
Henriette Fee Grützner: Jetzt klugscheisse ich mal, ich schmecke die Pistazie im Abgang. [lacht]
Luisa Fritsche: Hm [bejahend]. Das ist voll okay.
Henriette Fee Grützner: Nee, aber es schmeckt wirklich richtig lecker.
Luisa Fritsche: Cool, toll.
Henriette Fee Grützner: Und das ist ja wirklich deine Profession, deine große Leidenschaft, Cocktails mixen. Deswegen kennst du dich natürlich bestens aus. Aber ich habe jetzt noch eine Frage an dich zu Hause oder im Auto, wo auch immer du uns gerade hörst. Wir reden mal über den Mojito. Ich habe nämlich gleich eine kleine Quizfrage an euch. Mojito, kannst du uns was sagen zu dem Cocktail? Der ist ja, glaube ich, aus dem 16. Jahrhundert?
Luisa Fritsche: Ist ein SEHR LECKERER DRINK auf jeden Fall. Ich finde, das ist was … Die Leute trinken das im Sommer ganz viel. Ich finde, man kann das immer trinken. Die Minze bringt einfach so eine super frische Note rein. Ist nicht zu süß, nicht zu sauer. Ein knackiger Drink, spritzig. Kann man nichts verkehrt machen.
Henriette Fee Grützner: Ein Klassiker. Klassiker?
Luisa Fritsche: Auf jeden Fall.
Henriette Fee Grützner: Genau. Und die Frage an dich ist, welches Land ist das Ursprungsland des Mojito?Mexiko, Kuba, Brasilien? Du weißt es ganz bestimmt, oder weißt du es nicht? Doch, du weißt es?
Luisa Fritsche: Aber ich darf es jetzt noch nicht sagen, oder?
Henriette Fee Grützner: Nee, noch nicht.
Luisa Fritsche: Okay.
Henriette Fee Grützner: Die sollen ja alle zu Hause rätseln. Und im Laufe der Folge lösen wir das natürlich auf. Und jetzt, wir sitzen gerade bei dir im Wohnzimmer. Du hast nämlich … Und da … Ich muss das kurz erzählen. Eigentlich bist du dabei, deine eigene Bar zu eröffnen. Das heißt, wenn DU jetzt die Folge hörst, die Podcastfolge, dann ist die Bar schon offen. Wir können da aber heute nicht rein, weil da wird der Fußboden gemacht, oder?
Luisa Fritsche: Richtig.
Henriette Fee Grützner: Deswegen sind wir hier. Und als ich ankam, musste ich lachen, weil direkt vor deinem Fenster ist auch eine Baustelle. Also kann man wirklich sagen, dein Leben ist gerade eine Baustelle. [lacht]
Luisa Fritsche: Man gewöhnt sich dran. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Man gewöhnt sich dran. Also, wir sagen jetzt schon mal sorry, falls irgendwelche Hintergrundgeräusche sind, dann ist es die Baustelle rund um Luisa. Aber lass uns über deine Bar reden. Gestern Abend durfte ich mir die Barbaustelle angucken und das sieht schon total toll aus. Richtig einladend. Wir können ja mal sagen so, du hast extra noch mal gesagt, es ist Aubergine, nicht lila.
Luisa Fritsche: [lacht]
Henriette Fee Grützner: Also … Aber es ist sehr gemütlich.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Auberginenfarben, Kupfer. Es hat auch ein bisschen so einen industriellen Look, ne? Es gibt auch so Silberelemente. Aber was ist dein Konzept? Und das ist ja nicht gerade ganz einfach im Moment, dass du trotzdem gesagt hast: „Ich will eine eigene Bar eröffnen.“ Was ist da besonders? Uns ist ganz wichtig, wir machen die Bar zu dritt auf. Wir sind zwei Barkeeper und ein Koch. Und es gibt in Dresden einfach das Problem, dass du, wenn du in ein Restaurant gehst, kannst du in super viele Restaurants lecker essen gehen, aber du bekommst SELTEN einen guten Drink. Und genau andersrum, wenn du in eine Bar gehst, dann gibt es immer irgendwie auch so ein paar Barsnacks, aber kein richtiges Essen. Und wir wollen einfach einen Ort schaffen, an dem du beides gleichwertig machen kannst. Wir haben hochwertige Küche, europäische Küche mit einem japanischen Einfluss und viele Eigenkreationen. Wir machen, worauf wir Bock haben, an Drinks. Es gibt auch Klassiker. Also wenn wir alle Zutaten da haben und du einen speziellen Wunsch hast, dann machen wir dir jeden Drink, den wir machen können, mit unseren Zutaten. Und das ist einfach der Gedanke, dass du bei uns einen ganzen Abend verbringen kannst, von Aperitif über Essen bis ein paar Drinks danach und es wird auch SpätkKüche geben. Nicht mehr die ganze Karte, aber ein paar ausgewählte Gerichte, das man auch zu später Uhrzeit noch was Vernünftiges zu essen bekommt.
Henriette Fee Grützner: Jetzt denken ganz viele: „Oh, da will ich hin.“ Wie gesagt, wenn du es hörst, ist die Bar schon auf. Wie heißt sie denn? Und wo wird es sein?
Luisa Fritsche: Die Bar heißt nook sips in a kitchen und wird im Bischofsweg 72 in der Dresdner Neustadt am Ende des Alaunparks sein.
Henriette Fee Grützner: Lass uns doch mal kurz über die Dresdner Neustadt sprechen, weil vielleicht der Eine oder Andere ja noch nie in Dresden war und natürlich herzlich willkommen ist, auch die Neustadt zu erkunden. Wie würdest du die Neustadt beschreiben? Dresden Neustadt?
Luisa Fritsche: Auf jeden Fall sollte es jeder mal gesehen haben, auch die Touristen. Wenn mich Leute fragen, was sie machen können, sage ich immer: „Geht einen Abend in die Neustadt. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Man hat so viel verschiedene MENSCHEN, verschiedene Bars, verschiedene kulturelle Einrichtungen auch, Parks. Du kannst einfach an jeder Ecke was entdecken. Ob das jetzt super gehobene Restaurants sind, oder ein netter Tapasladen, oder eine Pommesbude, oder eine Kneipe, wo du nur zum Biertrinken gehst oder eine hochwertige Cocktailbar. Es ist einfach sehr VIELFÄLTIG. Und man kann einfach einen kompletten Abend hier verbringen und geht nach Hause und hat irgendwie das Gefühl, dass man alles richtig gemacht hat.
Henriette Fee Grützner: Finde ich auch. Ich finde es auch wirklich hipp.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und es gibt viele kleine Läden, wo es so besondere Sachen gibt. Also, es lohnt sich wirklich, die Neustadt zu erkunden und natürlich auch bei euch vorbeizukommen. Sag mal, wie … Das interessiert mich wirklich. Ich stelle mir das gerade so vor, die kleine Luisa. Als Kind warst du so im Sandkasten und hast alles irgendwie zusammengemischt, so gematscht und Drinks gemacht für alle Kindergarten-Companions. Wie warst du als Kind?
Luisa Fritsche: Also, Drinks gemacht habe ich früher nicht. Meine Familie arbeiten … Also, alle sind selbstständig in der Gastronomie. Meine Großeltern haben ein Restaurant und mein Onkel, meine Tante haben ein Hotel. Und dann ist natürlich so was auch seit der Kindheit präsent. Aber so richtig zusammengemischt, selber habe ich tatsächlich früher nicht. Ich weiß noch mit meinem Opa, das Erste, was ich getrunken habe, war eine Trockenbeerenauslese und das fand ich SUPER LECKER und man interessiert sich dann natürlich irgendwie für Wein, auch für Spirituosen, weil es einfach immer präsent ist. Ich habe aber eigentlich nicht vermutet, dass ich in der Bar landen werde. Also mein Gedanke war eigentlich … Ich habe eine Ausbildung gemacht als Hotelfachfrau im Taschenbergpalais in Dresden.
Henriette Fee Grützner: Ah, sogar auch in Dresden, das ist natürlich cool.
Luisa Fritsche: Genau. Und ich dachte immer, ich arbeite irgendwann in einem riesigen Fünf-Sterne-Hotel an der Rezeption und betreue dann Gäste. Und habe dann aber in der Ausbildung einfach gemerkt, dass das gar nichts für mich ist und habe mich sehr wohlgefühlt in der Bar. Also das Taschenbergpalais in Dresden, finde ich, hat einen sehr guten Ausbildungsplan, weil du halt einfach wirklich jede Abteilung durchläufst und dich dann super gut entscheiden kannst, was dir am besten gefallen hat und was du eigentlich MACHEN WILLST. Und ich habe mich in der Bar einfach wohlgefühlt, weil die Leute sind entspannter. Es ist abends, es ist niemand schlecht gelaunt, weil er noch keinen Kaffee hatte und ist irgendwie unfreundlich. Und es ist so eine coole Kombination aus, du hast Kontakt mit den Gästen, aber du kannst trotzdem kreativ sein.
Henriette Fee Grützner: Und ich weiß, dass du ja gebürtig gar nicht aus Dresden bist. Woher bist du eigentlich?
Luisa Fritsche: Ich bin in Wiesbaden geboren.
Henriette Fee Grützner: Wie bist du nach Dresden gekommen und warum Dresden?
Luisa Fritsche: Also, erst mal bin ich, schon als ich acht war, mit meinen Eltern in die Nähe von Halle gezogen und habe dann mich auch schon relativ früh entschieden, dass ich eine Ausbildung im Hotel machen will. Und ich habe auch die ganzen Schulpraktikas in Hotels gemacht. Habe dann Abitur gemacht und dann habe ich mich in allen Kempinski-Hotels in Deutschland für die Ausbildung beworben. Weil ich einmal mit meiner Tante und meinem Onkel in München im Vier Jahreszeiten war. Und ich war so beeindruckt von diesem Hotel und es hat mich einfach so geflasht.
Henriette Fee Grützner: Was hat dich so beeindruckt? Was war so das, was dich am meisten geflasht hat?
Luisa Fritsche: Ich habe immer gesagt: „Das ist das Prinzessinnenhotel.“ Du hast das Gefühl, du kommst rein und jemand kümmert sich sofort um dich und will dir helfen, auch wenn du selber maßlos überfordert bist mit dem, was da gerade passiert. Weil wenn du so was als Kind siehst, das ist halt irgendwie was KOMPLETT ANDERES, als was du gewohnt bist. Und, ja, auch einfach dieser Servicegedanke, der da so eine große Rolle spielt. Genau, und dann habe ich mich für die Ausbildung beworben in allen Hotels und mein erstes Bewerbungsgespräch war in Dresden. Und als ich hier war, habe ich gesagt: „Okay, ich sage alle anderen Gespräche ab. Ich mache das hier, weil es mir mein Herz irgendwie gesagt hat, weil ich die Stadt super toll finde.“ Ich war hier auch in der achten Klasse schon mal zur Klassenfahrt und fand es hier super schön. Und dann dachte ich: „Warum soll ich jetzt noch irgendwie weiter überlegen, wenn ich eigentlich weiß, was ich machen will?“ Und dann ist es Dresden geworden.
Henriette Fee Grützner: Was war dein erster … Egal ob jetzt als Kind, achte Klasse oder dann zum Bewerbungsgespräch, was war so dein erster Eindruck von Dresden?
Luisa Fritsche: Das es eine superschöne Stadt ist, vor allem auch im Stadtzentrum, also in der Altstadt, ohne so super überlaufen zu sein. Das mag ich irgendwie selber gar nicht, wenn ich irgendwo anders im Urlaub bin oder einen Städtetrip mache, wenn die Stadt so super voll ist und du gar nicht weißt, wo du langlaufen sollst und was du dir angucken sollst. Und es sind auch die Menschen einfach. Also, du bekommst das Gefühl, dass du hier willkommen bist und wenn du irgendwas brauchst, dann brauchst du es nur sagen und jemand hilft dir. Und das finde ich superschön einfach.
Henriette Fee Grützner: Und wie sieht so ein TAG bei dir aus? Eigentlich ist es ja so, wenn du zur Arbeit gehst, dann gehen die Meisten fast schon ins Bett.
Luisa Fritsche: Das stimmt. Also jetzt gerade gehe ich zur Arbeit und ich gehe auf eine Baustelle. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Ja, stimmt. [lacht]
Luisa Fritsche: Aber so, wenn mein, mein normaler Arbeitsalltag als Barkeeperin … Natürlich, man steht viel später auf, weil du natürlich auch später ins Bett gehst. Das Verständnis ist auch oft nicht so da. Gäste fragen auch manchmal: „Sind Sie dann morgen früh beim Frühstück auch wieder da?“ „Nein, da schlafe ich.“ Und auch mit Freunden. Das sortiert sich dann von alleine so aus. Je nachdem, wie das Verständnis da ist dafür und wie nicht. Aber natürlich muss ich SCHLAFEN. Also, ich kann nicht, nur weil ich um zwei jede Nacht ins Bett gehe, trotzdem um sechs aufstehen. Das funktioniert vielleicht mal eine Woche, aber dann halt nicht mehr. Und dann verschiebt sich einfach der ganze Tag ein paar Stunden nach hinten und ich finde das eigentlich voll in Ordnung. Also ich stehe so um zehn, um elf meistens auf, dann komme ich erst mal an, so wie das andere Leute auch machen. Das ist alles nur ein bisschen später. Es vereinfacht aber auch viele Sachen, weil wenn ich jetzt einen Arzttermin brauche, dann sagen die halt: „Wann können Sie?“ Und ich sage: „Immer.“ Und die so: „Okay, morgen.“ [lacht]
Henriette Fee Grützner: Ja. Aber darf ich dich fragen, hast du einen Partner, der …
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und, und ihr seht euch auch? [lacht]
Luisa Fritsche: Ja, wir sehen uns zurzeit ein bisschen weniger, weil ich einfach tagsüber nicht da bin und er abends nicht da ist. Aber der ist auch Barkeeper, arbeitet im Gin House. Und das funktioniert voll super. Also, wir können unsere Tage zusammen verbringen und abends gehen wir halt arbeiten.
Henriette Fee Grützner: Gin House ist ein gutes Stichwort, an der Frauenkirche. Auch eine ganz besondere Bar. Da hast du auch mal gearbeitet, richtig?
Luisa Fritsche: Genau, das war meine letzte Station, bevor ich mich selbstständig gemacht habe.
Henriette Fee Grützner: Ja, und das ist auch ein super Tipp, wenn man in der Altstadt ist, dort mal einzukehren. Wir waren jetzt neulich dort, mal mit einer größeren Truppe. Muss man zwar vorher reservieren, wenn man wirklich mit Vielen kommt, aber das ist ja auch special. Also das ist ja alles so rot und Samt und man hat das Gefühl, man taucht auch so ein bisschen in so eine eigene Welt ein.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und auch eine ganz spannende Karte.
Luisa Fritsche: Auf jeden Fall. Die Karte wechselt auch im Gin House alle drei Monate. Das heißt, es gibt immer was Neues zu probieren. Es gibt aber auch immer Drinks, die drauf bleiben, die sich irgendwie im Laufe der Jahre so ein bisschen etabliert haben und die man einfach nicht mehr darunter nehmen kann. Weil da würden alle komplett ausflippen, wenn es jetzt den LE BASIL nicht mehr gibt oder so. Und das finde ich im …
Henriette Fee Grützner: Was ist das?
Luisa Fritsche: Der Le Basil ist eine Abwandlung von Basil Smash, also ein Longdrink mit Gin, Basilikum, Ingwer und ein bisschen Soda. Ist ziemlich cool.
Henriette Fee Grützner: Wenn wir jetzt eh schon beim Thema, noch mal, Drinks sind und was ist drinnen, lass uns mal in die Rubrik Kurioses springen. Und ich glaube, da kannst du einiges erzählen, weil das, was ich bis jetzt von dir so gelesen habe, mitbekommen habe und auch, was ich jetzt probiere, das schmeckt sehr lecker, aber habe ich so in der Form auch noch nicht getrunken. Was war das Abgefahrenste, Kurioseste, was du kreiert, geshakt hast?
Luisa Fritsche: Also, ich würde sagen, der abgefahrenste Drink, den ich mal gemacht habe, war der Carbonara Flip.
Henriette Fee Grützner: Carbonara im Sinne von Spaghetti Carbonara?
Luisa Fritsche: Ja. Also, da waren jetzt keine Nudeln drinnen, aber ich wollte einfach das Texturgefühl, also das Mundgefühl und den Geschmack von der Carbonara in einen Drink bringen. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich darauf gekommen bin, aber ich glaube, es war … Ich habe auf jeden Fall Carbonara gegessen und ich dachte mir: „Okay, es ist eigentlich die perfekte Kombination aus salzig, rauchig. Warum packen wir das jetzt nicht in einen Drink?“ Und dann habe ich das Gericht so ein bisschen auseinandergenommen. Ich habe tatsächlich auch einen Kollegen, den ich bei der World Class kennengelernt habe, der Italiener ist. Und ich habe ihn gefragt Wie macht man richtig Carbonara? Und er so: „Luisa, keinen Knoblauch, keine Sahne.“ Ich war so: „Okay, ich mache alles, was du sagst.“ Und dann habe ich die Zutaten einfach in einen Drink gebastelt.
Luisa Fritsche: Wir haben mit einem fassgelagerten Gin gearbeitet, um so ein bisschen diese kräftige, rauchige … Also, rauchig ist der fassgelagerte Gin jetzt nicht. Aber du verbindest einfach damit dieses Fass, was so eine holzige Note auch ein bisschen bringt. Was du in der Carbonara auch voll hast durch den Bacon, einfach. Es war Liquid Smoke dabei. Das sind so Tropfen, die rauchiges Aroma erzeugen. Dann war natürlich ein Eigelb drinnen. Deswegen war das Getränk ein Flip. Das ist eine Getränkekategorie. Drinks mit Eigelb nennt man Flip. Wir hatten ein Parmesan-Fett-Wash. Das heißt, der Gin wurde mit Parmesan in den Mixer gehauen. Dann wird das Ganze eingefroren. Das Fett bindet sich quasi. Das friert ein, aber der Schnaps nicht, weil der zu viel Alkohol hat. Und dann kannst du das Ganze durch einen Filter lassen und hast quasi den Schnaps, der nach Parmesan schmeckt. Und der Parmesan ist aber der Feststoff, der das Ganze filtert, wie bei so einem Kohlefilter oder so. Und gebeiztes Eigelb war noch drüber gerieben, war super wild. Die Leute haben es ALLE BESTELLT irgendwie, weil jeder wissen wollte, wie das schmeckt und hatten aber auch ein bisschen Schiss davor.
Henriette Fee Grützner: Kann ich mir vorstellen. Ja.
Luisa Fritsche: Weil du dir das einfach nicht vorstellen kannst. Und das Feedback ist bei solchen Drinks aber immer sehr gemischt. Es ist nicht was für jeden und es ist nichts, was du noch mal bestellst. Das ist eine Erfahrung, die du machst. Und genau so kreiert man solche Drinks, wie man irgendwelche Drinks kreiert, wo man zu hundert Prozent weiß, dass die supergut gehen werden. Aber genau das ist, glaube ich, die richtige Balance. Die Grenzen zu überschreiten und neue Sachen zu testen, aber trotzdem dem treu zu bleiben, warum man das eigentlich macht. Und das ist am Ende, dass die Gäste glücklich ist und der Laden läuft, so.
Henriette Fee Grützner: Aber das ist ja ein Wahnsinnswissen. Also zu sagen, dann mache ich das so und dann wird das destilliert und dann kommt das … Das ist ja fast so ein … Also chemische Prozesse, die da stattfinden. Wo hast du das Wissen her? Hast du da bei jemandem gelernt oder ist das Erfahrung? Oder …
Luisa Fritsche: Ich habe viel bei Leuten gelernt, viel von meinen Chefs, mit denen ich zusammengearbeitet habe, aber auch viel selber recherchiert und mir beigebracht. Und ich habe auch viel von Köchen gelernt, tatsächlich. Ist gar nicht so weit voneinander weg. Drinks selber kreieren ist so ein bisschen wie Sterneküche. Du musst halt einfach an deine Grenzen gehen und austesten, so lange, bis es funktioniert dann.
Henriette Fee Grützner: Wenn die Leute reinkommen und dann sagen: „Ach, ich weiß auch nicht, Luisa, was würdest du mir empfehlen?“ Wonach gehst du denn, dass du sagst, der und der Drink würde zu dir passen?
Luisa Fritsche: Also es gibt so Gäste, die denken, ich habe die jetzt gesehen und jetzt weiß ich, was ich denen mache. Das passiert nicht. [lacht] Man muss schon ein bisschen Fragen stellen. Also, das ist irgendwie ein bisschen … Ich finde auch teilweise ÜBERGRIFFIG, wenn man das so macht, weil am Ende steckst du nur in Schubladen. Ist das jetzt eine Frau oder ein Mann? Ist der Mensch jetzt groß oder klein? Welche Hautfarbe hat er? Wie redet er mit mir? Kommt er vom Dorf? Kommt er aus der Stadt? So, das ist irgendwie sehr oberflächlich. Und so kann man gar nicht darüber urteilen, was DIESE EINE Person jetzt für einen Geschmack hat, weil das ja SUPER unterschiedlich ist.
Henriette Fee Grützner: Also stell dir mal vor, ich komme in die Bar.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Ich setze mich hin. Dann sage ich: „Ich weiß gar nicht. Hilf mir mal.“
Luisa Fritsche: Dann würde ich sagen: „Wenn du jetzt heute nicht hier wärst, was würdest du trinken? Oder was trinkst du sonst gerne?“
Henriette Fee Grützner: Okay, dann würde ich jetzt sagen, so frozen, so Margarita in die Richtung. Oder auch Mojito.
Luisa Fritsche: Okay. Also darf es schon ein bisschen kräftiger sein. Nicht zu süß, nicht zu sauer. Vielleicht entweder mit einer fruchtigen oder mit einer kräuterigen Note, je nachdem, ob das jetzt ein Frozen Margarita oder ein Mojito werden soll. Und dann würde ich weitermachen, ob es irgendwelche Einschränkungen gibt bei Spirituosen. Was ich persönlich eigentlich immer sehr schwierig finde. Aber es gibt so Gäste, die sagen: „Nee, auf gar keinen Fall trinke ich weißen Rum“, oder so. Dann ist das voll okay für mich und das akzeptiere ich. Es ist aber natürlich auch immer nicht nur abhängig von der Spirituose, ob dir der Drink schmeckt oder nicht. Es geht ja auch um die anderen Zutaten, die drinnen sind. Und du kannst zum Beispiel mit Gin einen super leckeren, fruchtigen, süffigen Cocktail machen. Du kannst aber auch genauso einen super trockenen Cocktail machen, wo du einen davon trinkst und dann denkst du dir: „So, jetzt muss ich ins Bett.“
Luisa Fritsche: Und das versuche ich immer so ein bisschen zu umgehen. Aber es gibt halt irgendwie, wie gesagt, Leute, die Spirituosen für sich komplett ausgrenzen, weil sie vielleicht auch schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Und ich finde das ist was, was man einfach akzeptieren muss. Aber dann geht das Gespräch halt weiter. Soll es eher ein bisschen süßer sein, ein bisschen trockener, ein bisschen saurer. Und am Ende entsteht ein Drink oder ein Drink, den es schon gibt. Der wird serviert. Und natürlich fragt man dann auch noch mal nach, ob es schmeckt. Vor allem, wenn man eine Empfehlung ausgesprochen hat. Und wenn irgendwas nicht passt, dann verändern wir das auch sofort. Man kann in einer Sekunde einen Drink ein bisschen süßer oder ein bisschen saurer machen. Das ist gar kein Problem.
Henriette Fee Grützner: Und das muss man sich auch erst mal trauen, weil meistens gibt es ja eine feste Karte, dass man sagt: „Eigentlich, ich habe heute irgendwie Lust auf was ganz anderes.“ Und das macht dir, so wie ich das raushöre, offensichtlich auch total Spaß, dann zu sagen: „Ich finde jetzt den Drink für dich.“
Luisa Fritsche: Ja, absolut.
Henriette Fee Grützner: Wenn Dresden beispielsweise ein Drink oder ein Cocktail wäre, was wäre denn drinnen?
Luisa Fritsche: Oh, das ist eine gute Frage. Also auf jeden Fall wäre unser Dresdner Gin drinnen, der Juniper Jack. Ich mag den sehr gerne, weil das einfach ein richtiger Gin ist. Das ist einfach ein London Dry Gin und der schmeckt unglaublich viel nach Wacholder. Das ist, glaube ich, würde ich sagen, der wacholdrigste Gin, den ich jemals probiert habe. Und es ist richtig cool, sagen zu können, dass der aus der Stadt kommt, in der wir leben.
Henriette Fee Grützner: Finde ich übrigens auch spannend, wenn ich kurz einhaken darf. Also es ist auch so, dass ihr wirklich auch guckt, dass ihr mit regionalen Partnern zusammenarbeitet?
Luisa Fritsche: Ja, auf jeden Fall. Also alles, was geht und wo die Qualität stimmt, natürlich, das machen wir. Und wenn das nicht so ist, dann machen wir entweder die Zutaten selber oder wir beziehen sie halt woanders. Aber das ist schon die erste Anlaufstelle, auf jeden Fall.
Henriette Fee Grützner: Also, wir haben wacholdrigen Gin?
Luisa Fritsche: Ganz genau. Ich glaube, ich würde einen French 75 Twist machen. Ein French 75 ist ein Drink mit Gin, Zitrone, Zucker und CHAMPAGNER.
Henriette Fee Grützner: Champagner?
Luisa Fritsche: Und ich finde, in einen Dresdner Cocktail muss auf jeden Fall Champagner rein. Wir haben hier die Elbe. Es ist irgendwie so ein sprudelndes Lebensgefühl bei uns. Es ist OFT GUTES WETTER, und da bietet sich Champagner an. Und das ist ein Drink, der ist zeitlos. Den kannst du morgens … Also morgens vielleicht nicht, aber mittags …
Henriette Fee Grützner: [lacht]
Luisa Fritsche: Mittags, an einem guten Tag, oder zum Aperitif, oder auch als Abschluss des Abends trinken. Ist einfach ein guter Cocktail. Mit einem leckeren Gin und einem sprudelnden Champagner.
Henriette Fee Grützner: Das klingt nach Leichtigkeit, guter Laune, aber auch Charakter.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Weil wir jetzt so ein bisschen auch abtauchen in diese ganze Barszene, auch in Dresden, aber auch in der Neustadt … Wenn du jetzt sozusagen ein Tourist wärst und du würdest nach Dresden kommen und du könntest hier einen ganzen Abend verbringen, wo würdest du einkehren? Wo würdest du einen Drink nehmen? Hast du da so ein paar Tipps für uns?
Luisa Fritsche: Mein perfekter Abend startet in der Opera. Das ist eine Tagesbar und Restaurant an der Semperoper. Da hat man einfach einen SUPERSCHÖNEN Blick auf die Altstadt. Es gibt leckere Getränke und ich würde da glaube ich mit einem Aperitif starten. Und dann würde ich zum Abendessen übergehen, ins Sankt Pauli. Das ist ein ziemlich cooles Restaurant in der Straße, in der ich wohne, tatsächlich. [lacht] Gott sei Dank, ist der Weg nicht so weit. Dann trinken ja manche nach dem Essen einen Espresso. Ich bin eher für Espresso-Martini. [lacht] Den Besten gibt es auf jeden Fall in der Juri Bar. Das ist in der Görlitzer Straße.
Henriette Fee Grützner: Äußere Neustadt.
Luisa Fritsche: Genau. Ist eine sehr kleine Bar, die eine Kollegin von mir betreibt. Und sie macht jetzt nicht irgendwie superfancy Eigenkreationen, aber sie macht einfach Klassiker auf den Punkt und es ist coole Stimmung dort. Es wird auch oft Kunst ausgestellt in der Juri Bar. Was ich ziemlich cool finde. Und man fühlt sich einfach nicht so bedrängt, aber trotzdem aufgehoben und willkommen. [unv. 00:20:00].
Henriette Fee Grützner: Okay. Und dann? Wo geht es dann hin?
Luisa Fritsche: Dann wird es als nächstes ins Blue Note gehen. Das ist auch in der Görlitzer Straße, allerdings am anderen Ende, also schon dann im Zentrum der Neustadt. Ist mehr eine Kneipe, würde ich sagen, die eine ziemlich große Whiskyauswahl haben, tatsächlich. Und auch coole Drinks. Also man bekommt da auf jeden Fall einen guten Drink. Ich trinke dort sehr gerne einen Dirty Martini, weil die einfach … Die Gläser, die die haben, LIEBE ICH dafür und die sind immer gefrostet und der Drink ist auf den Punkt. Und die Oliven sind lecker. So, es passt einfach jedes Detail bei diesem Drink. Und ich trinke da tatsächlich auch fast nur das.
Henriette Fee Grützner: Was die auch haben, was ich schön finde, die haben auch oft Livemusik.
Luisa Fritsche: Genau. Die haben oft so Jazz-Livebands, was ganz cool ist. Da wird auch immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass es da nicht zu laut unter den Gästen [lacht] ist. Also unterhalten ist da nicht angesagt. Aber ja, das sind Konzerte und danach setzt man sich an die Bar und genießt sein Getränk.
Henriette Fee Grützner: Und dann?
Luisa Fritsche: Und dann kommt es drauf an, wie motiviert ich noch bin. Aber manchmal geht’s noch in den Luden.
Henriette Fee Grützner: Luden, das ist im Prinzip auch so … Kann man tanzen und was trinken?
Luisa Fritsche: Ja, ist eine Disco, eine sehr kleine Disco.
Henriette Fee Grützner: Auch in der Dresdner Neustadt.
Luisa Fritsche: Direkt gegenüber vom Blue Note. Da guckt man dann immer, wie viele Leute da drin sind [lacht] und dann überlegt man sich, ob man da noch reingeht.
Henriette Fee Grützner: Gehe ich, gehe ich nicht?
Luisa Fritsche: Mittwochs ist da Karaoke, da bin ich immer am Start. Also nicht immer. Aber wenn Mittwoch ist und ich bin unterwegs, dann ist das auf jeden Fall eine Option.
Henriette Fee Grützner: Na ja, und dann hättest du ja schon einige Drinks gehabt. Das heißt, da kann man dann mutig mitsingen.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Luisa, lass uns mal in die Rubrik Der halbe Satz springen. Und zwar ist es so, ich würde dir jetzt einen Satzanfang vorgeben und du kannst den beenden, wie du magst.
Luisa Fritsche: Hm [bejahend].
Henriette Fee Grützner: Mache ich mit allen Gästen. Und wir starten mit: Wenn Museum, dann?
Luisa Fritsche: Alte Meister.
Henriette Fee Grützner: Alte Meister weil?
Luisa Fritsche: Ich finde einfach, das ist ein Museum, was man auf jeden Fall gesehen haben sollte, in Dresden und man entdeckt JEDES MAL was Neues, wenn man dort ist. Weil du kannst es nicht in einem Museumsbesuch schaffen. Das sind so viele Eindrücke, das überfordert einfach. Das heißt, du musst sowieso noch mal dahin gehen.
Henriette Fee Grützner: Also du hast dort auch Inspirationen für Drinks?
Luisa Fritsche: Ja, auf jeden Fall. Das ist jetzt vielleicht nicht … Also das Bild gibt mir jetzt keine Zutat, die ich in den Drink rein packe oder so, aber es sind manchmal auch Gefühle, die, [pause] die dich dazu motivieren, jetzt einen neuen Drink zu kreieren und wie der sich ANFÜHLEN soll. Nicht nur wie der schmecken soll, sondern auch dieses Gefühl, was ein Drink vermittelt.
Henriette Fee Grützner: Ich unternehme mit der Familie, wenn ich frei habe?
Luisa Fritsche: Also, wenn meine Familie kommt, dann haben die höchstwahrscheinlich auch ihren Hund dabei. Und ich habe ja auch einen kleinen Hund.
Henriette Fee Grützner: Ja, der kleine Bruno.
Luisa Fritsche: Der kleine Bruno, die Rakete. [lacht] Und dann gehen wir auf jeden Fall erst mal eine große Runde Gassi, damit die Hunde ankommen können. Am liebsten im Alaunpark. Das ist bei mir direkt um die Ecke. Ist eine schöne Größe einfach, ist nicht zu groß, nicht zu überlaufen. Aber trotzdem haben die Hunde da freien Lauf und du bist irgendwie ein bisschen im Grünen, könntest dann auch noch in die Heide runtergehen. Und es ist direkt gegenüber von unserem neuen Laden.
Luisa Fritsche: Ja, also auch in der Neustadt. Sehr schöner Park auf jeden Fall. Wenn es nicht bei mir zu Hause geht, schlafen Gäste gerne?
Luisa Fritsche: Im Suitess-Hotel in der Altstadt. Das ist das Hotel, zu dem das Gin House gehört. Da habe ich gearbeitet.
Henriette Fee Grützner: Direkt an der Frauenkirche. Mega.
Luisa Fritsche: Dirket an der Frauenkirche.
Henriette Fee Grützner: Sag noch mal ganz kurz, was macht das Hotel für dich besonders? I
Luisa Fritsche: Ich weiß halt einfach, wie es hinter den Kulissen abläuft. Ich weiß, dass jeder, der dort arbeitet, im Sinne der Gäste und auch im Sinne des Teams arbeitet. Es ist ein PRIVAT GEFÜHRTES Hotel, das heißt, es ist ein sehr angenehmes Miteinander. Und das, wenn sich das unter den Mitarbeitern so etabliert hat, dann überträgt sich das einfach automatisch auf die Gäste und man fühlt sich sehr wohl. Und es gibt ein sehr gutes Frühstück auf der schönsten Dachterrasse in Dresden. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Ah, auch wichtig übrigens, Katerfrühstück. ALso ein sehr guter Tipp. Bestes Katerfrühstück? Für alle, die morgens aufwachen und sagen: „Oh, das war eine schöne Nacht in Dresden, auch in der Neustadt.“ Wo geht man am besten dann hin am Morgen?
Luisa Fritsche: Also immer eine sichere Adresse ist auf jeden Fall das Urbian, am Albertplatz. Gibt es super leckeren Kaffee. Die haben immer einen Saft der Woche oder so, glaube ich. Und am liebsten esse ich dort die Turkish Eggs. Das sind so pochierte Eier auf Joghurt mit Kräutern.
Henriette Fee Grützner: Lecker.
Luisa Fritsche: Und dann ist da so Chiliöl, ein bisschen Honig drüber und ein leckeres Sauerteigbrot dazu. Super lecker. Ich war aber auch letztens im Culin, das hat neu aufgemacht im Bischofsweg. Gleich am Anfang gegenüber von der Schauburg.
Henriette Fee Grützner: Also, Culin ja auch in der Neustadt?
Luisa Fritsche: Genau, auch in der Neustadt. Da hatte ich so eine WAFFEL mit geräuchertem Lachs und Avocado. Ja, und die haben einen sehr guten MATCHA. [lacht] Den finde ich auch super wichtig. Genau, das wären so meine zwei Adressen.
Henriette Fee Grützner: Allen läuft jetzt das Wasser im Mund zusammen.
Luisa Fritsche: [lacht]
Henriette Fee Grützner: Genau, also sehr gute Tipps. Lass uns mal das Quiz auflösen. Wir haben ja gefragt am Anfang, Mojito, was ist eigentlich das Ursprungsland? Mexiko, Kuba oder Brasilien? Du weißt es, lös mal auf?
Luisa Fritsche: Es ist Kuba.
Henriette Fee Grützner: Es ist Kuba. Tatsächlich mit dem original kubanischen Rum.
Luisa Fritsche: Wichtig. Aber wenn du einen anderen oder … Da hast, nur, dann machst du dir auch einen Mojito damit. Funktioniert. [lacht]
Henriette Fee Grützner: Funktioniert. Also, Luisa, vielen, vielen Dank für das Gespräch. Ich werde jetzt auf jeden Fall noch mal den Cocktail, den du mir kreiert hast, trinken. Alle Infos zu dieser Folge natürlich [Musik] wie immer in unseren Shownotes und unter www.visit-dresden-elbland.de. Und wenn ihr … Das ist auch noch ganz spannend. Wenn ihr tatsächlich dann das nuke von Luisa besucht habt, dann kommentiert mal hier drunter, welcher Drink euer Favorit war. Danke Luisa.
Luisa Fritsche: Ja.
Henriette Fee Grützner: Und alles Gute für deine Bar, fürs nuke.
Luisa Fritsche: Danke, ciao.
Henriette Fee Grützner: Ja, also dann bis zum nächsten Mal bei NU GUCKE MA DA! .
In dieser Folge von „Nu gucke ma da!“, dem offiziellen Reisepodcast für Dresden Elbland, treffen wir Luisa Fritsche, die 2024 als „Beste Barkeeperin Deutschlands“ ausgezeichnet wurde.
Nach Stationen im legendären Gin House Dresden und im Hotel Taschenbergpalais Kempinski hat Luisa jetzt ihre eigene Bar eröffnet: das „nook – sips in a kitchen“ in der Dresdner Neustadt. Dort treffen Cocktailkunst, Kulinarik und Kreativität aufeinander. Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Im Gespräch mit Henriette Fee Grützner erzählt Luisa, was gute Drinks mit Sterneküche verbindet, wie Reisen und Kunst ihre Kreationen inspirieren und wo sie ihren perfekten Abend in Dresden verbringt – vom Opera Bar & Dining in der Altstadt über das Blue Note bis zum Luden.
Diese Episode ist ein Genuss für alle, die Dresden Elbland lieben bzw. entdecken wollen. Tauchen Sie ein in das Dresdner Nachtleben voller Geschmack, Musik und Lebensfreude.
Überall da, wo es Podcasts gibt:
Lesen Sie auch …
In dieser Episode treffen wir Richard Hoffmann, Concierge im traditionsreichen Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden. Mitten in der Altstadt sorgt er…
Geht es Ihnen auch manchmal so: Sie lesen ein Buch und möchten unbedingt am Ort des Geschehens Urlaub machen? Frank…
Tatort-Schauspielerin Cornelia Gröschel kennt Dresden wie ihre Westentasche – sie ist hier aufgewachsen und lebt wieder in ihrer Heimatstadt. In…