NU GUCKE MA DA! Sportverrückt in Dresden – Im Gespräch mit Olympiasieger Tom Liebscher-Lucz

Der Podcast, um Dresden Elbland zu erleben.

Dreifacher Olympia-Gold-Kanute Tom Liebscher-Lucz vor seinem Trainingszentrum in Dresden.
Dreifacher Olympia-Gold-Kanute Tom Liebscher-Lucz vor seinem Trainingszentrum in Dresden. Foto: Agentur Sender und Empfänger
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Transkript der Podcastfolge mit Kanute Tom Liebscher-Lucz

Tom Liebscher-Lucz: [Musik] Vor den Olympischen Spielen in Tokio waren wir in einem Trainingslager und sind da raften gewesen. Und dann bin ich aus dem Boot gefallen und irgendwie ganz unglücklich auf einen Stein, wo ich mir einen fünffachen Wirbelfortsatzbruch geholt habe und mich eigentlich nicht bewegen konnte. Aber es war klar, dass die Olympischen Spiele in neun Monaten stattfinden. Und dann muss man sagen, drei Tage vor dem olympischen Finale war ich topfit und dann, wir haben olympisches Gold geholt.

Henriette Fee Grützner: Unglaublich. Krass, aber sorry, das kann ich einfach nicht glauben. WIRBELSÄULENBRUCH und neun Monate später trotzdem Olympiagold, wie das möglich ist, genau darum geht es heute in der Folge von Nu gucke ma da. Ich bin Henriette Fee Grützner. Schön, dass du wieder mit dabei bist. Bevor es losgeht, abonniere auf jeden Fall noch schnell unseren Kanal, damit du ab jetzt keine Folge mehr verpasst. So, und jetzt springen wir rein. Ich freue mich RIESIG, dass er heute hier ist, dreimaliger Gold-Olympiasieger und damit einer der erfolgreichsten Sportler Deutschlands und auch noch gebürtiger Dresdner. Schön, dass du dir Zeit nimmst. Herzlich willkommen an den Kanuten Tom Liebscher-Lucz.

Tom Liebscher-Lucz: Hallo, danke für die Einladung.

Henriette Fee Grützner: Ja, also wirklich, äh ich habe es gerade schon gesagt, einer der erfolgreichsten Sportler Deutschlands. Ich zähle einfach mal ein paar Erfolge auf. Siebenmal Weltmeister, siebenmal Europameister, zwölf Weltcupsiege, neunzehnmal Deutscher Meister und natürlich, dann haben wir ja schon gesagt, dreimal Olympiasieger. Also Wahnsinn. Ich frage das gleich mal zu Anfang, deine ganzen Medaillen, Trophäen, wo sind die? Ist da überhaupt noch Platz? Hast du so ein Brett oder stehen die in der Küche? Oder wie machst du das?

Tom Liebscher-Lucz: Nein, die sind tatsächlich gerade alle so in der Kiste. Vom letzten Umzug, habe ich dann nicht mehr ausgepackt. Aber es ist umso schöner, mit meiner kleinen großen Tochter, quasi, öffne ich manchmal die Kiste und dann erzählen wir uns Geschichten über die einzelnen Medaillen und sie packt die gerne aus. Das ist super schön und ein schönes Erlebnis, aber so, dass man die sich jetzt jeden Tag anguckt und dass sie jetzt irgendwo hängen … Das war früher mit den ersten, die hängen noch so an dem Paddel in meinem alten Kinderzimmer, bei meinen Eltern. Das ist noch super schön. Aber jetzt, mittlerweile sind so die Erinnerungen und der tägliche Antrieb, oder auch der Genugtuung, wenn Pläne aufgehen von der ganzen Saison oder vom Training … Sind viel MEHR WERT, als sich die Medaille da direkt ins Wohnzimmer oder in die Küche zu hängen oder hängen zu müssen.

Henriette Fee Grützner: Über deinen ganzen Weg, wie du das geschafft hast, reden wir sowieso gleich noch. Lass uns erst mal darüber reden, wo wir gerade sind. Vielleicht hört ihr es auch schon im Hintergrund. Die Vögel zwitschern. Hier fährt auch immer mal ein Radfahrer vorbei. Gerade gab es auch einen Skater, der uns zugewunken hat. Wir sind nämlich direkt an der Elbe. Wir sind im Trainingszentrum Sportzentrum Blasewitz. Hier trainierst du. Blasewitz, für alle, die es nicht kennen, das ist sozusagen so ein bisschen das Villenviertel auch, hier in Dresden. Und wir sind wirklich, wundervoll, direkt an der Elbe. Die Sonne scheint, man hat das Gefühl, ganz Dresden ist draußen und an der Elbe unterwegs. Deswegen wird es auch vielleicht im Hintergrund immer mal ein bisschen laut werden. Und das ist quasi dein Arbeitsplatz.

Tom Liebscher-Lucz: Genau. Ich sage immer, es ist das schönste Bootshaus Deutschlands. Vielleicht könnte man die Elbe noch anstauen zu einem See. Das hätte ja fast letztes Jahr, muss man leider sagen, geklappt, mit der Carolabrücke. Und wie gesagt, das Gewässer ist fließend, aber sonst, die Trainingsbedingungen, die wir hier haben, sind einmalig. Der Ausblick, der manchmal auch notwendig ist, um einfach den Kopf frei zu bekommen und dann noch mal Energie fürs Training zu sammeln, der ist ATEMBERAUBEND und ich komme gerne immer hier zurück und sammle Energie für die Aufgaben, die einfach in Trainingslagern überall in der Welt, oder auch in wichtigen Wettkämpfen … Die ich brauche. Und das ist einfach super schön, immer hierher zu kommen und zu trainieren.

Henriette Fee Grützner: Apropos Training, du hast schon trainiert heute Morgen, ne? Ich bin gerade quasi erst aufgestanden. Du bist schon mit der ersten Trainingseinheit durch. Wie sieht so ein Tag aus?

Tom Liebscher-Lucz: Ich habe auch schon meine Tochter in die Kita geschafft. Denn wir stehen morgens als Familie gemeinsam auf, machen Frühstück. Dann bringe ich meine Tochter mittlerweile in die Kita. Danach gehe ich zum Training. Um neun vielleicht noch eine zweite Einheit, je nach Trainingsplan, und dann ist Mittagessen, Termine und noch mal Nachmittagstraining. Genau, bevor es dann wieder … Das Ritual mit Abendessen und ins Bett gehen kommt. Ja, das ist so die tägliche Arbeit, sage ich mal. Ich habe das Glück gehabt, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Das haben sehr viele versucht, haben mit mir angefangen und ich habe es aber geschafft, irgendwie jährlich oder jedes Jahr Erfolg mit NACH HAUSE ZU BRINGEN und jetzt immer noch Kanu machen zu dürfen. Und mein Körper hat mich nie im Stich gelassen, Ich bin immer gesund geblieben. Und das waren, glaube ich, sehr, sehr wichtige Erfolgsfaktoren. Und natürlich die Förderer, Sponsoren, das ganze Umfeld, die mir auch diesen Erfolg möglich machen und die mir diese Rückendeckung auch geben, dann diese Leistungen zu zeigen.

Henriette Fee Grützner: Ist toll, wie bodenständig du geblieben bist, trotz dieses Erfolgs, den du ja durchaus hast. Lass uns noch mal über die Elbe sprechen. Ich gucke gerade rauf. Du sitzt mit dem Rücken zur Elbe. Einfach wundervoll. Wie oft bist du auf der Elbe? Jeden Tag?

Tom Liebscher-Lucz: Also, ich kann auch mit dem Rücken zur Elbe sitzen. Ich kenne sie quasi auswendig. Ich weiß bloß gerade nicht den Wasserstand. Das kann ich dir nicht genau sagen. Aber sonst bin ich täglich ein bis dreimal auf der Elbe, wenn ich zu Hause bin. Wir sind ungefähr ein Drittel des Jahres unterwegs in Trainingslagern und den Rest quasi hier zu Hause. Auf der Elbe, am blauen Wunder trainiere ich täglich. Nicht nur bei so einem schönen Sonnenschein und keinem Wind, sondern auch mal bei richtig starkem Wind, oder Schneeregen, oder minus einem Grad. Das hält uns nicht davon ab. Oder auch fünf Meter Wasserstand, bis da dürfen wir paddeln. Ja, das sind dann alles keine Ausreden. Die Gegner trainieren auch irgendwo anders auf der Welt. Deswegen, ja, nutzen wir da jede Sekunde, jede Minute, aber auch jede Temperatur fürs Training, um besser zu werden.

Henriette Fee Grützner: Und wenn du mal so zurück denkst, du bist ja gebürtiger Dresdner, deine erste Kindheitserinnerung, Elbe auf dem Boot oder Kanu, hast du da eine?

Tom Liebscher-Lucz: Oh, da hatte ich GAR KEINE LUST. [lacht] Also, es war immer so, dass ich beim Training von meiner Schwester dabei war. Und dann kam der Trainer mal an und hat dann gefragt … Weil ich im Auto sitzen geblieben bin, hat der gefragt: „Mensch, kannst du schon schwimmen? Und willst du nicht auch mal ausprobieren, das Paddeln?“ Und ich so: „Ach nee, eigentlich keine Lust.“ Und dann wollte ich aber als kleiner Bruder immer auf die Sportschule. Und auf der Sportschule, wo meine Schwester auch war, musst du ja einen Sport machen. Und dann habe ich mir gedacht: „Komm, dann probierst du jetzt mal mit dem Kanu.“ Habe das dann probiert, bin auf die Sportschule gegangen und im Nachhinein ist das nicht so eine schlechte Entscheidung gewesen. Aber es gab tatsächlich auch am Anfang Trainings, wo dann hier zwei, drei Dampfer in dieser halben Stunde vorbeikamen und ich mich eigentlich die ganze Zeit am Steg festgehalten habe und nie weg wollte. Weil man am Anfang auch schon das eine oder andere Mal reinfällt. Aber da war ich schon auch teilweise ein Schisser und wollte halt nicht ablegen und nicht paddeln, also …

Henriette Fee Grützner: Was war so … Als du auf der Elbe unterwegs warst, trainiert hast, was war einer der schönsten Momente, die dir im Gedächtnis geblieben sind?

Tom Liebscher-Lucz: Ah, mein SCHÖNSTER MOMENT, oder, wo ich mich oft daran erinnere, war zwar sportlich für die deutsche Fußballnationalmannschaft nicht so erfolgreich, aber 2018 zur Weltmeisterschaft bin ich genau als die Nationalhymne gespielt wurde, unter dem blauen Wunder durchgefahren. Und Körnergarten und Schillergarten hatten zweimal Public Viewing und dann kam quasi die Nationalhymne, so ganz laut gespielt und ich …

Henriette Fee Grützner: Von beiden Seiten?

Tom Liebscher-Lucz: Von beiden Seiten. Und ich bin dann drunter durch gepaddelt und dachte mir so: „Das ist der Moment fürs Leben, wo für dich die Nationalhymne beim Training gespielt wird.“ War natürlich nicht für mich, aber ich habe so reklamiert und das war schon so ein Moment, da kriegst du Gänsehaut, obwohl es eigentlich gar nichts mit dir zu tun hat.

Henriette Fee Grützner: Dresden hatte schon immer eine ganz starke Infrastruktur für Sport. 2024, also letztes Jahr, komplett umgebaut das multifunktionale Heinz-Steyer-Stadion, ne, hat wieder eröffnet. Internationale Leichtathletikwettkämpfe finden da statt. Ich weiß nicht, ob du da gerne hingehst, American Football, ist das so dein Ding?

Tom Liebscher-Lucz: Ich bin gerne bei anderen Sportarten. Und ich schaue mir immer an, so, wie die Leistungen sind, wie das Teamgefüge funktioniert, wie die Sportler das einfach machen. Oder halt Freizeit einfach, Ausgleich. Eben jetzt auch mit den Kindern. Handball, Football, Volleyball. In dem Leichtathletikstadion war ich schon zum Sommerbiathlon, eine SUPERTOLLE VERANSTALTUNG. Deswegen freue ich mich, wenn einfach noch so ein Faktor dazukommt. Und ich finde es toll, wenn wir Sportveranstaltungen stattfinden lassen.

Henriette Fee Grützner: Wie gesagt, American Football, die Dresden Monarchs. Dann gibt es auch den Lauftreff der Laufszene. Einmal im Monat kann man abends auf der Laufbahn mit Musik und Licht laufen. Hast du da schon mal mitgemacht?

Tom Liebscher-Lucz: Da habe ich noch nicht mitgemacht. Aber ich finde, Dresden ist SPORTVERRÜCKT.

Henriette Fee Grützner: Absolut.

Tom Liebscher-Lucz: Wir haben sehr viele Veranstaltungen, wir haben, ja, sehr viele erfolgreiche Vereine, aber wir haben auch sehr viele sportverrückte Menschen in der Stadt. Und das finde ich einfach so cool und freue ich mich, dass ich da einen Teil dazu beitragen kann und vielleicht ein bisschen repräsentativ wirken kann. Und schaue mir gerne auch in meiner Freizeit Sport an, oder ich nehme auch gerne an solchen Volksläufen teil oder an Sportveranstaltungen. Aber zum Beispiel Sommerbiathlon, was jetzt neu dazugekommen ist, auch in dem neuen Stadion, das finde ich TOLL, weil das einfach die Stadt repräsentiert und zeigt, was wir nicht nur sportlich, sondern auch kulturell und menschlich einfach in der Stadt für ein Potenzial haben. Und das müssen wir zeigen. Und das ist einfach unsere Aufgabe, auch als Sportler da voranzugehen. Und da bin ich MÄCHTIG STOLZ, auch als Dresdner einfach, nicht nur als Sportler.

Henriette Fee Grützner: Was ist denn dein Tipp? Also wenn jetzt jemand nach Dresden kommt und der hat Lust, sich auch sportlich zu betätigen, was würdest du sagen, wo kann man das am besten machen? Wie kann man das am besten machen?

Tom Liebscher-Lucz: Ich finde, in und um Dresden Sport treiben kannst du eigentlich überall. Die Elbwiesen oder der Elbradweg zum Fahrradfahren, zum Joggen, zum Spazieren. Dann ganz viele Sportaktivitäten, im Ostrapark gibt es, glaube ich, viele Möglichkeiten, auch für die Öffentlichkeit. Oder du fährst schnell in die Sächsische Schweiz zum Klettern oder schaust einfach mal rein, was es so für Veranstaltungen gibt. Also da haben wir so viel Potenzial oder viele Veranstaltungen, da muss man einfach vorher mal nachgucken. Und mittlerweile haben wir da, glaube ich, fast jeden Tag viele tolle Sachen, von denen ich aber auch gar nicht so viel weiß. Oder Mountainbiken zum Beispiel, in, in der Heide ist noch gar nicht so lange her, dass ich das selbst mal gemacht habe. Ist super entspannt, super schön. Oder auch Wandern, kommst du relativ schnell aus dem Stadtzentrum eigentlich in ganz RUHIGE WÄLDER und kannst dich dort richtig der Natur hingeben.

Henriette Fee Grützner: Du hast ja gerade schon gesagt, auf die Elbe gehst du eigentlich bei jedem Wetter. Aber wenn es jetzt wirklich so richtig Winter ist, die Elbe ist vereist. Du kannst nicht auf die Elbe. Und das ist jetzt ein kleines Quiz, da könnt ihr gerne mal miträtseln und am Ende der Folge werden wir es auflösen. Was machen Kanuten denn im Winter? A, Trainingspause, B, Skilanglauf oder C, Schwimmen in der Halle? Unter anderem muss man natürlich dazu sagen, ne? Ihr habt ja auch noch hier Trainingsräume, wo ihr reingeht und trainiert, ne? Was machst du da alles sonst?

Tom Liebscher-Lucz: Also ich könnte noch D, im Bett liegen bleiben.

Henriette Fee Grützner: [lacht] Okay, nehmen wir mit rein. Also, A, Trainingspause, B, Skilanglauf, C, Schwimmen in der Halle oder D, einfach im Bett liegen bleiben. Genau, lösen wir nachher auf. Aber was machst du sonst noch an Training? Außer natürlich auf der Elbe Kanufahren.

Tom Liebscher-Lucz: Im Winter haben wir noch viele Ausgleichssportarten. Also wir machen viel im Kraftraum, wir spielen auch mal in der Ballsporthalle. Wir sind in unserer Höhenkammer. Dort simulieren wir quasi HÖHE und treiben jede Art von Sport. Also Radfahren, auch auf dem Kanu-Ergometer oder einfach Dehnungen oder Laufen. Was machen wir noch? Wir …

Henriette Fee Grützner: Ah, jetzt gerade … Bloß mal ganz kurz. Entschuldige, dass ich dich unterbreche, aber jetzt kommt hier wirklich so ein ganz klassischer Dampfer vorbeigefahren. Ich weiß nicht, ob man es hört auf der Aufnahme. Das ist natürlich toll.

Tom Liebscher-Lucz: Ja, das sind die Momente, die auch einfach, als wir so kleiner waren … Die Dampfer sind ja nicht ganz so schnell, aber die waren dankbar, weil dann konnte man sich nach der Hälfte der Einheit auf den Dampfer setzen und hatte ein Taxi zurück.

Henriette Fee Grützner: [lacht] Sehr gut.

Tom Liebscher-Lucz: Jetzt sind sie leider zu langsam. Ja, das ist Heimat und das gehört dazu. Klar, danach hast du nicht so perfekte Bedingungen, aber das ist immer so auch noch mal so ein Teil der Schönheit, eigentlich, die dieser Standort ausmacht.

Henriette Fee Grützner: Ich habe dich unterbrochen. Du hast gesagt, ihr trainiert. Ihr habt hier einen Raum. Ich habe mir den gerade schon angeguckt, da sind Laufbänder drinnen. Da ist natürlich Boden, wo ihr auch, wahrscheinlich, Übungen machen könnt. Also ihr habt einen richtigen Kraftraum, wo dann eben auch trainiert wird, mehrfach?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, genau. Wir haben einmal den Kraftraum, wo ganz viele Kraftgeräte sind. Aber wir haben auch diese Höhenkammer, das sind drei Büroräume, umgebaut. Da sind Laufbänder drinnen, Fahrrad-Ergometer, aber auch Paddel-Ergometer oder halt Matten für Gymnastik, für Körperübungen. Diese Höhenkammer können wir bis auf, glaube ich, fünftausend Meter hoch simulieren. Das Luft-Sauerstoff-Gemisch quasi verändern, das wir dann simuliert, quasi, ganz schnell hoch ins Gebirge gefahren sind, einfach durch die Tür gegangen und dort unsere Leistungsfähigkeit, sagen wir, mit den roten Blutkörperchen ein bisschen noch anzupassen. Das ist schön, dass wir jetzt dieses Trainingsmittel auch haben. Ich nutze es SEHR GERNE, aber man muss es regelmäßig nutzen. Und das ist auch so ein Ausgleich im Winter, den wir dann, wenn es ganz kalt ist oder sehr schlechte Bedingungen sind, auch nutzen.

Henriette Fee Grützner: Wir haben ja gerade schon mal reingehört in dein Leben, wie du zum Kanusport gekommen bist. Und trotzdem war am Anfang für dich ja noch gar nicht klar, dass du mal, [lacht] ich meine, dreifacher Olympiasieger wirst. Trotzdem noch mal ganz kurz zurück. Du hast angefangen … Deine Schwester hat das auch gemacht. Dann hast du so ein bisschen gesagt: „Ich will das auch machen, meine Schwester macht das.“ Und wie ist es dann weitergegangen? Du warst auf der Sportschule?

Tom Liebscher-Lucz: Genau. Ich war auf der Sportschule. Das ist ein sehr großes Pfund, was … Ich glaube, nicht nur für den Dresdner Sport, sondern auch für den Breitensport … Sondern auch für den Leistungssport in Dresden. Oder auch allgemein diese Sportschulen in Deutschland. Wir in Dresden haben eine und dort kannst du dann quasi, wenn du dich entscheidest, deinen Sport ein bisschen professioneller zu machen, ab der fünften Klasse auf diese Schule gehen und hast halt ein, zwei Trainingseinheiten dann mehr statt vielleicht die AG in Musik oder Kunst oder was auch immer. Oder trainierst halt zweimal die Woche auch früh statt zwei Unterrichtsstunden. Und es wird ein bisschen bei den Hausaufgaben geguckt, wie viel du hast und dass du nachmittags noch mal zum Training gehen kannst. Und so sukzessive mit den Jahren wurde das dann gesteigert, das Trainingspensum, aber auch die Intensität, sodass ich da eigentlich gar nicht sagen kann, ab wann dann eigentlich dieser Punkt war, okay, jetzt ist es Leistungssport, jetzt ist es nicht mehr nur Ambitionierter Hobbysport in der fünften und sechsten Klasse. Sondern jetzt ist es LEISTUNGSSPORT. Jetzt ist es … Jetzt wird es erfolgreich. Jetzt hat man sich das erste Mal für die Junioren-Nationalmannschaft qualifiziert. Und so ging das Schritt für Schritt. Jetzt möchte man eine Medaille holen. Jetzt hat man auch mal verloren und möchte nächstes Jahr dann unbedingt die Medaille holen. Und so ging das peu à peu dann zur Nationalmannschaft, zur A-Nationalmannschaft, zu der ersten Weltmeisterschaft, zu den ersten Olympischen Spielen. Und dann eigentlich Jahr für Jahr neue Ziele gesetzt. Weil es auch nicht immer bergauf ging. Also am Ende der Saison war es immer gut. Zwischendurch hatten wir schon unsere Höhen und Tiefen.

Henriette Fee Grützner: Lass uns doch da mal drüber reden. Weil es klingt sonst immer so, ach ja, ich bin da hingekommen, so als Sportler und dann, zack, ging es ganz nach oben und jetzt habe ich dreimal eine Olympiamedaille. Aber so ist es ja nicht. Das höre ich gerade raus von dem, was du erzählst, dass es eben auch so Tiefpunkte gab, wo man gedacht hat: „Oh Mann, eigentlich“, vielleicht du nicht, aber … „Möchte man jetzt aufhören.“ Aber dann genau diesen einen Schritt mehr zu machen, kannst du uns da mal so einen Moment erzählen, wo so eine Herausforderung war? Wo du gesagt hast, eigentlich … Hier geht es gerade nicht weiter. Und dann eben doch noch mal sich zu steigern.

Tom Liebscher-Lucz: In meiner Karriere war ich eigentlich … Vom Verletzungspech bin ich sehr VERSCHONT GEBLIEBEN, muss ich sagen. Ich glaube, ohne dem wäre es auch nicht gegangen. Also da steht mein Körper ganz gut hinter mir, hinter diesen ganzen Quälereien. Aber vor den Olympischen Spielen in Tokio habe ich mir … Die waren ja dann … 2021 haben die stattgefunden. 2020 im Herbst waren wir in einem Trainingslager und sind da raftem gewesen. Und da bin ich aus dem Boot gefallen und irgendwie ganz unglücklich auf einen Stein, wo ich mir einen fünffachen Wirbelfortsatzbruch geholt habe und mich eigentlich nicht bewegen konnte und dann mir mit einer Grillzange meine Unterhose die erste Woche angezogen habe. Aber es war klar, dass die Olympischen Spiele in neun Monaten stattfinden.

Henriette Fee Grützner: Aber da hat dir doch der Arzt bestimmt gesagt, wird nichts?

Tom Liebscher-Lucz: Am Anfang dachte ich auch so: „Ah, es wird schon schwierig.“ Und dann habe ich aber mich relativ schnell selbst entlassen, nach einem Tag gesagt: „Ich möchte nach Hause, ich möchte in mein Umfeld. Da weiß ich, dass die mich unterstützen und mir vielleicht auch nicht immer die Wahrheit sagen, sondern mir einfach den Wahnsinn des Traums der Teilnahme an den Olympischen Spielen nicht nehmen werden.“ Ich bin zu dem Arzt gegangen und sage: „Ah, ich kann mich eigentlich nicht bewegen, mein Rücken ist, glaube ich kaputt, aber ich würde gerne in neun Monaten da starten. Wie sieht es aus? Ist das medizinisch möglich?“ Ich habe nicht ganz mit ihm das ausgewertet. Vielleicht hat er nur zu 50 Prozent daran gedacht, Aber er hat gesagt: „Alles klar, das ist möglich. Wir kriegen das hin.“ Und das war so der Startschuss für die Reha, für die vielen schweren Schritte, die dann gegangen werden mussten. Und dann muss man sagen, drei Tage vor dem olympischen Finale war ich topfit. Und dann, wir haben olympisches Gold geholt, auch dank meiner Teamkameraden, die ganz am Anfang gesagt haben: „Wir wollen mit dir im Boot sitzen und wir wissen, dass du das schaffst.“ Das war das große Vertrauen, was nicht nur der Teamkameraden war, sondern auch dem ganzen Team. Wo ich wusste, einfach, das funktioniert NUR SO und nicht anders. Und diesen Weg bin ich gegangen. Aber der war auch nicht ganz einfach.

Henriette Fee Grützner: Krass. Wollte ich gerade sagen, das ist ja UNGLAUBLICH. Gebrochener Rücken und neun Monate später holst du Gold, zusammen mit deinem Team Olympia. Du musst doch unglaubliche Schmerzen gehabt haben, morgens aufgewacht sein und gedacht haben: „Eigentlich habe ich gar keine Kraft“, oder so und du hast es einfach trotzdem durchgezogen?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, es gab immer Momente, wo man vielleicht dachte: „Ach, wird das jetzt was? Das ist irgendwie eine ganz schöne Quälerei. Die Anderen sind schon viel schneller und man selber, man dümpelt da irgendwie noch hinten, oder kann sich gar nicht bewegen. Aber ich habe versucht, das Ziel einfach ein bisschen kleiner zu unterteilen. Woche für Woche mir dann Ziele zu setzen, die ich auch erreiche. Mich dann mental vielleicht ein bisschen von dem ganz großen Ziel, Olympische Spiele und dann Gold, ein bisschen abzuschirmen. Und das hat schon gut funktioniert. Aber es waren auch schwere Momente dabei, auf jeden Fall. Immer wieder Rückschläge, wo ich eigentlich dachte, ich bin schon weiter. Aber irgendwie war es dann doch nicht so. Ja, aber ohne Unterstützung, ohne dem Umfeld wäre es auch nicht gegangen.

Henriette Fee Grützner: Für alle, die jetzt natürlich weit entfernt sind vom Leistungssport, sondern sagen: „Ich will eigentlich nur ein bisschen Sport machen in Dresden oder einfach Dresden zu Wasser oder zu Fuß erobern“, es gibt ja, du hast es schon gesagt, unglaublich viel, was man machen kann. Um ein paar Sachen aufzuzählen, auf jeden Fall ohne Leistungsdruck ist Radfahren am Elberadweg. Sehen wir hier permanent, fahren die Radfahrer an uns vorbei und haben einfach ganz viel Spaß. Kann man rausfahren bis nach Meißen. Skaten im Skatepark Lingnerallee mitten in der Altstadt. Habe ich auch schon gemacht, da habe ich Inlineskaten gelernt. Total toll, wirklich super auch gerade Richtung Sonnenuntergang. Dann kommen auch die ganzen Skater. Das ist also wirklich … Neben dem Hygienemuseum. Das ist sehr schön. Oder, was auch super schön ist, Genusswandern im Elbland, raus Richtung Schloss Moritzburg. Auch einfach traumhaft, oder?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, es gibt so viele Möglichkeiten. Für jedermann ist was dabei. Und wie gesagt, wenn man sich da richtig informiert, dann findest du einfach was was toll ist. Auch selbst, wenn es dir nicht liegt, probier es einfach aus. Und da haben wir so ein UNGLAUBLICHES Potenzial. Worauf ich immer wieder stolz bin, einfach da Dresdner zu sein und das eigentlich jeden Tag irgendwie da zu leben, oder mir auch aussuchen zu können, was ich heute für eine sportliche Aktivität machen möchte. Oder einfach mal nur wandern gehen, oder sich dahin treiben lassen, oder in die Stadt zu setzen. Oder beides zu kombinieren, Freunde einzuladen und denen das zu zeigen. Das ist auch mir immer … Das ist fast DAS BESTE, irgendwie so.

Henriette Fee Grützner: Und was sagen die dann? Wenn die das erste Mal in Dresden sind, oder Dresdener Elbland und die sehen das. Was ist der erste Eindruck? Was sagen die?

Tom Liebscher-Lucz: Die sind immer völlig überwältigt. Die sagen immer: „Mensch, also ich hätte nicht gedacht, dass es bei euch so schön ist.“ Und das ist das größte Kompliment für mich, der hier auch lebt und der aber auch viel unterwegs ist. Für mich ist das immer das größte Genugtuung da, so ein Kompliment und … Aber auch ich entdecke täglich neue Ecken. Das ist einfach schön.

Henriette Fee Grützner: Ja, absolut. Lass uns mal über ein Highlight reden und zwar die Finals 2025, vom 31. Juli bis 3. August. Man kann eigentlich sagen, ganz Dresden wird eine Sportarena. Vielleicht noch mal für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben. Also, da sind Meisterschaften im Breaking, im Speedklettern. Dann dieses 3×3-Basketball, bin ich ein Riesenfan seit Olympia. Das hat mich total gekriegt. Was wirst du dir anschauen und wo sehen wir dich?

Tom Liebscher-Lucz: Für mich persönlich wird das ein sehr besonderer Moment. Das wird das erste Mal nach 20 Jahren sein, dass ich wieder einen Wettkampf in Dresden habe. Am 1. und 2. August sind wir Kanuten dran, in der Hafencity in Dresden, also auch relativ zentrumsnah. Und da seid ihr alle HERZLICH EINGELADEN, um da zuzugucken bei den Kanuwettkämpfen. Und wie gesagt, wir haben ganz am Anfang gemerkt, wer sich es noch gemerkt hat, ich habe 19 deutsche Meistertitel. Ich würde gerne hier meinen 20. Deutschen Meistertitel in Dresden, meiner Heimatstadt, feiern.

Henriette Fee Grützner: Wir drücken die Daumen. [lacht]

Tom Liebscher-Lucz: Und das ist so was Besonderes. Und noch vor meinem Geburtstag. Ich habe am 3. August Geburtstag. Das sind so viele Dinge, die sich da vereinen, wo ich mich schon sehr darauf freue, dass sich Dresden beworben hat, den Zuschlag für diese Deutschen Meisterschaften bekommen hat. Und dass einfach für jedermann diese Sportarten gezeigt werden, 3×3-Basketball direkt an der Frauenkirche, und Klettern auch. Und, wie gesagt, da bekommt Sport eine Bühne. Und nicht nur sportlich, sondern auch marketingtechnisch für die Stadt einfach unglaublich WERTVOLL. Und ich hoffe, dass nicht ganz so viele im Sommerurlaub sind und sich da diese VIELFÄLTIGEN Sportarten anschauen.

Henriette Fee Grützner: Ja, im besten Fall natürlich ihren Sommerurlaub nach Dresden, Elbland legen. Bogensportwettbewerb auf dem Theaterplatz. Stelle ich mir auch total cool vor, so mitten in der Stadt. Leichtathletik haben wir schon gesagt. Turnen, Badminton, Fechten. Also viele Titelwettkämpfe sind übrigens auch kostenlos. Also ohne Eintrittskarte kann man sich das anschauen. Wo wirst du hingehen?

Tom Liebscher-Lucz: Ich werde mich erst mal auf meine Kanuwettkämpfe fokussieren. Aber dann versuche ich eigentlich schon noch mal in das Leichtathletikstadion zu kommen. Und, eigentlich, mein Ziel ist es, an der Frauenkirche da Klettern oder 3×3-Basketball zu sehen, weil das so das Herz der Stadt ist. Und wir haben in Paris 2024 gesehen, was es ausmacht, wenn Sportstätten an solchen historischen Orten oder einfach an so schönen Orten stattfinden. Was das für EINEN ausmacht, nicht nur als Sportler, sondern als Zuschauer. Man spürt, wie besonders das ist. Und diese Atmosphäre, die möchte ich auch hier zu Hause in meiner Heimatstadt einfach genießen können.

Henriette Fee Grützner: Nur wenige Tage später ist dann Dresden Gastgeberstadt für die World Transplant Games 2025, vom 17. bis vier und 20. August. Das ist also internationale Multisportveranstaltung für Menschen mit Organtransplantationen. Wirst du da auch zuschauen?

Tom Liebscher-Lucz: Also, ich werde es mir von der Ferne aus anschauen, weil ich hoffe, dass ich mich für die Weltmeisterschaft qualifiziert habe, die, glaube ich, am gleichen Wochenende stattfindet. Da werde ich hoffentlich in Mailand sein, in Italien, um wieder um MEDAILLEN mitfahren. Das Ziel ist natürlich Gold, wenn ich antrete. Ja. Deswegen hoffe ich aber trotzdem auf eine gute Veranstaltung da auch, für die World Transparent Games und freue mich, wenn auch viele Dresdner da zu schauen. Weil ich habe schon gehört, dass es sehr inspirierend ist, dass nicht nur Sport im Vordergrund steht, sondern halt einfach der Umgang miteinander und einfach, wie normale Probleme des Alltags so in den Hintergrund gelangen und man sich einfach freut, dass man sich trifft, sich bewegt, sich irgendwie misst und es, klar, einen gibt, der gewinnt aber auch alle anderen irgendwie zusammen dann challengt. Und das mit Menschen aus der GANZEN WELT. Unglaublich spannende Geschichte, deswegen, ich denke schon, ein, ein Muss, wenn man in Dresden ist und wenn man da noch nichts vor hat.

Henriette Fee Grützner: Wo du jetzt gerade davon gesprochen hast, dass du zur WM fährst, da habe ich so gemerkt, da hast du gar keinen Zweifel, ne? Wenn ich da antrete, dann Gold. Wie ist das? Kurz bevor es losgeht, hast du ein Ritual oder gibt es einen bestimmten Satz, den du dir sagst, um dich sozusagen voll zu fokussieren?

Tom Liebscher-Lucz: Kurz vor dem Wettkampf an sich habe ich kleinere Rituale, die ich auch manchmal verändere, weil ich Sachen vergesse. Für mich ist aber so zwei, drei Wochen vorher eher so das Ritual, richtig gut zu trainieren, mir da ein sehr gutes Gefühl zu holen, sodass ich dann bei der WM antrete und weiß, alles klar, wenn ich mich jetzt ins Boot setze, muss ich eine normale Leistung bringen. Und dann funktioniert das. Und da hole ich mir das Selbstvertrauen. Und das ist so mein Ritual, ja, worauf ich mich schon wieder freue. Und das ist aber auch dann der Leistungssportler in mir. Also, wenn ich da irgendwie zu einer WM oder zu so einem Wettkampfhöhepunkt, Jahreshöhepunkt fahre, dann möchte ich da nicht nur dabei sein, sondern möchte ich da auch um die Medaillenentscheidungen mitfahren.

Henriette Fee Grützner: Wenn du mit dem Finger schnipsen könntest, eine Person, ob tot oder lebendig, mit wem würdest du gerne mal über die Elbe paddeln?

Tom Liebscher-Lucz: Natürlich mit meiner Frau.

Henriette Fee Grützner: Ja?

Tom Liebscher-Lucz: Ja.

Henriette Fee Grützner: Das ist ganz klar. Ihr seid glücklich verheiratet, habt zwei Kinder. [Bellen] Oh, jetzt sind hier gerade wieder Radfahrer mit Hund unterwegs. Das bringt mich auf ein Thema. Du hast nämlich auch einen Hund. Wenn ich dich jetzt fragen würde, was ist so dein Kraftort in Dresden, dann würdest du mir sagen, es ist?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, dann ist es zu Hause. [lacht]

Henriette Fee Grützner: Und zusammen mit Pommes … Heißt dein Hund?

Tom Liebscher-Lucz: Zu Hause mit der ganzen Familie. Ja, auch mit unserem Hund Pommes. Also ich würde das Boot einfach vergrößern. Ich würde so ein ganz großes Schlauchboot nehmen, wo die Kinder nicht reinfallen können, die Kinder, der Hund. Leider hat der Hund nicht immer Lust auf Wasser. Aber ja, diese Zeit mit der Familie gibt UNGLAUBLICH VIEL KRAFT.

Henriette Fee Grützner: Wie bist du denn auf den Namen Pommes gekommen?

Tom Liebscher-Lucz: Ich glaube, wir haben uns darüber unterhalten, was ist so ein guter Hundename und gehört, dass Hunde gut auf das S hören, im Namen, dass sie dann besser hören. Manchmal ist es so. Manchmal hören sie besser, manchmal nicht. Und da habe ich dann aus Spaß gesagt, na dann nennen wir sie Pommes. Dann hört sie hoffentlich besser.

Henriette Fee Grützner: Und? [lacht]

Tom Liebscher-Lucz: Ich würde sagen selektives Hören. Nee, aber sie ist schon gut erzogen. Und natürlich, jetzt als drittes Kind, sage ich mal, gerät sie manchmal in den Hintergrund. Aber sie macht das sehr gut. Sie ist ein Labrador, ein Familienmensch.

Henriette Fee Grützner: Ich wollte gerade fragen. Also, es ist ein Mädchen und ein Labrador?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, und äh lässt alles mit sich machen. Also wenn da die Große sich drauflegt und kuschelt, dann kuschelt sie da 20 Minuten mit, obwohl sie kaum noch Luft bekommt. Aber das ist unglaublich, zu sehen, wie die beiden agieren und wie da dieses Familienleben entsteht. Das gibt sehr viel Kraft und freut mich einfach, zu sehen, diese Augenblicke und Momente.

Henriette Fee Grützner: Also Dresden, Elbland mit Hund ist auch absolut fantastisch. Was würdest du Leuten, die mit Hund kommen, raten? Wo kann man am besten spazieren gehen? Wo gehst du mit Pommes Kraft tanken?

Tom Liebscher-Lucz: Ich gehe eher so in Richtung Heide spazieren. Das hängt so ein bisschen auch mit der Leinenpflicht ab. Ich glaube, auf den Elbwiesen ist Leinenpflicht. Ja, wer das mag, der kann das gerne machen. Da siehst du natürlich viel. Musst deinen Hund aber an der Leine haben, was völlig okay ist. Aber es gibt auch Regionen, wo du es halt nicht haben musst. Und wenn der Hund gut hört, dann kannst du lieber dahin gehen. Dann können beide ein bisschen frei voneinander spazieren gehen. Deswegen würde ich eher die Heide sagen. Ja.

Henriette Fee Grützner: Kommen wir zur Rubrik Der halbe Satz. Ich nenne dir einen Satzanfang und du kannst den beenden, wie auch immer du möchtest. Wenn Museum, dann?

Tom Liebscher-Lucz: Die Festung Xperience.

Henriette Fee Grützner: Auf der Brühlschen Terrasse?

Tom Liebscher-Lucz: Ja.Warum? Was gefällt dir?

Tom Liebscher-Lucz: Ich bin jetzt nicht ganz so der komplette Kulturmensch, also der sich vor ein Bild stellen kann und dann eine Stunde philosophiert, wie das gemalt wurde. Aber ich finde, dass da so die Geschichte animiert in 3D und ein bisschen mit interaktiven Komponenten … Da geht man mit seinem Kopfhörer durch und dann wird einem quasi wie so ein Hörbuch erzählt. [lautes Geräusch/Tuten] Und wenn man weitergeht, weil es zu langweilig wird, geht die Geschichte auch weiter. Super spannend und fand ich einfach das Beste.

Henriette Fee Grützner: Das ist der Dampfer. [lacht]

Tom Liebscher-Lucz: Ja.

Henriette Fee Grützner: Für all die … Es ist einfach so cool. Wir sind wirklich mitten an der Elbe. Sehr schön. Also Xperience ist einfach Action pur?

Tom Liebscher-Lucz: Also eher INTERAKTIV. Also für die, die jetzt da nicht komplett die Kunstmenschen sind, aber trotzdem was über die Geschichte erleben wollen, gehen da in die Festung Xperience. Aber es gibt die sogar auch noch im Zwinger. Gibt es gleich noch mal aufgebaut. Fand ich beide cool, Tipp von mir.

Henriette Fee Grützner: Genau. Tipp auch, 14. Juni ist ja Museumsnacht hier in Dresden und da ist die Festung Xperience auch dabei. Und das ist, glaube ich, auch noch mal ganz cool, wenn man da so abends hingeht, Brühlsche Terrasse, dann die Kopfhörer auf und dann kann man da so ein bisschen abtauchen. Das ist, glaube ich, ganz schön. Weiter geht es mit Lieblingscafé, hast du eins?

Tom Liebscher-Lucz: Das Café Nero auf dem Jagdweg 1.

Henriette Fee Grützner: Aha?

Tom Liebscher-Lucz: Ist am World Trade Center. Ein bisschen dahinter, finde ich ganz cool. Sie rösten die Bohnen selber und sehr guter Geschmack, finde ich.

Henriette Fee Grützner: Also, du trinkst gern Kaffee. Schwarz oder mit Milch?

Tom Liebscher-Lucz: Der Einfachheit halber schwarz, weil man dann unabhängiger von der Milch ist.

Henriette Fee Grützner: [lacht] Sehr gut. Ich unternehme mit der Familie, wenn ich frei habe?

Tom Liebscher-Lucz: Also, wenn wir ganz viel Zeit haben, dann gehen wir auch mal gerne in den Zoo. Das ist was für jedermann. Und da einfach mal so zu schauen, so wie die Tiere mal einfach da ihren, ihren Tag verleben. Und auch gerade mit kleinen Kindern ist das sehr spannend, da einfach zwei, drei, vier Stunden da alles Mögliche zu erleben, jede Tierart. Das ist für uns auch so eine Art Freizeit.

Henriette Fee Grützner: Genau, also der Zoo Dresden im Großen Garten, da kann man ja auch schön mit der Parkeisenbahn eine Tour machen und die hält ja dann auch direkt dort. Das, finde ich, ist auch sehr schön mit Kindern, Parkeisenbahn.

Tom Liebscher-Lucz: Ja, genau, also du hast da … Die Parkeisenbahn hast du dann auch noch. Da am See, am Carolaschlösschen kannst du auch noch an so einem kleinen See dann essen gehen.

Henriette Fee Grützner: Genau.

Tom Liebscher-Lucz: Also das ist alles so nah und trotzdem mitten in der Stadt. Ja, wie gesagt, im Zoo ganz spannend die Tiere. Da freuen sich die Kinder auch immer am meisten drauf.

Henriette Fee Grützner: Wenn du ein Tier wärst, welches wärst du?

Tom Liebscher-Lucz: Ich glaube, manchmal wäre ich so das Faultier, was dann da so rumhängt und ein bisschen langsamer alles angeht und /

Henriette Fee Grützner: Echt? [lacht] Sagte der dreifache Olympiasieger. Cool. Nee, aber weil du es gechillt angehst?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, schon. Also klar, auch strukturiert. Man kann ja das Faultier nicht richtig fragen. Das hat wahrscheinlich auch seinen Plan, aber in der eigenen Geschwindigkeit. Und wenn ich keinen Sport treibe, dann sammle ich gerne Energie. Ja, dann ist es wahrscheinlich schon eher so ein bisschen entspannter.

Henriette Fee Grützner: Mein Lieblingsort für einen Wein?

Tom Liebscher-Lucz: Für einen Wein braucht es immer auch einen guten Ausblick, deswegen würde ich den Luisenhof wählen.

Henriette Fee Grützner: Ja, und hat wirklich einen guten Ausblick. Heißt ja nicht umsonst der Balkon Dresdens. Da kann man übrigens auch schön mit Kindern hin, die haben so eine Spielecke für Kinder.

Tom Liebscher-Lucz: Ja.

Henriette Fee Grützner: Also, wenn man natürlich beim Weintrinken die Kinder dabei haben will. Aber das gefällt dir dort oben?

Tom Liebscher-Lucz: Ja, und du kannst auch noch mit der Standseilbahn hochfahren, von unten vom Körnerplatz. Und du hast diesen tollen Ausblick, was ich immer auch dann so bei Freizeitaktivitäten schätze. Wenn man dann dieses Glas Wein oder auch sei es dann das Mittagessen mit den Kindern mit Spielecke, den man dann genießen kann. Und dieses kombiniert … Freue ich mich.

Henriette Fee Grützner: Wer nach Dresden kommt, der sollte unbedingt?

Tom Liebscher-Lucz: Also, wer nach Dresden kommt, sollte unbedingt die Altstadt genießen oder einfach Sightseeing machen in der Stadt und sich tragen lassen. Wir haben so viele Möglichkeiten und einfach schauen, wo die Reise hingeht. Da haben wir sehr viel zu bieten und sich inspirieren lassen von dem Vibe der Stadt.

Henriette Fee Grützner: Tom, lass uns mal das Quiz auswerten, jetzt. Ich habe ja gefragt: „Was machen Kanuten im Winter, wenn die Elbe, in dem Fall jetzt bei dir die Elbe … Wenn man jetzt nicht wirklich aufs Wasser kann.“ Da hatten wir, A, die Trainingspause, B, Skilanglauf, C Schwimmen in der Halle oder D, einfach im Bett liegen bleiben. Löse mal auf, was ist es?

Tom Liebscher-Lucz: Wir gehen auch gerne mal Skilanglauf fahren.

Henriette Fee Grützner: Ja?

Tom Liebscher-Lucz: Ja.

Henriette Fee Grützner: Und was trainiert ihr dann? Was ist dann der Ausgleich quasi?

Tom Liebscher-Lucz: Normalerweise ist Skilanglauf ja schon auch Bein- und Armsportart, aber wir sind dann einfach Kanuten und fahren ein bisschen mehr aus den Armen. Ja, da trainieren wir quasi Arme oder auch die Ausdauer. Dass wir da zwei, drei Stunden auf den Skiern stehen, einmal früh, einmal Nachmittag. Da haben wir auch ein Skitrainingslager, einmal im Jahr. Und das wissen wenige, aber das ist auch mal so ein anderer Reiz, den wir einfach brauchen, um quasi auch den Kopf frei zu bekommen und wieder Lust aufs Paddeln zu bekommen.

Henriette Fee Grützner: Jetzt bist du ja wirklich gefühlt schon in der ganzen Welt gewesen, als Sportler. Wenn du jetzt so Dresden oder, ja, Dresden Elbland auch insgesamt so im weltweiten Vergleich siehst, wie siehst du Dresden dann?

Tom Liebscher-Lucz: Wir haben von allem etwas und davon nicht zu viel, sodass man das auch gerne an einem Wochenende entdecken kann. Und ich würde es schon sagen, so unter den Top Reisezielen sind wir, glaube ich, viel zu unterschätzt und können noch viel mehr machen. Und da würde ich schon sagen auch Top 10, Top 15 DER WELT, einfach. Würde ich mal ganz stolz rausgehen und sagen, so, das ist eigentlich der Platz, wo wir hingehören, auf der ganzen Welt.

Henriette Fee Grützner: Ich kann das nur unterschreiben. Jetzt gerade im Hintergrund … Du hast es nicht gesehen, aber hier ist gerade wirklich eine kleine Kohlmeise, die auch noch ganz malerisch, quasi, schräg hinter dir im Baum sitzt. Und dieser Blick auf die Elbe. Es ist wirklich malerisch. Es ist schön, es ist toll und ich freue mich sehr, dass du dir … Ich weiß, du hast viel zu tun. Dass du dir trotzdem die Zeit genommen hast, uns ein bisschen mitzunehmen in deine Welt, aber natürlich auch Tipps gegeben hast, die ich jetzt als nicht so ganz sportlicher Mensch gar nicht so habe. Wir drücken dir ganz doll die Daumen für alles, was du jetzt vorhast. Und nicht vergessen, bald sind ja dann die Finals. Da sehen wir dich. Wer kommen möchte, Dresden Elbland ist offen für jeden und hier gibt es für jeden was zu sehen und zu erleben. Hab vielen, vielen Dank.

Tom Liebscher-Lucz: Danke schön. Danke für die Einladung und danke für das tolle Gespräch.

Henriette Fee Grützner: Ja, und alle Infos zu dieser Folge wie immer in unseren Shownotes unter www.visit-dresden-elbland.de. Ja, und lasst uns sehr, sehr gerne ein Like da und abonniert unseren Kanal, um keine Folge mehr zu verpassen. Und wer noch mehr Tipps möchte, hört gerne mal in unsere Folge Dresden Elbland sportlich erleben rein. Von Stand up Paddeln auf der Elbe bis nachts skaten sind viele Inspirationen für euch dabei. Tschüss und bis zur nächsten Folge Nu gucke mal da. [Musik] [pause]


Dreifacher Olympia-Goldmedaillengewinner, gebürtiger Dresdner und dazu noch sympathisch – das ist Tom Liebscher-Lucz. Für unsere neue Podcast-Episode treffen wir den Kanuten direkt an der Elbe, in seinem Trainingszentrum, das er selbst als das „schönste Bootshaus Deutschlands“ bezeichnet. 

Tom spricht mit uns über seinen Weg zum Kanusport, über Gänsehautmomente auf dem Wasser, sportliche Highlights in Dresden und Umgebung und darüber, wie sehr ihn die FINALS 2025 Dresden begeistern. Denn bei diesem Großevent freut er sich ganz besonders, seiner Heimatstadt ein sportliches Gesicht geben zu können: leidenschaftlich, ehrgeizig, sportverrückt. 

Unser Podcast-Host, die Moderatorin und Schauspielerin Henriette Fee-Grützner, spricht mit ihm über private Momente, sportliche und genussvolle Aktivitäten im Dresden Elbland und über sein ambitioniertes Ziel für die Region. 

Ich hätte nicht gedacht, dass es bei euch so schön ist.


Wenn Tom diesen Satz hört, ist er besonders stolz. Seinen sportlichen Ehrgeiz überträgt er längst auf das Reiseziel Dresden Elbland. Sein Anspruch: die Region unter die Top 15 oder besser noch Top 10 der schönsten Reiseziele der Welt zu bringen. „Das ist der Platz, wo wir hingehören“, sagt er. 

Diese Podcast-Episode zeigt: Dresden Elbland ist nicht nur ein Ort für Kultur, Geschichte und Schönheit, sondern auch ein Magnet für Spitzen- und Breitensport. Dafür stehen Events wie die FINALS 2025 bzw. die World Transplant Games und Menschen wie Tom Liebscher-Lucz. 

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