Dresden Scheune: Kulturzentrum wieder geöffnet

Der legendäre Veranstaltungsort in der Neustadt ist komplett saniert

Zahlreiche Gäste feiern am Abend vor dem neu eröffneten Kulturzentrum Scheune in Dresden.
Nach fünfjähriger Sanierung endlich wieder zurück: Zahlreiche Gäste feierten die Eröffnung des Kulturzentrums Scheune. Foto: Peter Zuber

Ab sofort gibt es wieder das volle Programm: Festival, Konzerte, Lesungen und Clubnächte. Auch bekannte Formate kehren zurück.

Die Dresdner Neustadt bekommt ihren zentralen Ort für Konzert und Clubkultur zurück: Die Dresdner Scheune hat seit dem 18. September 2026 wieder ihre Türen geöffnet. Besucher und Gäste erwartet ab sofort ein breites Angebot von Konzerten und Partys bis hin zu Lesungen und Theater. Auch das Scheune-Café hat wieder regelmäßig geöffnet. Die Eröffnung wurde mit dem dreitägigen Festival „SCHEUNE IS BACK“ gefeiert.

Fünf Jahre lang war das Kulturzentrum aufgrund von Sanierung geschlossen. Das Gebäude wurde erweitert, barrierefrei umgebaut und mit neuen Veranstaltungsräumen ausgestattet.

Konzerte, Lesungen, Club

Musiker bei einer Jam-Session vor sitzendem Publikum im Kulturzentrum Scheune in Dresden.
Das Kulturzentrum bietet jetzt mehr Platz, auch für Jam-Sessions und experimentelle Formate, und ist barrierefrei zugänglich. Foto: Peter Zuber

Das Veranstaltungsprogramm zeigt, wie breit die Scheune künftig wieder aufgestellt ist. Am 3. Oktober wird bei „Dancing with Myself“ zu 70er-Disco, 80er-Hits und NDW getanzt. Zwei Tage später trifft beim experimentellen Konzertformat Feature Ring das Dresdner Ring Trio auf die österreichische Rapperin Spilif. Dazu kommen Lesungen und Diskussionsveranstaltungen. Damit ist die Scheune nach der langen Sanierungszeit nicht nur wieder Konzertclub, sondern erneut ein Kulturort für ganz unterschiedliche Formate.

Diese Scheune-Formate kommen regelmäßig wieder

Kehrt wieder in die Scheune zurück: Das Team der Lesebühne SAX Royal (v.l.n.r.): Max Rademann Michael Bittner, Gesine Schäfer und Roman Israel. Foto: Robby Klee
  • Betreutes Singen: Demian Kappenstein und Reentko Dirks laden seit 2017 zum gemeinsamen Singen von Popsongs ein. Die Texte werden projiziert, die Musikwünsche kommen aus dem Publikum. Das monatliche Format kehrt am 6. Oktober in die sanierte Scheune zurück, ein weiterer Termin folgt am 3. November.
  • scheune Slam: Der Poetry Slam gehört bereits seit 2005 zum Programm. Jeden Monat treffen bekannte Slam-Poeten auf Newcomer und Dresdner Local Heroes. Die nächsten Termine sind 8. Oktober, 5. November und 3. Dezember.
  • Sax Royal: Ebenfalls seit 2005 ist die Dresdner Lesebühne Sax Royal in der Scheune zu Hause. Nach ihrem Ausweichquartier in der GrooveStation kehrt sie nun zurück. Einmal im Monat präsentieren die Stammautoren neue Geschichten, Gedichte und gelegentlich auch Lieder, Hörspiele oder Kurzfilme. Termine sind unter anderem 15. Oktober, 11. November und 10. Dezember.
  • Feature Ring: Seit mehr als zehn Jahren lädt das Ring Trio monatlich wechselnde Gäste ein. Das Besondere: Erst kurz vor dem Konzert treffen die Musiker aufeinander und entwickeln gemeinsam das Programm. Erleben kann man das Ring Trio auch auf dem Literaturfestival Literatur JETZT! Am 5. Oktober ist Spilif dabei, am 2. November Alli Neumann.
  • Chess Fanatics: Auch Schach gehört inzwischen zum Scheune-Programm. Beim monatlichen Schnellschachturnier treffen sich Hobbyspieler am echten Brett statt online. Nach der Wiedereröffnung sind Termine am 6. Oktober, 3. November und 1. Dezember angekündigt.
  • Glitzerkids: Die Kinderdisko mit Luis La Metta richtet sich vor allem an Kinder zwischen fünf und zehn Jahren – mit Musik, Partyspielen und Wunschhits. Nach dem Termin beim Eröffnungsfestival steht die nächste Ausgabe am 6. Dezember an

Die scheune – Kunst und Konzerte seit 1951

Die Scheune ist nicht nur der Lieblingsort vieler Bands aus Dresden und Umgebung, sondern auch kultige Veranstaltungslocation mit Geschichte: Seit über 70 Jahren bietet die Scheune Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten und Nischen eine Bühne, regt mit Lesungen zu Diskussionen an und positioniert sich dabei stets antirassistisch.

Auf dem Gelände einer im Zweiten Weltkrieg zerstörten Turnhalle entstand 1951 das FDJ-Jugendheim „Martin Andersen Nexö“. Besonders in den 1980er-Jahren entwickelte sich das Haus zu einem wichtigen Treffpunkt der Dresdner Jugend- und Subkultur – mit Rock, Punk, Jazz, Folk, Lesungen und Kabarett. In dieser Zeit setzte sich außerdem der schon länger gebräuchliche Name „Scheune“ durch. Die Benennung fußt der Legende nach übrigens auf Walter Ulbricht. So soll er gesagt haben: „Für diese Scheune gebe ich meinen Namen nicht her“, da das Haus wohl ursprünglich „Jugendheim Walter Ulbricht“ heißen sollte. Nach der Wende etablierte sich das Haus schließlich als fester Kultur- und Konzertort der Neustadt.

Am 22.6.1990 wurde vom Balkon der Scheune die Bunte Republik Neustadt (BRN) ausgerufen. Daraus entwickelte sich das gleichnamige Stadtteilfest, dessen Nachfolger unter dem Namen „Bunter Sommer Neustadt“ wieder regelmäßig im Juni stattfindet.

Besucherinnen und Besucher vor dem Kulturzentrum Scheune in der Dresdner Neustadt.
So sieht das Kulturzentrum Scheune heute aus – frisch saniert, mit Glasfront und Holzfassade. Foto: Peter Zuber

Scheune Dresden
Alaunstraße 36–40, 01099 Dresden
scheune.org

Scheune Cafe
Restaurant und Biergarten
Di-Fr ab 17 Uhr (Küche bis 21 Uhr, Freitags bis 22 Uhr)
Sa, So ab 14 Uhr (Küche Samstag bis 22 Uhr, Sonntag bis 14 Uhr)
scheunecafe.de

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