Tino Piontek alias Purple Disco Machine hat als DJ und Produzent eine steile Karriere hingelegt. Er arbeitet mit internationalen Stars zusammen, füllt weltweit Clubs und hat 2023 einen Grammy gewonnen. Foto: Fiona Garden
Von illegalen Partys in Dresden auf die größten Bühnen der Welt: Tino Piontek alias Purple Disco Machine kehrt 2026 für vier besondere DJ-Sets in den Zwinger zurück – und spricht über Heimat, House, Karriereglück und den Sound guter Laune.
Dresdens international gefeierter DJ und Produzent Tino Piontek, besser bekannt als Purple Disco Machine, kehrt 2026 mit einer besonderen Konzertreihe in seine Heimatstadt zurück. Vom 22. bis 25. Mai 2026 verwandelt er den Innenhof des Dresdner Zwingers in eine außergewöhnliche Open-Air-Bühne. Geplant sind vier Abende mit Disco, Funk, House, bekannten Purple-Disco-Machine-Hits und neuen Tracks.
Für Piontek ist der Auftrittsort jedoch mehr als nur eine Kulisse. Der barocke Zwinger verbindet Dresdner Geschichte mit modernem Clubsound – und wird nach seiner Sanierung damit zu einem der spektakulärsten Konzertorte der Stadt. Auch abseits der Bühne zeigt Piontek seine Verbundenheit mit Dresden, so hat er unlängst mit seiner Frau ein glutenfreies Café eröffnet.
Im Interview mit dem Dresden Magazin erzählt Tino Piontek, weshalb die Stadt für seine Karriere ein echter Glücksfall war.
Herr Piontek, ist Dresden ein guter Ort, zu feiern?
Tino Piontek: In meiner Jugend war Dresden eine Feierstadt. Auch wenn sich die Ausgehkultur seit der Pandemie verändert hat, gibt es immer noch genügend Menschen, die Kultur genießen und Spaß haben wollen. Ich glaube deshalb, dass das Feiern den Dresdnerinnen und Dresdnern nie abhandengekommen ist. Vielleicht hängt das ja wirklich mit dem Erbe von August dem Starken zusammen.
Sie haben Ihre Karriere als DJ in Dresden gestartet. Wie war das damals?
Tino Piontek: Mitte der 90er schwappte die Technoszene nach Dresden. Ich war damals viel auf illegalen Partys in Lagerhallen oder besetzten Häusern unterwegs. Das war mein erster Kontakt zu elektronischer Musik. Von meinem Geld zur Jugendweihe habe ich mir anschließend meinen ersten Plattenspieler gekauft, Mixtapes gemacht und CDs gebrannt. Damit bin ich dann Klinkenputzen gegangen. Irgendwann eröffnete ein neuer Club, die Grotte. Die Betreiber haben mir gleich die musikalische Leitung übergeben. Zu meinem Glück hatten die nicht viel Ahnung von DJs, denn ich war nämlich komplett überfordert. Trotzdem bin ich so in die Szene reingekommen.
Seit Herbst 2024 tourt Tino Piontek mit seinem Album „Paradise“ auf internationalen Festivals. Im Mai 2026 kehrt er für vier Konzerte in seine Heimatstadt zurück. Foto: Dennis Dirksen
Heute sind Sie als Purple Disco Machine weltweit erfolgreich und arbeiten mit Stars wie Lady Gaga, Lizzo und Dua Lipa zusammen. Was hält Sie in Dresden?
Tino Piontek: Die Stadt gibt mir die Basis und die Sicherheit, die ich brauche, um kreativ zu sein. Ich bin hier aufgewachsen, habe nie woanders gewohnt und lebe heute mit meiner Familie zwei Kilometer von meinem Elternhaus entfernt. Das habe ich in den letzten trubeligen Jahren sehr zu schätzen gelernt. Am Anfang meiner Karriere war das allerdings noch anders. Dresden ist nicht der Nabel der Popkultur, und Trends aus der Musikindustrie kommen hier mit etwas Verspätung an. Im Nachhinein war genau das jedoch ein Vorteil. So habe ich abgekoppelt vom Rest der Welt in Ruhe das machen können, was ich machen wollte.
Dresden gibt mir die Basis und die Sicherheit, die ich brauche, um kreativ zu sein.
Tino Piontek alias Purple Disco Machine
Als Sie Kind waren, gab es die DDR noch. Wie erinnern Sie sich daran?
Tino Piontek: Die Nachteile, die es gab, habe ich als Kind nicht gespürt. Meine Eltern haben mich davor beschützt und bewahrt. Was mich sicher geprägt hat, ist diese Einstellung: Jeder ist gleich viel wert, jeder braucht jeden. Der Nachbar ist wichtig, weil er etwas kann, was man selbst nicht kann – und umgekehrt. Eine Hand wäscht die andere; das praktiziere ich heute auch noch gerne.
Sie treten im Innenhof des Zwingers auf, als erster DJ überhaupt. Was bedeutet das für Sie?
Tino Piontek: Für mich als Dresdner ist das natürlich ein Traum. Der Zwinger ist eine Location, die man normalerweise nicht mit elektronischer Musik in Verbindung bringt. Gerade das macht es aber so spannend. Technisch ist das außerdem erst seit Kurzem möglich. Keine meiner Veranstaltungen haben wir so akribisch geplant wie diese. Dabei arbeiten wir eng mit dem Denkmalschutz zusammen. Ich freue mich sehr darauf, denn das wird mein besonderes Highlight. Ich möchte auf diesem Weg auch Dresden etwas zurückzugeben.
Die Tracks von Purple Disco Machine sind eine Mischung aus Disco, Funk und House, sehr tanzbar, beim Hören bekommt man sofort gute Laune. Woher kommt dieser Vibe?
Tino Piontek: Ich war nie der Typ, der melancholische Musik gehört hat. Auch wenn es mir schlecht ging, haben mich immer sommerliche, positive und fröhliche Songs weitergebracht. Das ist, glaube ich, so in mir drin. Beim Produzieren meiner Musik mache ich mir deshalb eigentlich gar nicht so viele Gedanken, in welche Richtung das gehen soll. Stattdessen versuche ich, das Gefühl zu transportieren, das ich während der Arbeit habe.
Sie schreiben nicht nur selbst Songs, sondern machen auch Remixe für bekannte Musiker. Wie entsteht so eine Zusammenarbeit?
Tino Piontek: Meistens kommen der Originalkünstler oder das Label auf mich oder mein Management zu und fragen, ob wir Interesse haben. Das war bei den Rolling Stones so, bei Elton John und auch bei Lady Gaga. Ich gehe dann in Kontakt mit den Künstlern, schaue, was deren Vision ist und wie ich das mit meiner Welt verbinden kann. Die Kommunikation läuft meistens über das Internet oder Social Media. Trotzdem fühlt sich das manchmal immer noch unwirklich an. So war es auch damals während der Pandemie, als ich in meinem kleinen Studio in Dresden saß und die Anfrage von Lady Gaga reinflatterte. Das sind schließlich Momente, in denen ich realisiere, wie viel Glück ich habe.
Sie haben ein Management und eine Pressesprecherin, aber was die Musik anbelangt, machen Sie alles alleine, oder?
Tino Piontek: Mein Manager, mit dem ich schon seit über zehn Jahren zusammenarbeite, filtert alle Anfragen heraus, die für mich interessant sind, und anschließend besprechen wir sie gemeinsam. Die musikalische Leitung habe ich jedoch allein. Das hat Vorteile, weil ich mit niemandem diskutieren muss. Auf der anderen Seite lastet der Druck, ob ein Song erfolgreich wird oder nicht, allein auf mir. Trotzdem sehe ich das nicht als Bürde. Ich darf machen, was mir Spaß macht, und zum Glück funktioniert es. Deshalb genieße ich es einfach, so lange es geht.
Bei den Live-Konzerten im Zwinger spielen Sie aber mit Band?
Ja, und zwar mit Musikern, mit denen ich seit vieleJahren auch im Studio zusammenarbeite. Das sind der Keyboarder Matt Johnson und der Schlagzeuger Derrick McKenzie von der englischen Band Jamiroquai. Der Kontakt enstand 2017, als ich mit Jamiroquai auf Tour war. Seitdem begleiten mich die beiden auf meinen Live-Konzerten, wir arbeiten aber auch zusammen an Songs.
Sie haben kürzlich zusammen mit Ihrer Frau in Dresden das Café „Olivias Paradise“ eröffnet. Wie kam es dazu?
Tino Piontek: Wir sind seit fünf Jahren ein glutenfreier Haushalt, unsere Tochter Olivia hat Zöliakie und verträgt kein Weizeneiweiß. Und uns ist aufgefallen: Es gibt sehr viele gute Cafés und Backstuben in Dresden, aber die meisten haben kein glutenfreies Angebot. Das wollten wir ändern! „Olivias Paradise“ ist seit Mai eröffnet, es gibt Kuchen, Gebäck und Kaffeespezialitäten, alles zertifiziert glutenfrei. Wir wollen mit unserem Café zeigen, dass glutenfrei genauso köstlich sein kann wie jede andere Ernährung auch.
Von illegalen Partys in Dresden auf die größten Bühnen der Welt: Tino Piontek alias Purple Disco Machine kehrt 2026 für vier besondere DJ-Sets in den Zwinger zurück – und spricht über Heimat, House, Karriereglück und den Sound guter Laune.
Dresdens international gefeierter DJ und Produzent Tino Piontek, besser bekannt als Purple Disco Machine, kehrt 2026 mit einer besonderen Konzertreihe in seine Heimatstadt zurück. Vom 22. bis 25. Mai 2026 verwandelt er den Innenhof des Dresdner Zwingers in eine außergewöhnliche Open-Air-Bühne. Geplant sind vier Abende mit Disco, Funk, House, bekannten Purple-Disco-Machine-Hits und neuen Tracks.
Für Piontek ist der Auftrittsort jedoch mehr als nur eine Kulisse. Der barocke Zwinger verbindet Dresdner Geschichte mit modernem Clubsound – und wird nach seiner Sanierung damit zu einem der spektakulärsten Konzertorte der Stadt. Auch abseits der Bühne zeigt Piontek seine Verbundenheit mit Dresden, so hat er unlängst mit seiner Frau ein glutenfreies Café eröffnet.
Im Interview mit dem Dresden Magazin erzählt Tino Piontek, weshalb die Stadt für seine Karriere ein echter Glücksfall war.
Herr Piontek, ist Dresden ein guter Ort, zu feiern?
Tino Piontek: In meiner Jugend war Dresden eine Feierstadt. Auch wenn sich die Ausgehkultur seit der Pandemie verändert hat, gibt es immer noch genügend Menschen, die Kultur genießen und Spaß haben wollen. Ich glaube deshalb, dass das Feiern den Dresdnerinnen und Dresdnern nie abhandengekommen ist. Vielleicht hängt das ja wirklich mit dem Erbe von August dem Starken zusammen.
Sie haben Ihre Karriere als DJ in Dresden gestartet. Wie war das damals?
Tino Piontek: Mitte der 90er schwappte die Technoszene nach Dresden. Ich war damals viel auf illegalen Partys in Lagerhallen oder besetzten Häusern unterwegs. Das war mein erster Kontakt zu elektronischer Musik. Von meinem Geld zur Jugendweihe habe ich mir anschließend meinen ersten Plattenspieler gekauft, Mixtapes gemacht und CDs gebrannt. Damit bin ich dann Klinkenputzen gegangen. Irgendwann eröffnete ein neuer Club, die Grotte. Die Betreiber haben mir gleich die musikalische Leitung übergeben. Zu meinem Glück hatten die nicht viel Ahnung von DJs, denn ich war nämlich komplett überfordert. Trotzdem bin ich so in die Szene reingekommen.
Heute sind Sie als Purple Disco Machine weltweit erfolgreich und arbeiten mit Stars wie Lady Gaga, Lizzo und Dua Lipa zusammen. Was hält Sie in Dresden?
Tino Piontek: Die Stadt gibt mir die Basis und die Sicherheit, die ich brauche, um kreativ zu sein. Ich bin hier aufgewachsen, habe nie woanders gewohnt und lebe heute mit meiner Familie zwei Kilometer von meinem Elternhaus entfernt. Das habe ich in den letzten trubeligen Jahren sehr zu schätzen gelernt. Am Anfang meiner Karriere war das allerdings noch anders. Dresden ist nicht der Nabel der Popkultur, und Trends aus der Musikindustrie kommen hier mit etwas Verspätung an. Im Nachhinein war genau das jedoch ein Vorteil. So habe ich abgekoppelt vom Rest der Welt in Ruhe das machen können, was ich machen wollte.
Als Sie Kind waren, gab es die DDR noch. Wie erinnern Sie sich daran?
Tino Piontek: Die Nachteile, die es gab, habe ich als Kind nicht gespürt. Meine Eltern haben mich davor beschützt und bewahrt. Was mich sicher geprägt hat, ist diese Einstellung: Jeder ist gleich viel wert, jeder braucht jeden. Der Nachbar ist wichtig, weil er etwas kann, was man selbst nicht kann – und umgekehrt. Eine Hand wäscht die andere; das praktiziere ich heute auch noch gerne.
Sie treten im Innenhof des Zwingers auf, als erster DJ überhaupt. Was bedeutet das für Sie?
Tino Piontek: Für mich als Dresdner ist das natürlich ein Traum. Der Zwinger ist eine Location, die man normalerweise nicht mit elektronischer Musik in Verbindung bringt. Gerade das macht es aber so spannend. Technisch ist das außerdem erst seit Kurzem möglich. Keine meiner Veranstaltungen haben wir so akribisch geplant wie diese. Dabei arbeiten wir eng mit dem Denkmalschutz zusammen. Ich freue mich sehr darauf, denn das wird mein besonderes Highlight. Ich möchte auf diesem Weg auch Dresden etwas zurückzugeben.
Die Tracks von Purple Disco Machine sind eine Mischung aus Disco, Funk und House, sehr tanzbar, beim Hören bekommt man sofort gute Laune. Woher kommt dieser Vibe?
Tino Piontek: Ich war nie der Typ, der melancholische Musik gehört hat. Auch wenn es mir schlecht ging, haben mich immer sommerliche, positive und fröhliche Songs weitergebracht. Das ist, glaube ich, so in mir drin. Beim Produzieren meiner Musik mache ich mir deshalb eigentlich gar nicht so viele Gedanken, in welche Richtung das gehen soll. Stattdessen versuche ich, das Gefühl zu transportieren, das ich während der Arbeit habe.
Sie schreiben nicht nur selbst Songs, sondern machen auch Remixe für bekannte Musiker. Wie entsteht so eine Zusammenarbeit?
Tino Piontek: Meistens kommen der Originalkünstler oder das Label auf mich oder mein Management zu und fragen, ob wir Interesse haben. Das war bei den Rolling Stones so, bei Elton John und auch bei Lady Gaga. Ich gehe dann in Kontakt mit den Künstlern, schaue, was deren Vision ist und wie ich das mit meiner Welt verbinden kann. Die Kommunikation läuft meistens über das Internet oder Social Media. Trotzdem fühlt sich das manchmal immer noch unwirklich an. So war es auch damals während der Pandemie, als ich in meinem kleinen Studio in Dresden saß und die Anfrage von Lady Gaga reinflatterte. Das sind schließlich Momente, in denen ich realisiere, wie viel Glück ich habe.
Sie haben ein Management und eine Pressesprecherin, aber was die Musik anbelangt, machen Sie alles alleine, oder?
Tino Piontek: Mein Manager, mit dem ich schon seit über zehn Jahren zusammenarbeite, filtert alle Anfragen heraus, die für mich interessant sind, und anschließend besprechen wir sie gemeinsam. Die musikalische Leitung habe ich jedoch allein. Das hat Vorteile, weil ich mit niemandem diskutieren muss. Auf der anderen Seite lastet der Druck, ob ein Song erfolgreich wird oder nicht, allein auf mir. Trotzdem sehe ich das nicht als Bürde. Ich darf machen, was mir Spaß macht, und zum Glück funktioniert es. Deshalb genieße ich es einfach, so lange es geht.
Bei den Live-Konzerten im Zwinger spielen Sie aber mit Band?
Ja, und zwar mit Musikern, mit denen ich seit vieleJahren auch im Studio zusammenarbeite. Das sind der Keyboarder Matt Johnson und der Schlagzeuger Derrick McKenzie von der englischen Band Jamiroquai. Der Kontakt enstand 2017, als ich mit Jamiroquai auf Tour war. Seitdem begleiten mich die beiden auf meinen Live-Konzerten, wir arbeiten aber auch zusammen an Songs.
Sie haben kürzlich zusammen mit Ihrer Frau in Dresden das Café „Olivias Paradise“ eröffnet. Wie kam es dazu?
Tino Piontek: Wir sind seit fünf Jahren ein glutenfreier Haushalt, unsere Tochter Olivia hat Zöliakie und verträgt kein Weizeneiweiß. Und uns ist aufgefallen: Es gibt sehr viele gute Cafés und Backstuben in Dresden, aber die meisten haben kein glutenfreies Angebot. Das wollten wir ändern! „Olivias Paradise“ ist seit Mai eröffnet, es gibt Kuchen, Gebäck und Kaffeespezialitäten, alles zertifiziert glutenfrei. Wir wollen mit unserem Café zeigen, dass glutenfrei genauso köstlich sein kann wie jede andere Ernährung auch.
Purple Disco Machine
Konzert im Zwinger am 22., 23., 24. und 25.5.
Tourdaten, Tickets und Online-Shop: purplediscomachine.com
Olivias Paradise
Hauptstraße 9, 01097 Dreden
Di–Fr: 9–17 Uhr | Sa–So: 10–17 Uhr
oliviasparadise.com