Schlösser sehen nicht nur romantisch aus, sondern sind auch Schauplätze so mancher Liebesgeschichte - wie das Schloss Albrechtsberg, eines der Elbschlösser am Elbufer. Foto: Alina Werner (DML-BY)
Von tragischen Liebesdramen bis zu Geschichten mit Happy End: Dresdens Schlösser waren einst Schauplätze großer Romanzen. Am Valentinstag am 14. Februar bieten sie die Gelegenheit, diesen Spuren zu folgen und zugleich einen besonderen Ausflug zu genießen.
Am Valentinstag liegt die Liebe in der Luft – so wie sie schon im 17. Jahrhundert eine bedeutende Rolle im Dresdner Hofleben spielte. Historische Schauplätze berichten von Liebesgeschichten vergangener Zeiten: von heimlichen Affären und dramatischer Romantik zwischen Fürsten, Hofdamen, Kaisern und Prinzessinnen. Wer diesen Spuren folgt, entdeckt die romantische Seite der Dresdner Geschichte.
Schloss Pillnitz: Der tragischen Liebesgeschichte von Gräfin Cosel nachspüren
Bei einem Brand im Haus seines Finanzministers Hoym wurde König August der Starke (1670 – 1733) erstmals auf dessen schöne Frau Anna Constantia von Brockdorf (1680 – 1765) aufmerksam. Hoym selbst war im Begriff sich scheiden zu lassen, seine Ehepartnerin bezeichnete er als „herrschsüchtig und hinterhältig“. August hingegen war hin und weg: Er verliebte sich hoffnungslos in Anna Constantia und machte sie im Handumdrehen zu seiner Mätresse.
Bildnis von Gräfin Cosel. Quelle: Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlung Dresden/ Elke Estel/ Hans-Peter Klut
Als solche wurde die als klug und eigensinnig geltende Schönheit bald zur Reichsgräfin von Cosel ernannt. August schenkte ihr das Schloss Pillnitz und ließ in Dresden das Taschenbergpalais für sie errichten. Auch politisch soll die gebildete und weitsichtig argumentierende Gräfin großen Einfluss auf den König gehabt haben. Dafür hasste man sie am Hof.
Schloss Pillnitz ist eng mit August dem Starken verbunden, dessen große Liebe Anna Constantia von Brockdorff, die spätere Gräfin Cosel, war. Foto: Antoine Bonin (DML-BY)
Die Burg Stolpen liegt östlich von Dresden. Prominenteste Bewohnerin war die Gräfin Cosel. Foto: Klaus Schieckel
Acht Jahre lang vermochte Anna Constantia den König zu fesseln, dann jedoch wurde sie Opfer einer gnadenlosen Intrige und in der Folge verstoßen. Auf Druck von Vertrauten am Hof verbannte August der Starke seine einst innig geliebte Gräfin Cosel schließlich sogar auf die Burg Stolpen, wo sie die folgenden 49 Jahre bis zu ihrem Tod in Einsamkeit verbringen musste.
Wer eine Schwäche für bittersüße Liebesgeschichten hat, kann die originalen Schauplätze – Schloss Pillnitz und Burg Stolpen – aus nächster Nähe erleben, bei einem Spaziergang oder im Rahmen einer Führung.
Die Spur der Geschichte führt zudem ins nach der Gräfin benannte Coselpalais. Das barocke Stadtpalais wurde ursprünglich in den 1760er-Jahren erbaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört und ab Ende der 1990er-Jahre originalgetreu rekonstruiert. Wo einst der Adel residierte, lädt heute ein Restaurant mit barocken Speisen und stilvollem Ambiente dazu ein, die Geschichte der Stadt kulinarisch zu entdecken.
Dresden zum Valentinstag: Schloss Albrechtsberg als Schauplatz einer Liebesgeschichte mit Happy End
Weder Tinder noch sonst ein Dating-Portal hätte Prinz Albrecht von Preußen (1809-1872) und Marianne von Oranien-Nassau in der heutigen Zeit zusammengeführt. Denn die beiden hatten im Grunde absolut nichts gemeinsam. Folglich verlief ihre Ehe schon nach kurzer Zeit alles andere als harmonisch. Zum Glück, kann man aus heutiger Sicht sagen – denn sonst hätte Dresden auf eins seiner Elbschlösser verzichten müssen.
Aber der Reihe nach: Albrecht und Marianne waren schon eine ganze Weile unglücklich miteinander, als der Prinz 1844 eine Affäre mit Rosalie von Rauch, der Hofdame seiner Ehefrau, begann. Der preußische und der niederländische Hof wollten einer Scheidung dennoch auf keinen Fall zustimmen, bis Marianne ihnen den Entschluss erleichterte, indem sie selbst eine folgenreiche Affäre mit ihrem Kutscher einging. Als sie von diesem ein Kind erwartete, sahen auch die Königshäuser ein, dass es in der royalen Ehe nichts mehr zu retten gab.
Im 19. Jahrhundert als Residenz für Prinz Albrecht von Preußen erbaut, erzählt das Schloss Albrechtsberg von adeliger Lebensart und höfischer Geschichte. Foto: Michael R. Hennig (DML-BY)
Prinz Albrecht durfte Rosalie heiraten und Marianne mit ihrem Kutscher durch Europa reisen. Am preußischen Hof allerdings wollte danach niemand mehr etwas von den geschiedenen Eheleuten wissen. Was soll’s, sagte sich Prinz Albrecht und ließ das prachtvolle Schloss Albrechtsberg am Elbhang für sich und seine große Liebe bauen. Dort lebten Rosalie und er fortan ein glückliches Leben mit ihren beiden Söhnen – ganz ohne höfische Bevormundung.
Schloss Albrechtsberg, oberhalb der Elbe und unweit der Neustadt gelegen, bildet die Kulisse dieser Liebesgeschichte mit positivem Ausgang. Es lässt sich bei einem Spaziergang oder bei einer Führung besichtigen und eignet sich als besonderer Ort für einen Valentinstag in Dresden.
Neumarkt in Dresden: Schauplatz vermuteter Liebesintrige
Ausgerechnet in Magdalena Sibylla von Neitschütz (1675 – 1694), die Tochter des Kommandanten seiner Leibgarde, verliebte sich Kurfürst Johann Georg (1668 – 1694), der jüngere Bruder von August dem Starken. Johann Georgs Eltern strengten sich nach Kräften an, die beiden Liebenden voneinander fernzuhalten, indem sie ihren Fürstensohn immer wieder auf Reisen und Feldzüge schickten. Als 16-Jährige wurde Sibylla dennoch offiziell Johann Georgs Mätresse und erlangte innerhalb kürzester Zeit hohen Einfluss am Hof.
Kurfürst Johann Georg und Gemahlin Magdalena Sibylla von Neitschütz. Foto: Hans-Peter Klut
Sibyllas Mutter wurde zur Reichsgräfin von Rochlitz erhoben und reich beschenkt: Sie erhielt das Rittergut Pillnitz und das Fürstenbergsche Haus in Dresden. Die Sonderstellung Sibyllas und ihrer Familie am Hof soll viel Missgunst geweckt haben, was womöglich sogar zum tragischen Ende der romantischen Beziehung geführt hat. Im Spätsommer 1693 klagten die Mätresse und ihre Hofdame nach einem Bankett über schlimme Magenkrämpfe, die in den Folgemonaten immer wiederkehrten.
Im Frühjahr 1694 schließlich starb die nur 19-Jährige – nach offizieller Darstellung an den Pocken. Eine Pocken-Epidemie grassierte zu jener Zeit allerdings nirgends in der Dresdner Gegend. Nur drei Wochen nach seiner Geliebten starb auch Johann Georg, angeblich hatte ihn Sibylla angesteckt. Noch heute zweifeln viele Historiker jedoch am Wahrheitsgehalt dieser Darstellung und vermuten, dass Neider dem Ableben des unerwünschten Liebespaars mit Gift nachgeholfen haben.
Zwar steht das Fürstenbergsche Haus heute nicht mehr, doch die Atmosphäre dieser mystischen Liebesgeschichte lässt sich bei einem Valentinstag in Dresden bei einem Spaziergang am Neumarkt an der Frauenkirche entlang noch immer erahnen.
Schloss Moritzburg: Eine opulente Liebesgeschichte zum Valentinstag
Dass royale Hochzeiten mit viel Pomp gefeiert werden, ist auch heutzutage keine Seltenheit. Doch was August der Starke 1719 zur Vermählung seines Sohnes Friedrich August II. (1696 – 1763) mit der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich (1699 – 1757) veranstaltete, hat wahrscheinlich kein anderer König je vor oder nach ihm aufgeboten.
Bildnis von Königin Maria Josepha. Foto: Hans-Peter Klut
Friedrich August II., Sohn von August dem Starken, als August III. auch König von Polen und Großherzog von Litauen. Foto: Elke Estel/ Hans-Peter Klut
Den gesamten September hindurch feierte das Könighaus im Dresdener Stadtgebiet mit so ziemlich allen Formen gepflegter Unterhaltung, mit denen sich Menschen zu jener Zeit amüsieren ließen. Darunter waren Bankette, Maskenbälle, Ritterspiele, Militärturniere, Feuerwerke, Konzerte, Aufzüge, italienische und französische Komödien, Opern- und Operettenaufführungen sowie Seeschlachten auf den Gewässern um Schloss Moritzburg. Für einen Teil der Feierlichkeiten war extra der Bau zweier Dresdner Wahrzeichen beschleunigt worden: Der Zwinger und das Opernhaus wurden auf königlichen Befehl in einem Hauruck-Verfahren gerade noch rechtzeitig fertiggestellt.
Das umfangreiche Festprogramm war in erster Linie dazu gedacht, die Großartigkeit des sächsischen Hofes und die Kaisertauglichkeit seines Herrschers zu demonstrieren. Die Ambitionen auf den Kaisertitel scheiterten zwar einige Jahre später, aber immerhin blieb das rauschende Fest allen seinen Gästen noch viele Jahre in seliger Erinnerung. Offenbar auch dem Brautpaar selbst, denn obwohl es sich um eine arrangierte Ehe handelte, sollen beide sehr glücklich miteinander geworden sein – dafür sprechen auch die 15 gemeinsamen Kinder, die das Paar bekam.
Ein Stück außerhalb der Dresdner Innenstadt liegt die Kulisse dieser pompösen Liebesgeschichte: Das Schloss Moritzburg. Vom Wasser umgeben, bietet es eine eindrucksvolle Atmosphäre – ein besonderes Ziel für einen Ausflug am Valentinstag, um die eigene Liebesgeschichte weiterzuschreiben.
Als ehemalige Residenzstadt beherbergen Dresden und Umland prachtvolle Burgen und Schlösser. Wir stellen die schönsten vor.
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Von tragischen Liebesdramen bis zu Geschichten mit Happy End: Dresdens Schlösser waren einst Schauplätze großer Romanzen. Am Valentinstag am 14. Februar bieten sie die Gelegenheit, diesen Spuren zu folgen und zugleich einen besonderen Ausflug zu genießen.
Am Valentinstag liegt die Liebe in der Luft – so wie sie schon im 17. Jahrhundert eine bedeutende Rolle im Dresdner Hofleben spielte. Historische Schauplätze berichten von Liebesgeschichten vergangener Zeiten: von heimlichen Affären und dramatischer Romantik zwischen Fürsten, Hofdamen, Kaisern und Prinzessinnen. Wer diesen Spuren folgt, entdeckt die romantische Seite der Dresdner Geschichte.
Schloss Pillnitz: Der tragischen Liebesgeschichte von Gräfin Cosel nachspüren
Bei einem Brand im Haus seines Finanzministers Hoym wurde König August der Starke (1670 – 1733) erstmals auf dessen schöne Frau Anna Constantia von Brockdorf (1680 – 1765) aufmerksam. Hoym selbst war im Begriff sich scheiden zu lassen, seine Ehepartnerin bezeichnete er als „herrschsüchtig und hinterhältig“. August hingegen war hin und weg: Er verliebte sich hoffnungslos in Anna Constantia und machte sie im Handumdrehen zu seiner Mätresse.
Als solche wurde die als klug und eigensinnig geltende Schönheit bald zur Reichsgräfin von Cosel ernannt. August schenkte ihr das Schloss Pillnitz und ließ in Dresden das Taschenbergpalais für sie errichten. Auch politisch soll die gebildete und weitsichtig argumentierende Gräfin großen Einfluss auf den König gehabt haben. Dafür hasste man sie am Hof.
Acht Jahre lang vermochte Anna Constantia den König zu fesseln, dann jedoch wurde sie Opfer einer gnadenlosen Intrige und in der Folge verstoßen. Auf Druck von Vertrauten am Hof verbannte August der Starke seine einst innig geliebte Gräfin Cosel schließlich sogar auf die Burg Stolpen, wo sie die folgenden 49 Jahre bis zu ihrem Tod in Einsamkeit verbringen musste.
Wer eine Schwäche für bittersüße Liebesgeschichten hat, kann die originalen Schauplätze – Schloss Pillnitz und Burg Stolpen – aus nächster Nähe erleben, bei einem Spaziergang oder im Rahmen einer Führung.
Die Spur der Geschichte führt zudem ins nach der Gräfin benannte Coselpalais. Das barocke Stadtpalais wurde ursprünglich in den 1760er-Jahren erbaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört und ab Ende der 1990er-Jahre originalgetreu rekonstruiert. Wo einst der Adel residierte, lädt heute ein Restaurant mit barocken Speisen und stilvollem Ambiente dazu ein, die Geschichte der Stadt kulinarisch zu entdecken.
Dresden zum Valentinstag: Schloss Albrechtsberg als Schauplatz einer Liebesgeschichte mit Happy End
Weder Tinder noch sonst ein Dating-Portal hätte Prinz Albrecht von Preußen (1809-1872) und Marianne von Oranien-Nassau in der heutigen Zeit zusammengeführt. Denn die beiden hatten im Grunde absolut nichts gemeinsam. Folglich verlief ihre Ehe schon nach kurzer Zeit alles andere als harmonisch. Zum Glück, kann man aus heutiger Sicht sagen – denn sonst hätte Dresden auf eins seiner Elbschlösser verzichten müssen.
Aber der Reihe nach: Albrecht und Marianne waren schon eine ganze Weile unglücklich miteinander, als der Prinz 1844 eine Affäre mit Rosalie von Rauch, der Hofdame seiner Ehefrau, begann. Der preußische und der niederländische Hof wollten einer Scheidung dennoch auf keinen Fall zustimmen, bis Marianne ihnen den Entschluss erleichterte, indem sie selbst eine folgenreiche Affäre mit ihrem Kutscher einging. Als sie von diesem ein Kind erwartete, sahen auch die Königshäuser ein, dass es in der royalen Ehe nichts mehr zu retten gab.
Prinz Albrecht durfte Rosalie heiraten und Marianne mit ihrem Kutscher durch Europa reisen. Am preußischen Hof allerdings wollte danach niemand mehr etwas von den geschiedenen Eheleuten wissen. Was soll’s, sagte sich Prinz Albrecht und ließ das prachtvolle Schloss Albrechtsberg am Elbhang für sich und seine große Liebe bauen. Dort lebten Rosalie und er fortan ein glückliches Leben mit ihren beiden Söhnen – ganz ohne höfische Bevormundung.
Schloss Albrechtsberg, oberhalb der Elbe und unweit der Neustadt gelegen, bildet die Kulisse dieser Liebesgeschichte mit positivem Ausgang. Es lässt sich bei einem Spaziergang oder bei einer Führung besichtigen und eignet sich als besonderer Ort für einen Valentinstag in Dresden.
Neumarkt in Dresden: Schauplatz vermuteter Liebesintrige
Ausgerechnet in Magdalena Sibylla von Neitschütz (1675 – 1694), die Tochter des Kommandanten seiner Leibgarde, verliebte sich Kurfürst Johann Georg (1668 – 1694), der jüngere Bruder von August dem Starken. Johann Georgs Eltern strengten sich nach Kräften an, die beiden Liebenden voneinander fernzuhalten, indem sie ihren Fürstensohn immer wieder auf Reisen und Feldzüge schickten. Als 16-Jährige wurde Sibylla dennoch offiziell Johann Georgs Mätresse und erlangte innerhalb kürzester Zeit hohen Einfluss am Hof.
Sibyllas Mutter wurde zur Reichsgräfin von Rochlitz erhoben und reich beschenkt: Sie erhielt das Rittergut Pillnitz und das Fürstenbergsche Haus in Dresden. Die Sonderstellung Sibyllas und ihrer Familie am Hof soll viel Missgunst geweckt haben, was womöglich sogar zum tragischen Ende der romantischen Beziehung geführt hat. Im Spätsommer 1693 klagten die Mätresse und ihre Hofdame nach einem Bankett über schlimme Magenkrämpfe, die in den Folgemonaten immer wiederkehrten.
Im Frühjahr 1694 schließlich starb die nur 19-Jährige – nach offizieller Darstellung an den Pocken. Eine Pocken-Epidemie grassierte zu jener Zeit allerdings nirgends in der Dresdner Gegend. Nur drei Wochen nach seiner Geliebten starb auch Johann Georg, angeblich hatte ihn Sibylla angesteckt. Noch heute zweifeln viele Historiker jedoch am Wahrheitsgehalt dieser Darstellung und vermuten, dass Neider dem Ableben des unerwünschten Liebespaars mit Gift nachgeholfen haben.
Zwar steht das Fürstenbergsche Haus heute nicht mehr, doch die Atmosphäre dieser mystischen Liebesgeschichte lässt sich bei einem Valentinstag in Dresden bei einem Spaziergang am Neumarkt an der Frauenkirche entlang noch immer erahnen.
Schloss Moritzburg: Eine opulente Liebesgeschichte zum Valentinstag
Dass royale Hochzeiten mit viel Pomp gefeiert werden, ist auch heutzutage keine Seltenheit. Doch was August der Starke 1719 zur Vermählung seines Sohnes Friedrich August II. (1696 – 1763) mit der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich (1699 – 1757) veranstaltete, hat wahrscheinlich kein anderer König je vor oder nach ihm aufgeboten.
Den gesamten September hindurch feierte das Könighaus im Dresdener Stadtgebiet mit so ziemlich allen Formen gepflegter Unterhaltung, mit denen sich Menschen zu jener Zeit amüsieren ließen. Darunter waren Bankette, Maskenbälle, Ritterspiele, Militärturniere, Feuerwerke, Konzerte, Aufzüge, italienische und französische Komödien, Opern- und Operettenaufführungen sowie Seeschlachten auf den Gewässern um Schloss Moritzburg. Für einen Teil der Feierlichkeiten war extra der Bau zweier Dresdner Wahrzeichen beschleunigt worden: Der Zwinger und das Opernhaus wurden auf königlichen Befehl in einem Hauruck-Verfahren gerade noch rechtzeitig fertiggestellt.
Das umfangreiche Festprogramm war in erster Linie dazu gedacht, die Großartigkeit des sächsischen Hofes und die Kaisertauglichkeit seines Herrschers zu demonstrieren. Die Ambitionen auf den Kaisertitel scheiterten zwar einige Jahre später, aber immerhin blieb das rauschende Fest allen seinen Gästen noch viele Jahre in seliger Erinnerung. Offenbar auch dem Brautpaar selbst, denn obwohl es sich um eine arrangierte Ehe handelte, sollen beide sehr glücklich miteinander geworden sein – dafür sprechen auch die 15 gemeinsamen Kinder, die das Paar bekam.
Ein Stück außerhalb der Dresdner Innenstadt liegt die Kulisse dieser pompösen Liebesgeschichte: Das Schloss Moritzburg. Vom Wasser umgeben, bietet es eine eindrucksvolle Atmosphäre – ein besonderes Ziel für einen Ausflug am Valentinstag, um die eigene Liebesgeschichte weiterzuschreiben.
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