Kultur

Manege frei für Dresdens erstes Zirkustheaterfestival

Mehr als 35 Veranstaltungen vom 17.-26. Juni

Der moderne Zirkus will viel mehr sein als bloß spektakuläre Akrobatik. Foto: Zirkustheaterfestival PR

Willkommen im Reich der Narren: Am 17. Juni startet Dresdens allererstes Festival für Zirkustheater. Zahlreiche Artisten aus ganz Europa zeigen dabei ihr Können und geben einen Einblick in die internationale Szene des zeitgenössischen Zirkus.

Zeitlose Clownsnummern? Brüllende Tiger und brennende Reifen? Wer beim Thema Zirkus bloß an alte Klischees denkt, der ist längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Was moderner Zirkus alles kann, lässt sich dagegen vom 17. bis 26. Juni hautnah in Dresden erfahren. Denn am Freitag öffnet Dresdens erstes Zirkustheaterfestival seine Pforten und lädt Besucher zu einem Feuerwerk aus Akrobatik, Tanz, Schauspiel, Puppenspiel und vielem mehr ein. Ausgerichtet wird das 10-tägige Spektakel vom Societaetstheater Dresden, Partner sind unter anderem die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Fonds Darstellende Künste.  

Aufführungen in der ganzen Stadt

Die Veranstalter um Festivaldirektor Heiki Ikkola haben über 50 Artistinnen und Artisten aus Frankreich, der Schweiz, Belgien, Italien und Deutschland nach Dresden eingeladen, um in der ganzen Stadt ihr Programm zu zeigen. Mehr als 35 Veranstaltungen wird es unter anderem im Zentralwerk, in der TheaterRuine St. Pauli und im Prohliszentrum geben. Auch im Alaunpark schlagen die Veranstalter ein Zirkuszelt auf, weitere Performances gibt es in Hoppes Hoftheater, im Kulturbahnhof Radebeul und sogar auf Dresdens Hauptstraße zu bestaunen. Der komplette Spielplan ist hier zu finden.

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Moderner Zirkus ist mehr als bloßes Entertainment

Die Aufführungen kommen dabei ganz ohne Tiere aus, denn die gibt es im „Cirque Nouveau“ – dem zeitgenössischen Zirkus – praktisch nicht mehr. Der moderne Zirkus zeichnet sich vielmehr durch einen künstlerischen Anspruch aus: Artistik, Musik und Theater werden zu einem Gesamtkonzept verbunden, um den Zuschauern eine Geschichte zu erzählen. Das heißt aber keineswegs, dass kleine Besucher bei den spektakulären Aufführungen nicht auch auf ihre Kosten kommen. Ein Highlight für Fans des Cirque Nouveau ist sicher die titelgebende Aufführung „Empire of Fools“ (deutsch: Reich der Narren) der Schweizer Company Roikkuva. Neben den Performances steht auch eine dreitägige Konferenz auf dem Programm, bei der sich Kreative miteinander vernetzen können. Auch Interessierte, die nicht „vom Fach“ sind, sind dort herzlich willkommen.

Tickets online und an allen gängigen Vorverkaufsstellen erhältlich

Tickets gibt es an der Theaterkasse des Societaetstheaters und an allen reservix-Vorverkaufsstellen. Daneben können Karten auch über den Online-Ticketshop erworben werden. Ein Einzelshow-Ticket kostet 17 Euro, ermäßigt 13 Euro und für Schüler und Studenten 7,50 Euro. Zudem sind auch Tages- und Familientickets erhältlich. Viele der Darbietungen sind zudem auf Spendenbasis oder kosten gar keinen Eintritt. Alle weiteren Infos gibt es hier.

Zirkus hat in Dresden Tradition

Dresden blickt auf eine lange Zirkustradition zurück. So verzaubert der Dresdner Weihnachtscircus seit nunmehr 25 Jahren das Publikum in der kalten Jahreszeit. In diesem Jahr wartet der DWC mit einer großen Jubiläumsshow auf. Auch der weltberühmte Zirkus Sarrasani, der seinen Sitz in Dresden hat, dürfte praktisch jedem ein Begriff sein. Sein Begründer Giovanni Sarrasani, der eigentlich Hans Stosch hieß, baute zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Radebeul das Zirkusunternehmen auf, das als Wanderzirkus weit über die Grenzen Deutschlands hinaus für Begeisterung sorgte. Auch ein eigenes Zirkustheater in der Dresdner Innenstadt wurde für Sarrasani gebaut – im Zweiten Weltkrieg jedoch fiel es der Zerstörung anheim und wurde nicht wieder neu errichtet. Mittlerweile wird das Familienunternehmen von André Sarrasani geführt, der es vom traditionellen Zirkus zum facettenreichen Event-Unternehmen umbaute. Dort stehen heute vor allem Dinner-Varietéshows auf dem Programm.