Kultur

Das Residenzschloss

Wunderkammer und Wahrzeichen. Ein Rundgang

Residenzschloss Dresden
Prachtvoll, wohin man auch schaut: Die Paradeappartements wurden nach dem Vorbild Versailles gestaltet. © Oliver Killig

Das Residenzschloss war der Sitz der Mächtigen in Sachsen. Unter August dem Starken wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das war einerseits Prahlerei, aber andererseits eine Pionierleistung für das Museumswesen. Doch bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 brannte das Residenzschloss vollständig aus. Nur ein Teil des Historischen Grünen Gewölbes sowie die Kellerräume blieben unversehrt. Erst seit einigen Jahren ist es wiederaufgebaut. Und strahlt heute so prächtig wie einst. Ein kleiner Rundgang.

Paradeappartements

Das Vorbild Versailles ist ganz offensichtlich. August der Starke ließ für seinen Sohn neue Gemächer im Schloss einrichten, die an Pracht schwer zu übertreffen sind. Der repräsentative Charakter stand dabei im Vordergrund. Hier wurde nicht nur geschlafen, sondern auch Politik gemacht. Seit Herbst 2019 sind die rekonstruierten Gemächer wieder geöffnet – eine der letzten Stationen des Schloss-Wiederaufbaus.

Kupferstich-Kabinett

Über eine halbe Million Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien vom Mittelalter bis heute werden hier bewahrt, u. a. von Dürer, van Eyck, Rembrandt, Piranesi, Fragonard und Friedrich bis hin zu Toulouse-Lautrec, Kotzsch, Glöckner, Baselitz und Tillmans.

Diesen Anblick genoss August der Starke von seinem Thron aus im Audienzgemach. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
An den Paradeappartements lässt sich deutlich erkennen, dass August der Starke sich von Versaille inspirieren ließ. Hier zu sehen: das Audienzgemach. © Oliver Killig
Blick in das Paradeschlafzimmer mit dem pompösen Paradebett. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Im Grünen Gewölbe präsentierte August der Starke seine Schätze. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Die Kostümsammlung zählt zu den kostbarsten der Welt. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Blick in den Silberwaffensaal. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Der kleine Ballsaal ist wahrlich prunkvoll. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Blick in den Großen Schlosshof. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Kleiner und Großer Schlosshof 

Beim Blick über Dresden fällt der Kleine Schlosshof mit seinem von Peter Kulka entworfenen Membrandach auf. Das Material, der hochmoderne ETFE-Kunststoff, wird sonst eher für Stadion-Neubauten eingesetzt. Der Große Schlosshof wurde bereits in großen Teilen rekonstruiert – die Sgraffito-Fassaden ist fast fertig. Bei dieser Technik wird die oberste Putzschicht abgekratzt, um kunstvolle Wandbilder sozusagen freizulegen.

Wiedereröffnung der Gemäldegalerie

Frisches Licht für Alte Meister

Grünes Gewölbe

„Man glaubt sich in einen Feen-Palast versetzt“, schrieb Schopenhauer entzückt. Im Grünen Gewölbe verwahrte und präsentierte August der Starke seine Schätze. Das Historische Grüne Gewölbe ist ein barockes Gesamtkunstwerk. Es bietet allein 550 Quadratmeter Spiegelfläche – daneben aber auch unzählige Schätze von unschätzbarem Wert. Das Neue Grüne Gewölbe im selben Flügel zeigt unter anderem den größten grünen Diamanten der Welt. Am 25. November 2019 wurden dort Einzelteile der Ausstellung gestohlen.

Rüstkammer

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Reich verzierte Rüstungen, Feuerwaffen, Schwerter und Säbel aus edlen Metallen, aber auch prächtige Kleider und Reitzeuge – all diese Objekte vereint die Dresdner Rüstkammer. Die aus dem Besitz der sächsischen Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Sammlung zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt und mit rund 13.000 Einzelstücken zugleich zu einer der größten.

Residenzschloss Dresden

Altstadt // Taschenberg 2

Öffnungszeiten: täglich 10—17 Uhr, Di geschlossen

Tickets 14 Euro, ermäßigt 10,50 Euro (Gültig für: Neues Grünes Gewölbe, Türckische Cammer, Rüstkammer im Riesensaal, Königliche Paraderäume Augusts des Starken und Porzellankabinett, aktuelle Sonderausstellungen im Kupferstich-Kabinett, außer Historisches Grünes Gewölbe)

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