Barocke Pracht: Der Blick auf das Residenzschloss und die katholische Hofkirche in Dresden ist beeindruckend. Foto: Alina Werner (DML-BY)
Das Residenzschloss im Herzen der Altstadt ist Ursprungsort und Zentrum der Dresdner Kunstsammlungen. Unter August dem Starken wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, damals ein Novum. Bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 brannte das Residenzschloss vollständig aus. Seit einigen Jahren ist es wiederaufgebaut. Und strahlt heute so prächtig wie einst.
Einst war es das historische Machtzentrum der sächsischen Kurfürsten und Könige. Heute ist das Residenzschloss Dresden ein hochkarätiges Museum und vereint weltberühmte Schatzkammern mit prunkvollen, originalgetreu rekonstruierten historischen Räumen. Hier gibt es einiges zu entdecken.
Kleiner und Großer Schlosshof: spektakuläre Kuppel und Sgraffito
Der historische Charme der sächsischen Residenz lässt sich im Schlosshof gut bei Kaffee und Kuchen im Restaurant Anna genießen. Foto: Thomas Rötting (DML-BY)
Zwei Etagen der vierstöckigen Loggia im Dresdner Schlossinnenhof mit farbenprächtigem Sgraffito. Foto: Matthias Zahn, SIB
Blick in den Kleinen Schlosshof. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Blick vom Großen Schlosshof auf das Membrandach, das den Kleinen Schlosshof des Dresdner Residenzschlosses überspannt. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Foto: HC Krass
Im Kleinen Schlosshof fällt zunächst das von Peter Kulka entworfene Membrandach auf. Es besteht aus ETFE, einem hochmodernernen Kunststoff, der sonst eher für Stadion-Neubauten verwendet wird. Der Große Schlosshof beeindruckt durch die Sgraffiti auf den gesamten Schlosswänden und ganz besonders durch die vollständige, farbenprächtige Ausmalung der vierstöckigen Loggia, des sogenannten Altans, vor dem Hausmannsturm.
Dort ist unter anderem das elf Meter umspannende Gemälde vom Besuch der Königin von Saba bei König Salomo im Jerusalemer Königspalast zu sehen. In der Etage darunter wird hingegen der Besuch der Heiligen Drei Könige beim Christuskind im Stall von Bethlehem dargestellt. Darüber hinaus zeigt das erste Obergeschoss die Bekehrung des Paulus aus dem Neuen Testament. Im Auftrag von Kurfürst Moritz von Sachsen stellten die aus Norditalien stammenden Künstlerbrüder Benedikt und Gabriel Tola die Ausmalung der Loggia Anfang der 1550er Jahre fertig.
Gewehrgalerie im Langen Gang
Auf dem Weg zum ehemaligen Marstall durchschreitet man den Langen Schlossgang. Schon von außen spektakulär: 45 Reiter und 48 Fußgänger zeigt der Fürstenzug, das größte Porzellanbild der Welt, das aus 25.000 Porzellankacheln besteht. Nach umfangreicher Rekonstruktion beherbergt der Lange Gang die Bestände der Rüstkammer: 500 prächtige Büchsen und Feuerwaffen bilden die Gewehrgalerie.
Der Fürstenzug in Dresden ist ein beliebter Stopp bei Stadtführungen mit den historisch gekleideten Stadtführern. Foto: Sven Döring / Agentur Focus (DML-BY)
Im Langen Gang lässt sich eine repräsentative Auswahl von rund 500 prachtvoller Feuerwaffen aus dem Besitz der sächsischen Kurfürsten entdecken. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Loesel
Gewehre und Pistolen aus ganz Europa werden in insgesamt 18 Einbauvitrinen, nach Vorbild der historischen Holzschränke, in chronologisch-geographischer Folge ausgestellt. Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Loesel
Kurfürst Christian I. ließ die rund einhundert Meter lange Galerie von 1588 bis 1590 durch den Baumeister Paul Buchner in Zusammenarbeit mit dem Hofkünstler Giovanni Maria Nosseni erbauen. Dadurch sollte das Dresdner Residenzschloss mit dem neu errichteten Stallgebäude, dem heutigen Johanneum, verbunden werden..
Zunächst diente der Gang als Ahnengalerie der Wettiner. Deshalb wurde er von 1589 bis 1592 mit einer entsprechenden Bildausstattung des Hofmalers Heinrich Göding und seiner Werkstatt versehen. Später, im Jahr 1733, überführte man große Teile der Feuerwaffensammlung der Rüstkammer in den Langen Gang. Die Idee dazu stammte vermutlich noch von August dem Starken. Letztlich war es jedoch sein Sohn und Nachfolger August III., der das Projekt nach dessen Tod realisierte. Bis heute gilt die Sammlung von Gewehren und Pistolen daher als eine der bedeutendsten fürstlichen Feuerwaffensammlungen Europas.
Festetage im zweiten Obergeschoss: Englische Treppe
Über die Englische Treppe gelangt man zu einer einzigartigen Folge prächtiger Festsäle. Dabei führt der Weg vom Riesensaal in das Audienzzimmer der Königin und anschließend in den prunkvollen Kleinen Ballsaal. Danach geht es weiter in den Großen Ballsaal, in das lichterfüllte Porzellankabinett sowie in den würdigen Propositionssaal. Dieser leitet schließlich in die barocken Paraderäume Augusts des Starken über.
Der Thronsaal –Pracht, wohin man schaut. Foto: SKD
Foto: SKD
Foto: SKD
Foto: SKD
Ansicht eines Paradeschlafzimmers. Foto: SKD
Die Paraderäume wurden 1719 durch August den Starken anlässlich der „Jahrhunderthochzeit“ seines Sohnes, Kurprinz Friedrich August, mit der Kaisertochter Maria Josepha eröffnet. In dieser Raumfolge inszenierte der sächsisch-polnische Kurfürst-König zugleich seine Herrschaft.
Bereits 30 Jahre zuvor hatte er als junger Prinz auf Reisen den Glanz von Versailles auf dem Höhepunkt der Macht Ludwigs XIV. selbst erlebt und war davon tief beeindruckt. Das Vorbild ist ganz offensichtlich. Außerdem ließ August der Starke für seinen Sohn neue Gemächer im Schloss einrichten, die an Pracht schwer zu übertreffen sind. Dabei stand vor allem der repräsentative Charakter im Vordergrund. Schließlich wurde hier nicht nur geschlafen, sondern auch Politik gemacht.
Das Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss Dresden ist ein Kunstmuseum für Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografie. Hier werden über eine halbe Million Werke vom Mittelalter bis heute aufbewahrt. Dazu zählen unter anderem Arbeiten von Dürer, van Eyck, Rembrandt, Piranesi, Fragonard und Friedrich sowie Werke von Toulouse-Lautrec, Kotzsch, Glöckner, Baselitz und Tillmans.
Zudem präsentieren regelmäßig kuratierte Sonderausstellungen Papier- und Druckkunst vergangener Jahrhunderte sowie grafische Sammlungen. Dadurch erhalten Besucher einen vielfältigen Einblick in die Entwicklung und Bedeutung dieser Kunstformen.
Der Studiensaal vom Kupferstich-Kabinett Dresden im Dresdner Residenzschloss ist ein Ort der Kontemplation. Foto: Sven Döring (DML-BY)
„Man glaubt sich in einen Feen-Palast versetzt“, schrieb Schopenhauer entzückt. Im Grünen Gewölbe verwahrte und präsentierte August der Starke seine Schätze. Zwischen 1723 und 1730 realisierte er im Historischen Grünen Gewölbe seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk. Zugleich wurde die Schatzkammer zum Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht.
Dort lassen sich über 2.500 Kunstwerke vor reich verzierten und verspiegelten Schauwänden oder auf Prunktischen bewundern. Während des Rundgangs gelangt man über das Bernsteinkabinett, das Elfenbeinzimmer, das Weißsilberzimmer und das Silbervergoldete Zimmer schließlich zum Pretiosensaal. Hier erreicht die prachtvolle Ausstattung mit kostbaren Gefäße aus Edelsteinen, Bergkristall, Seeschnecken und Straußeneiern einen ersten Höhepunkt.
Bereits 2004 kehrte das Neue Grüne Gewölbe als erster Teil der berühmten Schatzkammer in das wiedererrichtete Dresdner Residenzschloss zurück. Seitdem präsentiert es im ersten Obergeschoss über 1.000 wertvolle Exponate aus drei Jahrhunderten.
Kaum zu glauben, aber wahr: Über 100 winzige, einzeln gearbeitete Gesichter sind in diesem Kirschkern geschnitzt. Zu bewundern im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloss. Foto: Thomas Rötting (DML-BY)
In den zehn Räumen werden zahlreiche Hauptwerke der Sammlung ausgestellt, darunter die einzigartigen Kabinettstücke des Dresdner Hofjuweliers Dinglinger wie das Goldene Kaffeezeug und der Hofstaat des Großmoguls, die überaus kostbare Hutagraffe mit dem Grünen Diamanten und der laut Inventar mit 185 Angesichtern beschnitzte Kirschkern.
Zu den faszinierenden Pretiosen aus Gold, Silber, Email und Edelsteinen treten außergewöhnliche Objekte aus Perlmutter, Kokosnüssen und Elfenbein wie die Fregatte mit ihren hauchdünn geschnittenen Segeln. Spiegelfreie Vitrinen und modernste Lichttechnik rücken das einzelne Kunstwerk in den Mittelpunkt und erlauben ungewöhnlich nahe Blicke auf die detailreichen Werke.
Münzkabinett: Geld und Banknoten von der Antike bis heute
Das Münzkabinett beherbergt eine faszinierende Ausstellung über die ganze Welt der Zahlungsmittel bis zur Gegenwart. Foto: SKD
Das Münzkabinett zählt mit seinen rund 300.000 Objekten zu den größten numismatischen Sammlungen in Deutschland. Foto: Oliver Killig
Die Exponate stammen aus allen Zeiten und Ländern der Welt. Foto: Oliver Killig
Münzen, Medaillen, Banknoten, Orden, historische Wertpapiere, Prägestempel und münztechnische Geräte: Das Dresdner Münzkabinett vereint rund 300.000 numismatische Objekte von der Antike bis zur Gegenwart. Damit ist es mit 500 Jahren das älteste Museum im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Die Dauerausstellung zeigt verschiedene Aspekte des Geldwesens und der Medaillenkunst. Dabei führt sie von der Drachme bis zum Euro chronologisch durch die Münzgeschichte. Außerdem vervollständigen originelle Münznamen, Fälschungen, Gewichte und nicht zuletzt Schatzfunde das komplexe Bild des Geldes.
Rüstkammer: Prunkwaffen und Ritterrüstungen
Reich verzierte Rüstungen, Feuerwaffen, Schwerter und Säbel aus edlen Metallen, aber auch prächtige Kleider und Reitzeuge – all das ist in der Dresdner Rüstkammer zu sehen. Foto: Michael R. Hennig (DML-BY)
Beim Lanzenstechen galoppierten Ritter mit schweren Turnierlanzen aufeinander zu und versuchten sich gegenseitig aus dem Sattel zu stoßen. Foto: Michael R. Hennig (DML-BY)
Reich verzierte Rüstungen, Feuerwaffen, Schwerter und Säbel aus edlen Metallen sowie prächtige Kleider und Reitzeuge lassen sich in der Dresdner Rüstkammer bewundern. Dabei vermittelt die Sammlung einen anschaulichen Eindruck der Turnierkunst am sächsischen Hof. Zudem zählt sie zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Mit rund 13.000 Einzelstücken gehört sie außerdem zu den größten Sammlungen ihrer Art.
Die „Kunstkammer Gegenwart“ im Dresdner Residenzschloss
Mit der „Kunstkammer Gegenwart“ wurde in der ehemaligen Fürstengalerie ein Ort für zeitgenössische Kunst integriert. Es ist ein Archiv der Gegenwart, in dem vorrangig Werke der Schenkung Sammlung Hoffmann, aber auch Arbeiten aus dem Kunstfonds, dem Kupferstich-Kabinett und dem Albertinum sowie der den Kunstsammlungen angegliederten Stiftung Günther und Annemarie Gercken gezeigt werden. Der Bestand der Fürstengalerie ist weiterhin im Residenzschloss zu sehen.
Residenzschloss Dresden Altstadt // Taschenberg 2
täglich 10 bis 17 Uhr, Dienstag geschlossen
Abendöffnung jeden Freitag 16.30 bis 19 Uhr.
Tickets 18 Euro, ermäßigt 13,50 Euro (außer Historisches Grünes Gewölbe)
Klassik-Freunde aufgepasst: Das Dresdner Residenz Orchester feiert von April bis Augus 2023 seinen zehnten Geburtstag mit einer besonderen Konzertreihe. Wir…
Das Residenzschloss im Herzen der Altstadt ist Ursprungsort und Zentrum der Dresdner Kunstsammlungen. Unter August dem Starken wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, damals ein Novum. Bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 brannte das Residenzschloss vollständig aus. Seit einigen Jahren ist es wiederaufgebaut. Und strahlt heute so prächtig wie einst.
Einst war es das historische Machtzentrum der sächsischen Kurfürsten und Könige. Heute ist das Residenzschloss Dresden ein hochkarätiges Museum und vereint weltberühmte Schatzkammern mit prunkvollen, originalgetreu rekonstruierten historischen Räumen. Hier gibt es einiges zu entdecken.
Kleiner und Großer Schlosshof: spektakuläre Kuppel und Sgraffito
Im Kleinen Schlosshof fällt zunächst das von Peter Kulka entworfene Membrandach auf. Es besteht aus ETFE, einem hochmodernernen Kunststoff, der sonst eher für Stadion-Neubauten verwendet wird. Der Große Schlosshof beeindruckt durch die Sgraffiti auf den gesamten Schlosswänden und ganz besonders durch die vollständige, farbenprächtige Ausmalung der vierstöckigen Loggia, des sogenannten Altans, vor dem Hausmannsturm.
Dort ist unter anderem das elf Meter umspannende Gemälde vom Besuch der Königin von Saba bei König Salomo im Jerusalemer Königspalast zu sehen. In der Etage darunter wird hingegen der Besuch der Heiligen Drei Könige beim Christuskind im Stall von Bethlehem dargestellt. Darüber hinaus zeigt das erste Obergeschoss die Bekehrung des Paulus aus dem Neuen Testament. Im Auftrag von Kurfürst Moritz von Sachsen stellten die aus Norditalien stammenden Künstlerbrüder Benedikt und Gabriel Tola die Ausmalung der Loggia Anfang der 1550er Jahre fertig.
Gewehrgalerie im Langen Gang
Auf dem Weg zum ehemaligen Marstall durchschreitet man den Langen Schlossgang. Schon von außen spektakulär: 45 Reiter und 48 Fußgänger zeigt der Fürstenzug, das größte Porzellanbild der Welt, das aus 25.000 Porzellankacheln besteht. Nach umfangreicher Rekonstruktion beherbergt der Lange Gang die Bestände der Rüstkammer: 500 prächtige Büchsen und Feuerwaffen bilden die Gewehrgalerie.
Kurfürst Christian I. ließ die rund einhundert Meter lange Galerie von 1588 bis 1590 durch den Baumeister Paul Buchner in Zusammenarbeit mit dem Hofkünstler Giovanni Maria Nosseni erbauen. Dadurch sollte das Dresdner Residenzschloss mit dem neu errichteten Stallgebäude, dem heutigen Johanneum, verbunden werden..
Zunächst diente der Gang als Ahnengalerie der Wettiner. Deshalb wurde er von 1589 bis 1592 mit einer entsprechenden Bildausstattung des Hofmalers Heinrich Göding und seiner Werkstatt versehen. Später, im Jahr 1733, überführte man große Teile der Feuerwaffensammlung der Rüstkammer in den Langen Gang. Die Idee dazu stammte vermutlich noch von August dem Starken. Letztlich war es jedoch sein Sohn und Nachfolger August III., der das Projekt nach dessen Tod realisierte. Bis heute gilt die Sammlung von Gewehren und Pistolen daher als eine der bedeutendsten fürstlichen Feuerwaffensammlungen Europas.
Festetage im zweiten Obergeschoss: Englische Treppe
Über die Englische Treppe gelangt man zu einer einzigartigen Folge prächtiger Festsäle. Dabei führt der Weg vom Riesensaal in das Audienzzimmer der Königin und anschließend in den prunkvollen Kleinen Ballsaal. Danach geht es weiter in den Großen Ballsaal, in das lichterfüllte Porzellankabinett sowie in den würdigen Propositionssaal. Dieser leitet schließlich in die barocken Paraderäume Augusts des Starken über.
Foto: Michael R. Henning
Paraderäume: originalgetreu rekonstruierte Prunkgemächer
Die Paraderäume wurden 1719 durch August den Starken anlässlich der „Jahrhunderthochzeit“ seines Sohnes, Kurprinz Friedrich August, mit der Kaisertochter Maria Josepha eröffnet. In dieser Raumfolge inszenierte der sächsisch-polnische Kurfürst-König zugleich seine Herrschaft.
Bereits 30 Jahre zuvor hatte er als junger Prinz auf Reisen den Glanz von Versailles auf dem Höhepunkt der Macht Ludwigs XIV. selbst erlebt und war davon tief beeindruckt. Das Vorbild ist ganz offensichtlich. Außerdem ließ August der Starke für seinen Sohn neue Gemächer im Schloss einrichten, die an Pracht schwer zu übertreffen sind. Dabei stand vor allem der repräsentative Charakter im Vordergrund. Schließlich wurde hier nicht nur geschlafen, sondern auch Politik gemacht.
Kupferstich-Kabinett: Papier- und Druckkunst
Das Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss Dresden ist ein Kunstmuseum für Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografie. Hier werden über eine halbe Million Werke vom Mittelalter bis heute aufbewahrt. Dazu zählen unter anderem Arbeiten von Dürer, van Eyck, Rembrandt, Piranesi, Fragonard und Friedrich sowie Werke von Toulouse-Lautrec, Kotzsch, Glöckner, Baselitz und Tillmans.
Zudem präsentieren regelmäßig kuratierte Sonderausstellungen Papier- und Druckkunst vergangener Jahrhunderte sowie grafische Sammlungen. Dadurch erhalten Besucher einen vielfältigen Einblick in die Entwicklung und Bedeutung dieser Kunstformen.
Grünes Gewölbe: Die Schatzkammer des Königs
„Man glaubt sich in einen Feen-Palast versetzt“, schrieb Schopenhauer entzückt. Im Grünen Gewölbe verwahrte und präsentierte August der Starke seine Schätze. Zwischen 1723 und 1730 realisierte er im Historischen Grünen Gewölbe seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk. Zugleich wurde die Schatzkammer zum Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht.
Dort lassen sich über 2.500 Kunstwerke vor reich verzierten und verspiegelten Schauwänden oder auf Prunktischen bewundern. Während des Rundgangs gelangt man über das Bernsteinkabinett, das Elfenbeinzimmer, das Weißsilberzimmer und das Silbervergoldete Zimmer schließlich zum Pretiosensaal. Hier erreicht die prachtvolle Ausstattung mit kostbaren Gefäße aus Edelsteinen, Bergkristall, Seeschnecken und Straußeneiern einen ersten Höhepunkt.
Bereits 2004 kehrte das Neue Grüne Gewölbe als erster Teil der berühmten Schatzkammer in das wiedererrichtete Dresdner Residenzschloss zurück. Seitdem präsentiert es im ersten Obergeschoss über 1.000 wertvolle Exponate aus drei Jahrhunderten.
Neues Grünes Gewölbe: faszinierende Kostbarkeiten
In den zehn Räumen werden zahlreiche Hauptwerke der Sammlung ausgestellt, darunter die einzigartigen Kabinettstücke des Dresdner Hofjuweliers Dinglinger wie das Goldene Kaffeezeug und der Hofstaat des Großmoguls, die überaus kostbare Hutagraffe mit dem Grünen Diamanten und der laut Inventar mit 185 Angesichtern beschnitzte Kirschkern.
Zu den faszinierenden Pretiosen aus Gold, Silber, Email und Edelsteinen treten außergewöhnliche Objekte aus Perlmutter, Kokosnüssen und Elfenbein wie die Fregatte mit ihren hauchdünn geschnittenen Segeln. Spiegelfreie Vitrinen und modernste Lichttechnik rücken das einzelne Kunstwerk in den Mittelpunkt und erlauben ungewöhnlich nahe Blicke auf die detailreichen Werke.
Münzkabinett: Geld und Banknoten von der Antike bis heute
Münzen, Medaillen, Banknoten, Orden, historische Wertpapiere, Prägestempel und münztechnische Geräte: Das Dresdner Münzkabinett vereint rund 300.000 numismatische Objekte von der Antike bis zur Gegenwart. Damit ist es mit 500 Jahren das älteste Museum im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Die Dauerausstellung zeigt verschiedene Aspekte des Geldwesens und der Medaillenkunst. Dabei führt sie von der Drachme bis zum Euro chronologisch durch die Münzgeschichte. Außerdem vervollständigen originelle Münznamen, Fälschungen, Gewichte und nicht zuletzt Schatzfunde das komplexe Bild des Geldes.
Rüstkammer: Prunkwaffen und Ritterrüstungen
Reich verzierte Rüstungen, Feuerwaffen, Schwerter und Säbel aus edlen Metallen sowie prächtige Kleider und Reitzeuge lassen sich in der Dresdner Rüstkammer bewundern. Dabei vermittelt die Sammlung einen anschaulichen Eindruck der Turnierkunst am sächsischen Hof. Zudem zählt sie zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Mit rund 13.000 Einzelstücken gehört sie außerdem zu den größten Sammlungen ihrer Art.
Die „Kunstkammer Gegenwart“ im Dresdner Residenzschloss
Mit der „Kunstkammer Gegenwart“ wurde in der ehemaligen Fürstengalerie ein Ort für zeitgenössische Kunst integriert. Es ist ein Archiv der Gegenwart, in dem vorrangig Werke der Schenkung Sammlung Hoffmann, aber auch Arbeiten aus dem Kunstfonds, dem Kupferstich-Kabinett und dem Albertinum sowie der den Kunstsammlungen angegliederten Stiftung Günther und Annemarie Gercken gezeigt werden. Der Bestand der Fürstengalerie ist weiterhin im Residenzschloss zu sehen.
Residenzschloss Dresden
Altstadt // Taschenberg 2
täglich 10 bis 17 Uhr, Dienstag geschlossen
Abendöffnung jeden Freitag 16.30 bis 19 Uhr.
Tickets 18 Euro, ermäßigt 13,50 Euro (außer Historisches Grünes Gewölbe)
www.skd.museum/besuch/residenzschloss/
Lesen Sie auch …
Das Residenzschloss war der Sitz der Mächtigen in Sachsen. Heute strahlt es so prächtig wie einst. Ein Rundgang.
Klassik-Freunde aufgepasst: Das Dresdner Residenz Orchester feiert von April bis Augus 2023 seinen zehnten Geburtstag mit einer besonderen Konzertreihe. Wir…