Die Biologin Claudia Sperling ist eine von vielen Hobby-Imkern in Dresden. Sie kümmert sich um fünf Bienenvölker im Garten, engagiert sich im Imkerverein Dresden und gibt ihr Wissen an Schulen weiter. Foto: Corinna Dohrn
Nicht nur auf dem Land geraten Insekten zunehmend unter Druck. Auch in der Stadt brauchen Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber mehr Lebensraum. Dresden zeigt jedoch, wie urbaner Naturschutz gelingen kann: mit blühenden Wiesen, wilden Ecken, engagierten Initiativen und Projekten, die Stadtbienen ein Zuhause geben.
Rund 400 Bienenarten leben in Sachsen. Die Honigbiene ist dabei nur eine von vielen – und zugleich längst nicht die am stärksten bedrohte. Besonders Wildbienen kämpfen ums Überleben. Der Grund dafür ist vor allem der Verlust von Nahrung und Nistplätzen. Denn einige Wildbienenarten sind auf ganz bestimmte Blühpflanzen angewiesen, die in aufgeräumten, versiegelten Landschaften kaum noch vorkommen. Fehlen diese Blüten, finden die Tiere nicht genug Nahrung.
Stadtbienen brauchen wilde Ecken
Dabei ist die Lösung eigentlich einfach: Wildbienen brauchen ein vielfältiges Blütenangebot, strukturreiche Flächen und ungestörte, „wilde Ecken“ zum Nisten. Dort finden sie Nahrung und Schutz. Gleichzeitig profitieren davon auch Schmetterlinge, Käfer und viele weitere Bestäuber. Naturschutz in Dresden bedeutet deshalb auch, Stadträume wieder lebendiger, bunter und artenreicher zu gestalten.
Dafür bringt Dresden beste Voraussetzungen mit. Fast zwei Drittel des Stadtgebiets bestehen aus Wald- und Grünflächen, darunter die Dresdner Heide, der Große Garten und die Elbwiesen. Doch auch mitten in der belebten Altstadt und Neustadt finden Wild- und Honigbienen inzwischen mehr Nahrung und Nistplätze als in vielen ländlichen Regionen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Projekte für mehr Artenvielfalt.
Dresdens Einsatz für Stadtbienen und Bestäuber
Wildbienen brauchen wilde Ecken im Garten, Blühinseln, Laubhaufen und Hecken. Foto: Hamie Street on Unsplash
Vor über zehn Jahren hat Dresden begonnen, sich zu einer echten „Bienenstadt“ zu entwickeln. Dabei geht es nicht um eine reine Imagekampagne, sondern um ein langfristiges Versprechen: mehr Artenvielfalt, mehr blühende Stadträume und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Hinter diesem Ziel stehen zahlreiche Initiativen, mutige Projekte und viele engagierte Menschen. Dazu gehören Stadtplaner ebenso wie Imker, Wildbienenfans, Balkongärtnerinnen sowie Vereine und Umweltgruppen.
Seltene Wildbienenart entdeckt
Dieses Engagement zeigt inzwischen Wirkung. Es summt von den Dächern der Altstadt bis in die grünen Randbezirke. Vor kurzem gab es sogar eine kleine Sensation: Im behutsam renaturierten Weißeritzgrünzug, einem Naherholungsgebiet mit Radweg am Rand der Altstadt, wurde die seltene Spitzfühler-Stängelbiene entdeckt. Die Weibchen dieser Art bauen ihre Nester bevorzugt in dicken Brombeerranken. Weil die Stadt Dresden dort Hecken, Wildpflanzen und Wiesen ungestört wachsen lässt, finden die Bienen ausreichend Blüten und Nistplätze. Außerdem wurde am Weißeritzgrünzug bereits eine zweite Bienenart gesichtet, die zuvor als ausgestorben galt.
Naturschutz und Bienenprojekte
Stadt und Naturschutz müssen kein Widerspruch sein. Im Gegenteil: Gerade urbane Räume können wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Honigbienen und andere Bestäuber bieten. Hier findest Du ausgewählte Projekte und Orte in und um Dresden zum Mitmachen und Besuchen.
Die Stadtimker Biene sucht Blüte – so heißt eine der wichtigsten Kontaktbörsen für Stadtbienen in Dresden. Das Prinzip ist ebenso einfach wie wirksam: Blühflächen werden an Bestäuber vermittelt – und umgekehrt. Dahinter steht die Arbeitsgruppe Wildbienenschutz und ökologische Bienenhaltung des Imkervereins Dresden e. V. Der Verein gilt als wichtiger Vorreiter für mehr Bienen-Bewusstsein in der Elbmetropole. Mit Angeboten wie dem Bienenlehrpfad, Sensenworkshops und praktischen Informationen zur naturnahen Bienenhaltung leistet er wertvolle Aufklärungsarbeit. Dadurch wird Naturschutz in Dresden nicht nur sichtbar, sondern auch für viele Menschen direkt erlebbar.
BienenBrückenBauen Seit mittlerweile drei Jahren werden in Dresden Brücken gebaut – allerdings nicht aus Stein oder Stahl, sondern aus Blüten. Das Mitmachprojekt BienenBrückenBauendes Umweltzentrums Dresdenschafft mit Blühstreifen, Wildstaudenbeeten und Insektenhotels neue Lebensräume für Wildbienen. Dabei kann jede und jeder mitmachen: mit Saatguttüten für den eigenen Balkon, bei gemeinsamen Pflanzaktionen oder in Nistkästen-Workshops. Darüber hinaus bietet das Projekt Wildbienen-Spaziergänge an, zum Beispiel durch den Weißeritzgrünzug. So entstehen Schritt für Schritt grüne Verbindungen, die Stadtbienen in Dresden mehr Nahrung, Schutz und Lebensraum bieten.
Bienenlehrpfad Wie leben Bienen in der Stadt? Welche Rolle spielen sie im Ökosystem? Und warum sind Wildbienen für die Artenvielfalt so wichtig? Antworten darauf gibt der Dresdner Bienenlehrpfad. An 15 Stationen tauchen Besucher in die faszinierende Welt der Wild- und Honigbienen ein. Dabei erfahren sie Spannendes über Lebensweisen, Schutzprojekte und die Bedeutung der Bestäuber für eine intakte Stadtnatur. Der Lehrpfad zeigt anschaulich, warum Stadtbienen ein wichtiger Teil des Naturschutzes in Dresden sind.
Wildbienenparadies Botanischer Garten Im Botanischen Garten Dresden haben mehr als 100 bedrohte Wildbienenarten ein Zuhause gefunden. Ihre Adresse: das größte Insektenhotel der Stadt mit beeindruckendem Strohdach, in dem nahezu jeder Halm bewohnt ist. Auch das Blütenangebot ist sorgfältig auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmt. Selbst spezialisierte Arten wie die seltene Hahnenfuß-Scherenbiene, die ausschließlich Hahnenfuß-Pollen sammelt, finden hier passende Nahrung. Besucher können in regelmäßigen Veranstaltungen mehr erfahren. Darüber hinaus gibt es in Dresden weitere Insektenhotels. Besonders eindrucksvoll ist zum Beispiel der Wildbienen-Tower auf dem HTW-Campus.
Nicht nur auf dem Land geraten Insekten zunehmend unter Druck. Auch in der Stadt brauchen Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber mehr Lebensraum. Dresden zeigt jedoch, wie urbaner Naturschutz gelingen kann: mit blühenden Wiesen, wilden Ecken, engagierten Initiativen und Projekten, die Stadtbienen ein Zuhause geben.
Rund 400 Bienenarten leben in Sachsen. Die Honigbiene ist dabei nur eine von vielen – und zugleich längst nicht die am stärksten bedrohte. Besonders Wildbienen kämpfen ums Überleben. Der Grund dafür ist vor allem der Verlust von Nahrung und Nistplätzen. Denn einige Wildbienenarten sind auf ganz bestimmte Blühpflanzen angewiesen, die in aufgeräumten, versiegelten Landschaften kaum noch vorkommen. Fehlen diese Blüten, finden die Tiere nicht genug Nahrung.
Stadtbienen brauchen wilde Ecken
Dabei ist die Lösung eigentlich einfach: Wildbienen brauchen ein vielfältiges Blütenangebot, strukturreiche Flächen und ungestörte, „wilde Ecken“ zum Nisten. Dort finden sie Nahrung und Schutz. Gleichzeitig profitieren davon auch Schmetterlinge, Käfer und viele weitere Bestäuber. Naturschutz in Dresden bedeutet deshalb auch, Stadträume wieder lebendiger, bunter und artenreicher zu gestalten.
Dafür bringt Dresden beste Voraussetzungen mit. Fast zwei Drittel des Stadtgebiets bestehen aus Wald- und Grünflächen, darunter die Dresdner Heide, der Große Garten und die Elbwiesen. Doch auch mitten in der belebten Altstadt und Neustadt finden Wild- und Honigbienen inzwischen mehr Nahrung und Nistplätze als in vielen ländlichen Regionen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Projekte für mehr Artenvielfalt.
Dresdens Einsatz für Stadtbienen und Bestäuber
Vor über zehn Jahren hat Dresden begonnen, sich zu einer echten „Bienenstadt“ zu entwickeln. Dabei geht es nicht um eine reine Imagekampagne, sondern um ein langfristiges Versprechen: mehr Artenvielfalt, mehr blühende Stadträume und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Hinter diesem Ziel stehen zahlreiche Initiativen, mutige Projekte und viele engagierte Menschen. Dazu gehören Stadtplaner ebenso wie Imker, Wildbienenfans, Balkongärtnerinnen sowie Vereine und Umweltgruppen.
Seltene Wildbienenart entdeckt
Dieses Engagement zeigt inzwischen Wirkung. Es summt von den Dächern der Altstadt bis in die grünen Randbezirke. Vor kurzem gab es sogar eine kleine Sensation: Im behutsam renaturierten Weißeritzgrünzug, einem Naherholungsgebiet mit Radweg am Rand der Altstadt, wurde die seltene Spitzfühler-Stängelbiene entdeckt. Die Weibchen dieser Art bauen ihre Nester bevorzugt in dicken Brombeerranken. Weil die Stadt Dresden dort Hecken, Wildpflanzen und Wiesen ungestört wachsen lässt, finden die Bienen ausreichend Blüten und Nistplätze. Außerdem wurde am Weißeritzgrünzug bereits eine zweite Bienenart gesichtet, die zuvor als ausgestorben galt.
Naturschutz und Bienenprojekte
Stadt und Naturschutz müssen kein Widerspruch sein. Im Gegenteil: Gerade urbane Räume können wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Honigbienen und andere Bestäuber bieten. Hier findest Du ausgewählte Projekte und Orte in und um Dresden zum Mitmachen und Besuchen.
Biene sucht Blüte – so heißt eine der wichtigsten Kontaktbörsen für Stadtbienen in Dresden. Das Prinzip ist ebenso einfach wie wirksam: Blühflächen werden an Bestäuber vermittelt – und umgekehrt. Dahinter steht die Arbeitsgruppe Wildbienenschutz und ökologische Bienenhaltung des Imkervereins Dresden e. V. Der Verein gilt als wichtiger Vorreiter für mehr Bienen-Bewusstsein in der Elbmetropole. Mit Angeboten wie dem Bienenlehrpfad, Sensenworkshops und praktischen Informationen zur naturnahen Bienenhaltung leistet er wertvolle Aufklärungsarbeit. Dadurch wird Naturschutz in Dresden nicht nur sichtbar, sondern auch für viele Menschen direkt erlebbar.
Seit mittlerweile drei Jahren werden in Dresden Brücken gebaut – allerdings nicht aus Stein oder Stahl, sondern aus Blüten. Das Mitmachprojekt BienenBrückenBauen des Umweltzentrums Dresden schafft mit Blühstreifen, Wildstaudenbeeten und Insektenhotels neue Lebensräume für Wildbienen. Dabei kann jede und jeder mitmachen: mit Saatguttüten für den eigenen Balkon, bei gemeinsamen Pflanzaktionen oder in Nistkästen-Workshops. Darüber hinaus bietet das Projekt Wildbienen-Spaziergänge an, zum Beispiel durch den Weißeritzgrünzug. So entstehen Schritt für Schritt grüne Verbindungen, die Stadtbienen in Dresden mehr Nahrung, Schutz und Lebensraum bieten.
Wie leben Bienen in der Stadt? Welche Rolle spielen sie im Ökosystem? Und warum sind Wildbienen für die Artenvielfalt so wichtig? Antworten darauf gibt der Dresdner Bienenlehrpfad. An 15 Stationen tauchen Besucher in die faszinierende Welt der Wild- und Honigbienen ein. Dabei erfahren sie Spannendes über Lebensweisen, Schutzprojekte und die Bedeutung der Bestäuber für eine intakte Stadtnatur. Der Lehrpfad zeigt anschaulich, warum Stadtbienen ein wichtiger Teil des Naturschutzes in Dresden sind.
Im Botanischen Garten Dresden haben mehr als 100 bedrohte Wildbienenarten ein Zuhause gefunden. Ihre Adresse: das größte Insektenhotel der Stadt mit beeindruckendem Strohdach, in dem nahezu jeder Halm bewohnt ist. Auch das Blütenangebot ist sorgfältig auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmt. Selbst spezialisierte Arten wie die seltene Hahnenfuß-Scherenbiene, die ausschließlich Hahnenfuß-Pollen sammelt, finden hier passende Nahrung. Besucher können in regelmäßigen Veranstaltungen mehr erfahren. Darüber hinaus gibt es in Dresden weitere Insektenhotels. Besonders eindrucksvoll ist zum Beispiel der Wildbienen-Tower auf dem HTW-Campus.
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