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FAST-Cluster für Echtzeitsysteme: Innovation made in Dresden

Hightech-Projekt der TU Dresden

Foto: Unsplash

Wer sich für Hightech und Forschung am Nabel der Zeit interessiert, der ist in Dresden genau richtig. Denn mit dem FAST-Cluster befindet sich hier ein beispielloses Kompetenzzentrum zum Thema Echtzeitkommunikation, einer der Schlüsseltechnologien der Zukunft.

Autonomes Fahren, 5G-Mobilfunk, Virtual Reality, Industrie 4.0… All das sind Zukunftstechnologien, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Realität werden sollen und das Potential haben, unser Leben von Grund auf umzukrempeln. Was all diese Technologien verbindet? Damit sie funktionieren, müssen Daten kabellos in kaum vorstellbaren Geschwindigkeiten übertragen werden, ohne Verzögerung, ohne Fehler – buchstäblich in Echtzeit.

Dresden: Geballte Expertise zum Thema Echtzeitkommunikation

Daher wird aktuell eifrig daran geforscht, Funkverbindungen zu verbessern. Überall auf der Welt haben sich Kompetenzzentren gebildet, an denen die Forschung im Eiltempo vorangetrieben wird. Eines davon befindet sich in Dresden. Denn an der TU Dresden erkannten die Professoren Frank Ellinger und Gerhard Fettweis bereits vor fast einem Jahrzehnt, wie wichtig superschnelle Datenraten für praktisch jede zukünftige Technologie sein werden. Im Rahmen des Programms »Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) riefen sie 2014 das FAST-Cluster für Echtzeitsysteme ins Leben. Der Name steht für „fast actuors sensors & tranceivers“.

Aus ihrer Vision wurde schnell Wirklichkeit: In dem Forschungscluster wurden 46 kleine und mittlere Unternehmen, 17 Großunternehmen, 26 Professuren von zehn Universitäten und Hochschulen und sieben Forschungsinstitute miteinander vernetzt – und Dresden wurde zum bundesweiten Kompetenzzentrum in Sachen Echtzeitübertragung.

Über 45 Millionen Euro Förderung vom BMBF

Das Ergebnis des ambitionierten Projekts, das noch bis zum Ende des Jahres durch das BMBF gefördert wird, kann sich mehr als sehen lassen: Laut eigener Aussage habe man nicht weniger als „die Echtzeitdatenkommunikation revolutioniert“. Hunderte wissenschaftliche Publikationen wurden im Zuge des Projekts veröffentlicht, 18 Patente angemeldet, zahlreiche Start-ups gingen aus der Forschung hervor.

In insgesamt 25 technischen Teilprojekten wurden die interdisziplinären Grundlagen gelegt und der Stand der Technik verbessert. Beispiel gefällig? Im Projekt „Fast Wireless“, das sich mit ultrakurzen Verzögerungszeiten bei der 5G-Technik befasst, gelang es den Forschenden, den Stand der Technik um den Faktor 30 zu verbessern.

Humorvolle Songs für mehr Aufmerksamkeit

Doch nicht nur im Labor, auch im Tonstudio wurden man kreativ. Um weltweit mehr Menschen für das wichtige, aber dennoch abstrakte Thema Echtzeitsysteme zu begeistern und gleichzeitig die Sichtbarkeit des FAST-Projekts zu erhöhen, entstanden mehrere witzige Songs, die sich mit den Technologien befassen, zum Beispiel der „Circuit-Song“:

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Am vergangenen Mittwoch zogen die Beteiligten dann stolz Bilanz: Bei einer feierlichen Veranstaltung an der TU Dresden blickte man gemeinsam zurück auf die zahlreichen Erfolge und Innovationen des Projekts – und nicht zuletzt auch auf die dafür gewonnen Preise.