Seit Juni bringen die Bitterorangen-Bäumchen mediterranes Flair in den Zwinger. Foto: Michael R. Hennig (DML-BY)
Nach fünf Jahren Sanierungspause kehren die Orangenbäume in den Dresdner Zwinger zurück - und erinnern damit auch an die Geschichte des prächtigen Innenhofs, der einst als Orangerie erbaut wurde. Für einige der Bäume werden noch Paten gesucht.
Mediterranes Flair im Herzen Dresdens: Die Orangenbäumchen kehren in den Dresdner Zwinger zurück. Nach der Sanierung des Zwingerhofs werden im Sommer 2026 erstmals nach fünf Jahren wieder zahlreiche Pomeranzen – also Bitterorangenbäume – entlang der Hauptwege aufgestellt. Somit erhält eines der bedeutendsten Barockbauwerke Europas ein Stück seiner historischen Gestalt zurück.
Die Orangerie im Dresdner Zwinger und August der Starke
Schon August der Starke ließ im Dresdner Zwinger einst 1.700 Orangenbäumchen aufstellen. Die Bogengalerien dienten als Winterquartier. Foto: Michael R. Hennig (DML-BY)
Zitruspflanzen galten im 18. Jahrhundert als kostbar, exotisch und schwer zu kultivieren. Wer nördlich der Alpen Orangenbäume besaß, bewies deshalb nicht nur Reichtum, sondern auch gärtnerisches Können und politische Macht. Auch August der Starke war von den empfindlichen Gewächsen fasziniert. Deshalb ließ er Pflanzen aus Italien nach Sachsen bringen. Gleichzeitig benötigte er repräsentative Orte, an denen sie im Sommer gezeigt und im Winter geschützt werden konnten.
Der Zwinger, errichtet unter der Leitung des Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und des Bildhauers Balthasar Permoser, war deshalb nicht nur als Renn- und Festspielplatz konzipiert. Die den Platz begrenzenden Bauten waren als Orangerie geplant. Denn die Sammelleidenschaft August des Starken beschränkte sich nicht auf Porzellan und Kunstwerke, sondern auch auf die aus dem Süden stammenden Gewächse. Einst sollen hier rund 1.700 Pomeranzen gestanden haben.
Orangenbäume als barockes Statussymbol
Die Orangenbäumchen vermittelten nicht nur südliches Flair. Darüber hinaus waren sie ein wichtiges Statussymbol. Ihre Früchte erinnerten an die goldenen Äpfel der Hesperiden aus der griechischen Mythologie, die den Göttern ewige Jugend schenkten. Dieser Bezug passt bis heute zur Bildwelt des Zwingers: Auf dem Wallpavillon steht der »Hercules Saxonicus«, eine barocke Herkulesfigur. Sie unterstreicht die mythologische Kraft- und Herrschaftssymbolik des Bauwerks.
Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden die Orangenbäume schließlich aus dem Zwinger. Die verbliebenen Zitrusbestände fanden unter anderem in Pillnitz und im Barockgarten Großsedlitz ein neues Zuhause. Dort wird die Tradition der sächsischen Orangeriekultur bis heute gepflegt.
Rückkehr der Pomeranzen in den Dresdner Zwinger Video???
Nach einer mehrjährigen Sanierungspause kehren jetzt zunächst 52 Pomeranzen in den Zwingerhof zurück. Sie hatten im Barockgarten Großsedlitz fünf Jahre lang ihren „Zweitwohnsitz“ und wurden dort von spezialisierten Gärtnern, den sogenannten Orangeuren, gepflegt. Die Bäumchen sind inzwischen mehr als 3,5 Meter hoch und wiegen mit Kübel rund 120 Kilogramm. Deshalb verlangt ihr Transport viel Erfahrung, Kraft und Fingerspitzengefühl. Im Zwinger erinnern sie Besucher wieder daran, dass dieses berühmte Bauwerk nicht nur Museumskulisse ist. Vielmehr war es einst ein lebendiger Ort höfischer Gartenkunst.
Die Pomeranzen tragen auch Früchte, die geerntet und zu Marmelade verarbeitet werden. Die Zwinger-Pomeranzen-Marmelade ist u.a. im Zwinger-Museums-Shop erhältlich.
Prominente Unterstützung bekommt die Orangerie im Dresdner Zwinger auch aus der Dresdner Musikszene: Tino Piontek, international bekannt als Purple Disco Machine, übernimmt gemeinsam mit Stefan Kästner von der Bernd Aust Kulturmanagement GmbH die Patenschaft für ein Orangenbäumchen im Dresdner Zwinger. Damit setzen beide ein sichtbares Zeichen für ihre Verbundenheit mit Dresden und einem der wichtigsten historischen Orte der Stadt. Ein Patenschild am Bäumchens macht auf die Unterstützung aufmerksam. Tino Piontek hat bereits im Mai 2026 mit vier spektaktulären Konzerten im Zwinger das historische Denkmal in eine große Open-Air-Party verwandelt.
Orangenbaumpate im Zwinger werden
Die Pflege der empfindlichen Orangenbäume ist aufwendig. Denn Schnitt, Bewässerung, Düngung, Schädlingskontrolle, Transport und Überwinterung erfordern Fachwissen und regelmäßige Betreuung. Deshalb werden für die Orangenbäume im Dresdner Zwinger weiterhin Paten gesucht. Eine Patenschaft läuft über fünf Jahre und umfasst eine jährliche Spende von 550 Euro. Mit den Beiträgen werden die Pflege der Orangenbäume und die gärtnerische Betreuung unterstützt. Wer die Orangerie Dresden Zwinger fördern möchte, kann sich daher an den Freundeskreis Schlösserland Sachsen wenden und eine Patenschaft für eines der historischen Bäumchenübernehmen.
Das feine Dresdner Sächsisch klingt ausgesprochen gut. Jedenfalls für den Dresdner. Für Gäste wirkt die Sprache der Elbtalbewohner oft unaussprechlich…
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Mediterranes Flair im Herzen Dresdens: Die Orangenbäumchen kehren in den Dresdner Zwinger zurück. Nach der Sanierung des Zwingerhofs werden im Sommer 2026 erstmals nach fünf Jahren wieder zahlreiche Pomeranzen – also Bitterorangenbäume – entlang der Hauptwege aufgestellt. Somit erhält eines der bedeutendsten Barockbauwerke Europas ein Stück seiner historischen Gestalt zurück.
Die Orangerie im Dresdner Zwinger und August der Starke
Zitruspflanzen galten im 18. Jahrhundert als kostbar, exotisch und schwer zu kultivieren. Wer nördlich der Alpen Orangenbäume besaß, bewies deshalb nicht nur Reichtum, sondern auch gärtnerisches Können und politische Macht. Auch August der Starke war von den empfindlichen Gewächsen fasziniert. Deshalb ließ er Pflanzen aus Italien nach Sachsen bringen. Gleichzeitig benötigte er repräsentative Orte, an denen sie im Sommer gezeigt und im Winter geschützt werden konnten.
Der Zwinger, errichtet unter der Leitung des Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und des Bildhauers Balthasar Permoser, war deshalb nicht nur als Renn- und Festspielplatz konzipiert. Die den Platz begrenzenden Bauten waren als Orangerie geplant. Denn die Sammelleidenschaft August des Starken beschränkte sich nicht auf Porzellan und Kunstwerke, sondern auch auf die aus dem Süden stammenden Gewächse. Einst sollen hier rund 1.700 Pomeranzen gestanden haben.
Orangenbäume als barockes Statussymbol
Die Orangenbäumchen vermittelten nicht nur südliches Flair. Darüber hinaus waren sie ein wichtiges Statussymbol. Ihre Früchte erinnerten an die goldenen Äpfel der Hesperiden aus der griechischen Mythologie, die den Göttern ewige Jugend schenkten. Dieser Bezug passt bis heute zur Bildwelt des Zwingers: Auf dem Wallpavillon steht der »Hercules Saxonicus«, eine barocke Herkulesfigur. Sie unterstreicht die mythologische Kraft- und Herrschaftssymbolik des Bauwerks.
Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden die Orangenbäume schließlich aus dem Zwinger. Die verbliebenen Zitrusbestände fanden unter anderem in Pillnitz und im Barockgarten Großsedlitz ein neues Zuhause. Dort wird die Tradition der sächsischen Orangeriekultur bis heute gepflegt.
Rückkehr der Pomeranzen in den Dresdner Zwinger
Video???
Nach einer mehrjährigen Sanierungspause kehren jetzt zunächst 52 Pomeranzen in den Zwingerhof zurück. Sie hatten im Barockgarten Großsedlitz fünf Jahre lang ihren „Zweitwohnsitz“ und wurden dort von spezialisierten Gärtnern, den sogenannten Orangeuren, gepflegt. Die Bäumchen sind inzwischen mehr als 3,5 Meter hoch und wiegen mit Kübel rund 120 Kilogramm. Deshalb verlangt ihr Transport viel Erfahrung, Kraft und Fingerspitzengefühl. Im Zwinger erinnern sie Besucher wieder daran, dass dieses berühmte Bauwerk nicht nur Museumskulisse ist. Vielmehr war es einst ein lebendiger Ort höfischer Gartenkunst.
Die Pomeranzen tragen auch Früchte, die geerntet und zu Marmelade verarbeitet werden. Die Zwinger-Pomeranzen-Marmelade ist u.a. im Zwinger-Museums-Shop erhältlich.
Tino Piontek übernimmt Orangenbäumchen-Patenschaft
Prominente Unterstützung bekommt die Orangerie im Dresdner Zwinger auch aus der Dresdner Musikszene: Tino Piontek, international bekannt als Purple Disco Machine, übernimmt gemeinsam mit Stefan Kästner von der Bernd Aust Kulturmanagement GmbH die Patenschaft für ein Orangenbäumchen im Dresdner Zwinger. Damit setzen beide ein sichtbares Zeichen für ihre Verbundenheit mit Dresden und einem der wichtigsten historischen Orte der Stadt. Ein Patenschild am Bäumchens macht auf die Unterstützung aufmerksam. Tino Piontek hat bereits im Mai 2026 mit vier spektaktulären Konzerten im Zwinger das historische Denkmal in eine große Open-Air-Party verwandelt.
Orangenbaumpate im Zwinger werden
Die Pflege der empfindlichen Orangenbäume ist aufwendig. Denn Schnitt, Bewässerung, Düngung, Schädlingskontrolle, Transport und Überwinterung erfordern Fachwissen und regelmäßige Betreuung. Deshalb werden für die Orangenbäume im Dresdner Zwinger weiterhin Paten gesucht. Eine Patenschaft läuft über fünf Jahre und umfasst eine jährliche Spende von 550 Euro. Mit den Beiträgen werden die Pflege der Orangenbäume und die gärtnerische Betreuung unterstützt. Wer die Orangerie Dresden Zwinger fördern möchte, kann sich daher an den Freundeskreis Schlösserland Sachsen wenden und eine Patenschaft für eines der historischen Bäumchen übernehmen.
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