Genuss zählt: 8 Fakten über die kulinarische Geschichte in Dresden Elbland

Eine gedeckte Tafel an einem Elbhang. Die Tischgesellschaft macht eine Weinprobe
Hervorragende Weine treffen auf fantastische Landschaften. In Dresden Elbland hat Genuss eine lange Tradition. Foto: Sven Döring (DML-BY)

Ist Hochgenuss messbar? Dresden jedenfalls hat in Sachen Kulinarik schon so manchen Rekordhalter hervorgebracht. Zahlen und Fakten aus der Welt des Genusses in der sächsischen Hauptstadt – serviert in acht verdaulichen Häppchen.

3-teilig war das Kleidungsstück, dem die Dresdner Eierschecke ihren Namen verdankt

Denn vom mittelalterlichen Obergewand – der Schecke –, das optisch aus drei Teilen bestand, bis zum dreilagigen Kuchen ist es gar nicht so weit: Das süße Gebäck besteht traditionell aus einem Hefeteigboden, einer Quark-Pudding-Masse und der oberen Scheckenmasse aus Eiern und noch mehr Pudding. Einer ihrer bekanntesten Fürsprecher war Erich Kästner. Ihm zufolge ist die Eierschecke „zum Schaden der Menschheit auf dem Globus unbekannt geblieben“. Bleibt mehr für die Dresdnerinnen und Dresdner – und ihre Gäste. Als beste Eierschecke der Stadt gilt übrigens die im Kaffee Wippler am Körnerplatz in Loschwitz.

Kathrin und Gregor Wippler führen das Kaffee Wippler in Losch­witz. Das Familienunternehmen hat eine 100-jährige Tradition. Dass die Chefin in der Produktion mit anpackt ist hier genauso selbstverständlich wie die Verwendung regionaler Zutaten. Foto: raufeld Medien

10 Prozent Eselsmilch enthielt die erste Milchschokolade, die jemals erfunden wurde…

… es waren nicht die Schweizer, sondern Dresdner! Richtig gehört: Im Jahr 1839 entwickelten die Dresdner Unternehmer „Jordan & Timaeus“ den süßen Genuss, der später in abgewandelter Rezeptur erfolgreich vermarktete wurde. Mehr über die Geburtsstunde der einstigen Schokoladen-Hauptstadt und mehr Überraschendes rund um Schokolade, bietet das Dresdner Schokoladenmuseum in der Schloßstraße 22.

Gruppe im Schokoladenmuseum Dresden bei einer Schokoladenverkostung. Essen Dresden erleben.
Im Schokoladenmuseum Dresden kann man süßen Genuss dort erleben, wo 1839 die erste Schokolade erfunden wurde. Foto: Camondas

60 Rebsorten wachsen auf den Elbhängen im östlichsten und zugleich kleinsten Weinbaugebiet Deutschlands.

Nur knapp 480 Hektar rund um Dresden werden von 35 Betrieben im Haupterwerb und über tausend Hobbywinzerinnen und -winzern beackert – wegen der vielen Steil- und Hanglagen passiert das zum Großteil per Hand. Von Kennern besonders geschätzte Lagen: der Goldene Wagen in Radebeul und der Meißner Kapitelberg. Weinbau in uralter Tradition. Die Weine passen hervorragend zum kräftigen Essen in Dresden Elbland, sie schmecken aber genau so gut wenn man in der Abendsonne in einer Besenwirtschaft sitzt und die Aussicht genießt.

Weinbergterrassen am Spitzhaus Radebeul bei Dresden im Sonnenuntergang. Essen Dresden erleben.
Die Weinhänge laden Wanderer zum gemütlichen verweilen und einem Schlückchen Wein ein. Foto: Martin Förster

72 Reichspfennige betrug das Startkapital von Melitta Bentz, als sie 1908 den ersten Kaffeefilter weltweit erfand.

Was in einer Dresdner Wohnung begann, wird mittlerweile in vierter Generation als Familienbetrieb weitergeführt. Mit weltweitem Erfolg. Noch mehr Revolutionäres: Melitta Bentz war eine der ersten Frauen, die ihre Erfindung per Patent schützen ließ.

Kaffeehauskultur in Dresden Elbland

Manchmal gibt es nichts schöneres, als sich eine kleine Pause mit einem Stück Kuchen und einer heißen Tasse Kaffee zu gönnen.

500 Jahre lang werden in den Gewässern um Moritzburg schon Karpfen gezüchtet.

Im Herbst wird abgefischt, um den feinen Karpfen pünktlich zur Weihnachtszeit auf die Teller zu bringen. Beliebt ist der Fisch vor allem wegen seines hohen Filetanteils.

Schloss Moritzburg bei Sonnenaufgang mit Spiegelung im Wasser.
Spektakuläres Schauspiel: Das Schloss Moritzburg bei Sonnenaufgang. Foto: Melanie May

8,5 Stunden dauert die Tagestour entlang der romantischen Weindörfer von Dresden bis nach Meißen und zurück.

… dauert die Tagestour entlang der romantischen Weindörfer von Dresden bis nach Meißen und zurück. Von den Dampfern der Weißen Flotte aus gibt es viel zu sehen. Immerzu elbabwärts geht es entlang der sächsischen Weinstraße, vorbei an malerischen Dörfen und saftigen Weinbergen. Und beim dreistündigen Aufenthalt im historischen Meißen bleibt genügend Zeit, die ein oder andere örtliche Rebsorte zu degustieren. Von Mai bis Oktober sind die Dampfer unterwegs.

Dampferfahrt auf der Elbe Richtung Meißen mit Blick auf die Albrechtsburg.
Dampfschifffahrt nach Meißen. Foto: Martin Förster

1460 wurde die Schwerter Brauerei in Meißen erstmals urkundlich erwähnt. 

 Damit ist sie die älteste Privatbrauerei Sachsens. 2009 kaufte sie der Unternehmer Eric Schäffer, der sie seitdem als Familienbetrieb weiterführt.

Gruppe von Freunden genießt die Nacht in Dresden vor einem Restaurant.
Bier und Genuss haben in Dresden Elbland eine lange Tradition. In der Dresdener Neustadt gehört ein Bier an einem lauen Sommerabend einfach dazu. Foto: Erik Gross (DML-BY)

5 Millionen Christstollen schicken die Dresdner Stollenbäcker jedes Jahr in alle Welt…

Wichtig: Als waschechter Dresdner Christstollen gilt das Gebäck nur, wenn es entlang des Stollenäquators produziert wird, der vom Elbland bis in die Sächsische Schweiz und von Radeburg bis nach Freital reicht. Rund 100 Bäckereien und Konditoreien erhalten jährlich das goldene Stollensiegel vom Schutzverband Dresdner Stollen e. V. Die Stollensaison beginnt am 1. November und dauert bis zum 31. Dezember. Damit die immense Stollenmenge überhaupt vorrätig ist, die weltweit nachgefragt wird, müssen die Bäckerinnen und Bäcker allerdings schon eine ganze Weile vorher in Produktion gehen.


Eine Person in traditioneller Kleidung schneidet Dresdner Christstollen.
Er ist angeschnitten: Auf dem Striezelmarkt wird der Riesenstollen portionsweise verkauft. Foto: Claudia Jacquemin