Einfach radikal A. R. Penck-Retrospektive

I n der DDR wurde der Künstler A. R. Penck ignoriert, drangsaliert und schließlich ausgebürgert. 2019 würde er 80 Jahre alt. Seine alte Heimatstadt Dresden würdigt ihn ab 5. Oktober mit der Retrospektive „Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)“.

25. September 2019

Drei Jahre nach dem Mauerfall kommt der Stasi-Schreck A. R. Penck zurück: mit Rauschebart, Schlapphut und in Krempel-Jeans. Ein Ringel-T-Shirt spannt über seinem mächtigen Bauch. Es ist seine erste eigene Ausstellung in Dresden, wo er lebte, bis er 1980 ausgebürgert und in den Westen abgeschoben wurde.

Das Verhältnis zu seiner Heimatstadt war immer kompliziert. Künstler ließ man ihn dort nie sein, er musste heimlich ausstellen. Trotzdem kommt er mit seiner Ausstellung im Jahr 1992 „nicht als Sieger zurück, aber auch nicht als verlorener Sohn“. So schrieb es der Künstler in das ­Katalog-Vorwort. „Analyse einer Situation“ ist die Schau untertitelt. Es geht Penck also um seine aktuelle Situation. Er stellt bewusst nicht die Arbeiten aus, mit denen er in den 1960er- und 1970er-Jahren in der DDR angeeckt ist – und im Westen zum Star wurde.

Er zeigt unbekannte Werke, die erst im Jahr davor entstanden waren. „Das spricht für ihn“, bemerkte damals Werner Schmidt, der 1989 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wurde. Es zeugt von Pencks Selbstbewusstsein als Künstler, der auf das Prädikat des Dissidenten verzichten kann.

Im Oktober würde der 2017 verstorbene Künstler 80 Jahre alt. Ein schöner Anlass für die ­Retrospektive „Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)“. Es wird die erste umfassende Retrospektive des Künstlers überhaupt.

Penck, der eigentlich Ralf Winkler hieß, wollte immer schon Künstler sein. Die Volksschule hatte er hingeschmissen. Dafür belegte er als Jugendlicher Zeichenkurse des acht Jahre älteren Malers und Filmemachers Jürgen Böttcher. Dort lernte er die drei Peters kennen. Mit Peter Makolies, Peter Graf und Peter Herrmann gründete er als 14-Jähriger die Dresdner Künstlergruppe „Erste Phalanx Nedserd“. Sie sahen sich in der kämpferischen Tradition der Gruppe „Phalanx“, die sich 1901 um Wassily Kandinsky gegründet hatte. „Nedserd“ steht für „Dresden“, rückwärts buchstabiert.

 

Ein Name wie ein Pistolenschuss

Sie interessierten sich für die klassische Moderne, verehrten ­Picasso und verweigerten sich dem staatlich verordneten Sozialistischen Realismus. Der Verband der Bildenden Künstler lehnte sie ab, auch die Akademie blieb ihnen verschlossen. Sie verrichteten Brotjobs als Arbeiter oder Handwerker.

Penck hatte 1955 bis 56 eine Lehre als Werbezeichner absolviert, arbeitete unter anderem als Heizer, Laiendarsteller, Dachdecker, Nachtwächter oder Briefträger. 1968 signierte er, in Anspielung auf den Eiszeitforscher und Geologen ­Albrecht Penck (1858–1945), zum ersten Mal mit dem Namen A. R. Penck. Dessen Name dürfte ihm auch deswegen gefallen haben, weil er ein bisschen klingt wie Comicsprache: Peng! Das „R“ steht für seinen eigenen Vornamen, Ralf.

{"_wpml_media_featured":["1"],"_wpml_media_duplicate":["1"],"_edit_last":["34"],"_edit_lock":["1582289383:34"],"_yoast_wpseo_focuskw":["Penck"],"_yoast_wpseo_linkdex":["67"],"_yoast_wpseo_content_score":["60"],"_thumbnail_id":["8824"],"topline":["Albertinum"],"_topline":["field_581b084dcf24e"],"tile_title":["Retrospektive f\u00fcr A. R. Penck, das enfant terrible der DDR-Kunst"],"_tile_title":["field_581b0945cf251"],"tile_text":[""],"_tile_text":["field_581b0877cf24f"],"tile_image":[""],"_tile_image":["field_581b08b8cf250"],"onoff_image":["on"],"_onoff_image":["field_5c4ade20ed978"],"slot_wallpaper":[""],"_slot_wallpaper":["field_5836d6aadc36d"],"slot_superbanner":[""],"_slot_superbanner":["field_5836d6d5dc36e"],"slot_billboard":[""],"_slot_billboard":["field_5836d6eddc36f"],"slot_medium_rectangle":[""],"_slot_medium_rectangle":["field_5836d73fdc370"],"slot_mobile_rectangle":[""],"_slot_mobile_rectangle":["field_5889c371e567b"],"subtitle":["A. R. Penck-Retrospektive"],"_subtitle":["field_583c111a00c27"],"intro_text":["In der DDR wurde der K\u00fcnstler A. R. Penck ignoriert, drangsaliert und schlie\u00dflich ausgeb\u00fcrgert. 2019 w\u00fcrde er 80 Jahre alt. Seine alte Heimatstadt Dresden w\u00fcrdigt ihn ab 5. Oktober mit der Retrospektive \u201eIch aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)\u201c."],"_intro_text":["field_583c113000c28"],"content_elements_0_text":["Drei Jahre nach dem Mauerfall kommt der Stasi-Schreck A.\u2009R. Penck zur\u00fcck: mit Rauschebart, Schlapphut und in Krempel-Jeans. Ein Ringel-T-Shirt spannt \u00fcber seinem m\u00e4chtigen Bauch. Es ist seine erste eigene Ausstellung in Dresden, wo er lebte, bis er 1980 ausgeb\u00fcrgert und in den Westen abgeschoben wurde.\r\n\r\nDas Verh\u00e4ltnis zu seiner Heimatstadt war immer kompliziert. K\u00fcnstler lie\u00df man ihn dort nie sein, er musste heimlich ausstellen. Trotzdem kommt er mit seiner Ausstellung im Jahr 1992 \u201enicht als Sieger zur\u00fcck, aber auch nicht als verlorener Sohn\u201c. So schrieb es der K\u00fcnstler in das \u00adKatalog-Vorwort. \u201eAnalyse einer Situation\u201c ist die Schau untertitelt. Es geht Penck also um seine aktuelle Situation. Er stellt bewusst nicht die Arbeiten aus, mit denen er in den 1960er- und 1970er-Jahren in der DDR angeeckt ist \u2013 und im Westen zum Star wurde.\r\n\r\nEr zeigt unbekannte Werke, die erst im Jahr davor entstanden waren. \u201eDas spricht f\u00fcr ihn\u201c, bemerkte damals Werner Schmidt, der 1989 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wurde. Es zeugt von Pencks Selbstbewusstsein als K\u00fcnstler, der auf das Pr\u00e4dikat des Dissidenten verzichten kann.\r\n\r\nIm Oktober w\u00fcrde der 2017 verstorbene K\u00fcnstler 80 Jahre alt. Ein sch\u00f6ner Anlass f\u00fcr die \u00adRetrospektive \u201eIch aber komme aus Dresden (check it out man, check it out)\u201c. Es wird die erste umfassende Retrospektive des K\u00fcnstlers \u00fcberhaupt."],"_content_elements_0_text":["field_581854a25c6e1"],"content_elements_0_color_scheme":["white"],"_content_elements_0_color_scheme":["field_581854e95c6e4"],"content_elements_0_bottom_space":["normal"],"_content_elements_0_bottom_space":["field_5818553f5c6e5"],"content_elements":["a:7:{i:0;s:12:\"text_element\";i:1;s:12:\"text_element\";i:2;s:13:\"quote_element\";i:3;s:12:\"text_element\";i:4;s:12:\"text_element\";i:5;s:12:\"text_element\";i:6;s:20:\"posts_teaser_element\";}"],"_content_elements":["field_58177a435d4c0"],"_yoast_wpseo_primary_category":["3"],"_yoast_wpseo_title":["A. R. Penck, das Enfant Terrible der DDR %%sep%% %%sitename%%"],"_yoast_wpseo_metadesc":["A. R. Penck war K\u00fcnstler aus Dresden. Die DDR b\u00fcrgerte ihn 1980 aus. Seine Heimatstadt widmet ihm erstmals mit einer gro\u00dfen Retrospektive"],"_content_elements_4_text":["field_581854a25c6e1"],"_content_elements_4_color_scheme":["field_581854e95c6e4"],"content_elements_4_bottom_space":["normal"],"_content_elements_4_bottom_space":["field_5818553f5c6e5"],"_wp_old_date":["2019-09-26"],"_wpml_word_count":["{\"total\":51,\"to_translate\":{\"en\":51}}"],"content_elements_1_color_scheme":["white"],"content_elements_5_text":["Um nicht bei der Stasi aufzufallen, arbeitete er unter diversen Pseudonymen: Er nannte sich Mike Hammer, Mickey Spilane \u2013 oder einfach Y. Schon 1970 hatte Penck seine erste Soloschau im Museum Haus Lange in Krefeld. Zu Hause in der DDR musste er privat ausstellen, bei Freunden.\r\n\r\nDass ihm 1975 die Akademie der K\u00fcnste in West-Berlin den Will-Grohmann-Preis verliehen hatte und er im Jahr darauf gegen Biermanns Ausb\u00fcrgerung protestierte, machte seine Lage nicht besser. So gilt es als sicher, dass die Staatssicherheit 1979 hinter einem Einbruch in Pencks Atelier steckte, bei dem zahlreiche Bilder verschwanden und zerst\u00f6rt wurden.\r\n\r\n \r\n

Vom Osten ausgespuckt, vom Westen noch nicht gefressen<\/h2>\r\nDer K\u00f6lner Galerist Wolfgang Werner war es, der ihn nach dem Rausschmiss aus der DDR gro\u00df rausbrachte. Penck stand dort in Kontakt zu den Malerkollegen J\u00f6rg Immendorff, Markus L\u00fcpertz und Georg Baselitz. Penck arbeitete jedoch nach seiner eigenen Fa\u00e7on und die war gerne antizyklisch. Nicht nur im Osten, wo er sich der \u00adoffiziellen Kunstlehre widersetzte. Auch im Westen machte er, was er wollte: Mitte der 1980er-Jahre waren dort \u00adFotografie und Videokunst en vogue.\r\n\r\nAber Penck fertigte lieber totemhafte Holzskulpturen. Er schrieb Gedichte und Essays und machte Musik. Die Malerei allein hat ihn nie ausgelastet. \u201eDer Osten hat mich ausgespuckt, der Westen noch nicht gefressen\u201c \u2013 so hie\u00df es in einem seiner Gedichte von 1982.\r\n\r\nWohl f\u00fchlte er sich im Westen aber auch nicht immer. Er sah sich als Nomaden. In K\u00f6ln, seiner ersten Anlaufstation, blieb er nicht lange. Noch im selben Jahr bezog er ein Atelier in Paris, 1983 ging er nach London, bis er 1988 f\u00fcr seine Professur an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf nach Westdeutschland zur\u00fcckkehrte.\r\n\r\nIm Westen Deutschlands haftete ihm lange das Label des Dissidenten an. So musste er sich noch 1992, zur \u00adEr\u00f6ffnung seiner letzten Dresdener Schau, von einer Journalistin fragen lassen, ob er ohne diesen Status wohl jemals \u201ein die Charts des internationalen Kunstmarkts geklettert w\u00e4re\u201c."],"content_elements_1_text":["Penck, der eigentlich Ralf Winkler hie\u00df, wollte immer schon K\u00fcnstler sein. Die Volksschule hatte er hingeschmissen. Daf\u00fcr belegte er als Jugendlicher Zeichenkurse des acht Jahre \u00e4lteren Malers und Filmemachers J\u00fcrgen B\u00f6ttcher. Dort lernte er die drei Peters kennen. Mit Peter Makolies, Peter Graf und Peter Herrmann gr\u00fcndete er als 14-J\u00e4hriger die Dresdner K\u00fcnstlergruppe \u201eErste Phalanx Nedserd\u201c. Sie sahen sich in der k\u00e4mpferischen Tradition der Gruppe \u201ePhalanx\u201c, die sich 1901 um Wassily Kandinsky gegr\u00fcndet hatte. \u201eNedserd\u201c steht f\u00fcr \u201eDresden\u201c, r\u00fcckw\u00e4rts buchstabiert.\r\n\r\n \r\n

Ein Name wie ein Pistolenschuss<\/h2>\r\nSie interessierten sich f\u00fcr die klassische Moderne, verehrten \u00adPicasso und verweigerten sich dem staatlich verordneten Sozialistischen Realismus. Der Verband der Bildenden K\u00fcnstler lehnte sie ab, auch die Akademie blieb ihnen verschlossen. Sie verrichteten Brotjobs als Arbeiter oder Handwerker.\r\n\r\nPenck hatte 1955 bis 56 eine Lehre als Werbezeichner absolviert, arbeitete unter anderem als Heizer, Laiendarsteller, Dachdecker, Nachtw\u00e4chter oder Brieftr\u00e4ger. 1968 signierte er, in Anspielung auf den Eiszeitforscher und Geologen \u00adAlbrecht Penck (1858\u20131945), zum ersten Mal mit dem Namen A.\u2009R. Penck. Dessen Name d\u00fcrfte ihm auch deswegen gefallen haben, weil er ein bisschen klingt wie Comicsprache: Peng! Das \u201eR\u201c steht f\u00fcr seinen eigenen Vornamen, Ralf."],"_content_elements_1_text":["field_581854a25c6e1"],"_content_elements_1_color_scheme":["field_581854e95c6e4"],"content_elements_1_bottom_space":["normal"],"_content_elements_1_bottom_space":["field_5818553f5c6e5"],"content_elements_2_topline":[""],"_content_elements_2_topline":["field_581b0409685ca"],"content_elements_2_quote":["\u201eJeder Standart kann nachgeahmt und reproduziert werden und so zum Eigentum eines jeden Einzelnen werden\u201c"],"_content_elements_2_quote":["field_581a03ee8632f"],"content_elements_2_author":["A.R.Penck, 1970"],"_content_elements_2_author":["field_581a041786330"],"content_elements_2_color_scheme":["white"],"_content_elements_2_color_scheme":["field_581a045886332"],"content_elements_2_bottom_space":["nospace"],"_content_elements_2_bottom_space":["field_581a04ca86333"],"content_elements_3_text":["

<\/h2>\r\n

Wuselbilder statt verkopfter Westkunst<\/h2>\r\nIm Westen war Penck schon lange vor seiner Ausb\u00fcrgerung ein Star. Der \u201ealte Wilde\u201c, das Enfant terrible der DDR, gilt als Vater der \u201eNeuen Wilden\u201c im Westdeutschland der fr\u00fchen 1980er-Jahre. Penck entwickelte schon 1968 die f\u00fcr ihn typischen \u201eStandart-Bilder\u201c, die so hei\u00dfen, weil sie immer wiederkehrende Zeichen und K\u00fcrzel enthalten. \u201eJeder Standart kann nachgeahmt und reproduziert werden und so zum Eigentum eines jeden Einzelnen werden\u201c, schrieb er 1970.\r\n\r\nMan kannte diese randvollen, archaisch anmutenden Wuselbilder, die mit gesichtslosen Strichm\u00e4nnchen und bei\u00dfenden Hunden bev\u00f6lkert waren, in denen H\u00f6hlenmalerei auf Pop-Art trifft. Wo Sonnen, Kreuze, Totenk\u00f6pfe und Speere durch die Gegend fliegen. Diese K\u00fcrzel lie\u00dfen sich zwar als Symbole f\u00fcr seine existenziellen K\u00e4mpfe in der DDR lesen.\r\n\r\nVor allem aber ber\u00fchrten seine Bilder. Sie entstanden spontan. Sie zeugen von Sexualit\u00e4t, \u00c4ngsten und Emotionen. Viele mochten in ihnen einen emotionalen Gegenentwurf zur kopflastigen Westkunst der 70er-\u00adJahre sehen."],"_content_elements_3_text":["field_581854a25c6e1"],"content_elements_3_color_scheme":["white"],"_content_elements_3_color_scheme":["field_581854e95c6e4"],"content_elements_3_bottom_space":["normal"],"_content_elements_3_bottom_space":["field_5818553f5c6e5"],"_content_elements_5_text":["field_581854a25c6e1"],"_content_elements_5_color_scheme":["field_581854e95c6e4"],"content_elements_5_bottom_space":["normal"],"_content_elements_5_bottom_space":["field_5818553f5c6e5"],"content_elements_6_topline":[""],"_content_elements_6_topline":["field_581b395308c15"],"content_elements_6_title":["Lesen Sie auch ..."],"_content_elements_6_title":["field_581b38ca08c13"],"content_elements_6_text":[""],"_content_elements_6_text":["field_581b391908c14"],"content_elements_6_category":[""],"_content_elements_6_category":["field_581b397808c16"],"content_elements_6_posts":["a:4:{i:0;s:4:\"6915\";i:1;s:4:\"6906\";i:2;s:4:\"7072\";i:3;s:4:\"7041\";}"],"_content_elements_6_posts":["field_581b3e1ae3267"],"content_elements_6_column_amount":["2"],"_content_elements_6_column_amount":["field_581b3bb408c19"],"content_elements_6_color_scheme":["bright"],"_content_elements_6_color_scheme":["field_581b3c0a08c1a"],"content_elements_6_bottom_space":["nospace"],"_content_elements_6_bottom_space":["field_581b3c8408c1b"],"_wpml_media_has_media":["1"]}
„Jeder Standart kann nachgeahmt und reproduziert werden und so zum Eigentum eines jeden Einzelnen werden“
A.R.Penck, 1970

Wuselbilder statt verkopfter Westkunst

Im Westen war Penck schon lange vor seiner Ausbürgerung ein Star. Der „alte Wilde“, das Enfant terrible der DDR, gilt als Vater der „Neuen Wilden“ im Westdeutschland der frühen 1980er-Jahre. Penck entwickelte schon 1968 die für ihn typischen „Standart-Bilder“, die so heißen, weil sie immer wiederkehrende Zeichen und Kürzel enthalten. „Jeder Standart kann nachgeahmt und reproduziert werden und so zum Eigentum eines jeden Einzelnen werden“, schrieb er 1970.

Man kannte diese randvollen, archaisch anmutenden Wuselbilder, die mit gesichtslosen Strichmännchen und beißenden Hunden bevölkert waren, in denen Höhlenmalerei auf Pop-Art trifft. Wo Sonnen, Kreuze, Totenköpfe und Speere durch die Gegend fliegen. Diese Kürzel ließen sich zwar als Symbole für seine existenziellen Kämpfe in der DDR lesen.

Vor allem aber berührten seine Bilder. Sie entstanden spontan. Sie zeugen von Sexualität, Ängsten und Emotionen. Viele mochten in ihnen einen emotionalen Gegenentwurf zur kopflastigen Westkunst der 70er-­Jahre sehen.

A.R. Penck: „Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out).”

Albertinum, 5. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020, täglich 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen

Parallel zur Ausstellung im Albertinum zeigt die Städtische Galerie Dresden die Ausstellung
A.R. Penck „Übermalungen 1979“ – Rekonstruktion einer Ausstellung (3.10.2019—5.1.2020) Projektraum Neue Galerie, Städtische Galerie Dresden.

Penck Hotel Dresden: Über 700 Originalwerke des Künstlers sind im gesamten Hotel zu finden,
darunter auch die über sechs Meter hohe
Bronzeplastik „Standart T(x)“ auf dem Dach.