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Älteste Schiffsdampfmaschine der Welt: Lukas Häusler ist Heizer auf der „Diesbar“

Teil 2 unserer Serie: Die Traditionsmacher

Lukas Häusler Diesbar
Lukas Häusler gehört zu den wenigen Menschen, die den "Diesbar", den 180 Tonnen schweren Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt, in Bewegung bringen können. Foto: Nils Bröer

Historisches Wissen und Können zu bewahren, war Dresden schon immer wichtig. Doch anstatt Traditionen lediglich zu konservieren, entwickelt heute eine neue Generation das Erbe ihrer Stadt weiter. Wir stellen junge Dresdnerinnen und Dresdner vor, die mit Leidenschaft ein altes Handwerk praktizieren – und zwischen Vergangenheit und Zukunft eine Brücke schlagen.

Lukas Häusler träumte seit der dritten Klasse davon, Maschinist auf den historischen Raddampfern der „Weißen Flotte“ zu werden. Jener stolzen Flotte, die seit Jahrzehnten über die Elbe gleiten, vorbei an den historischen Wahrzeichen der Stadt Dresden, vorbei an den märchenhaften Elbschlössern, vorbei an der majestätisch Albrechtsburg Meissen. Doch keines der steinernen Wahrzeichen zu Fuße der Elbe vermag es, der „Weißen Flotte“ so gänzlich die Show zu stehlen. Sind die Dampfer selbst doch Highlight genug.

Raddampfer „Diesbar“ mit der ältesten Dampfmaschine der Welt

Neun dieser Raddampfer hält die Sächsische Dampfschifffahrt bis heute in ihrer Flotte. Damit verfügt sie über die älteste und größte Raddampferflotte der Welt. Benannt wurden sie nach Städten des Elblandes: Da hätten wir selbstverständlich den Personendampfer „Dresden“, erbaut 1926. Sowie die „Leipzig“, die „Pillnitz“, die „Meissen“, die „Pirna“, die „Krippen“ sowie die „Stadt Wehlen“ und die „Kurort Rathen“.

Und dann wäre da noch der Dampfer „Diesbar“, gebaut im Jahre 1884, Länge: 53,50 Meter, 110 PS Leistung, 2-Flammrohr-Kofferkessel. Er ist der einzige seiner Art, der noch traditionell mit Kohle befeuert wird. Seine Dampfmaschine stammt aus dem Jahre 1841 – sie gilt als die dienstälteste Dampfmaschine eines Flussdampfers weltweit!

Einmal mit einem historischen Raddampfer fahren

Genau an dieser Stelle erzählt sich die Geschichte von Lukas Häusler weiter. Denn er hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Mit drei weiteren Kollegen arbeitet der 23-Jährige auf dem 138 Jahre alten Dampfer. Von Hand befeuert Häusler den 60 bis 70 Grad heißen Kohlebrenner, schließlich wollen die 180 Tonnen auch auf der Elbe bewegt werden. Der Lohn der Mühe: Jede Fahrt ist eine Reise mit einem Wunderwerk sächsischer Ingenieurskunst.

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Wer einmal mit der „Diesbar“ fahren möchte, sollte sich bei der Sächsischen Dampfschifffahrt erkundigen, wann der Raddampfer zum Einsatz kommt. Welche Touren buchbar sind, kann über die Internetseite in Erfahrung gebracht werden. Äußerst beliebt ist die Schlösserfahrt. Abgelegt wird vom Terrassenufer in der Dresdner Altstadt, es geht vorbei an den drei historischen Elbschlösser – Schloss Albrechtsberg, Lingnerschloss und Schloss Eckberg – und weiter flussaufwärts zum Schloss Pillnitz. Dieses gilt als eine der bedeutendsten chinoisen Schlossanlagen Europas.

Wer Dresden vom Wasser aus erkunden möchte, dem sei die 1-stündige Canalettofahrt empfohlen. Abgelegt wird wieder am Terrassenufer. Der Kurs führt Richtung Dresden-Pieschen und schließlich wieder zurück in Richtung Altstadt, um den berühmten Canalettoblick einzufangen – mit Semperoper, katholischer Hofkirche, Brühlscher Terrasse und Frauenkirche.

Der Jahresfahrplan 2022 der Sächsischen Dampfschifffahrt informiert über alle Fahrten.

Flottenparade am 1. Mai: Schnell noch Tickets sichern

Das Highlight des Jahres ist jedoch die große Flottenparade am 1. Mai, bei der alle neun historischen Schaufelraddampfer dabei sind. Punkt 10 Uhr wird abgelegt. Entlang der drei Elbschlösser und der Loschwitzer Brücke („Blaues Wunder”) fahren die Schiffe bis Pillnitz. Zur Besatzung gehört an jenem Tag auch je eine Band pro Schiff, die für passende Stimmung sorgen. Nach etwa 3,5 Stunden Fahrt kehren die Schiffe wieder in die Dresdner Altstadt zurück. Begleitet von zahlreichen Schaulustigen am Elbufer wird dies ein unvergessliches Erlebnis werden.

Tickets für die große Flottenparade am 1. Mai kosten 40 Euro, Kinder zahlen 28 Euro.

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Teil 1 unserer Serie: Die Traditionsmacher

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