Kultur

Weber, Schiller, Kügelgen & Co.: Dresdner Museen für einzigartige Persönlichkeiten

Teil 1 unserer Serie: Dresdner Museen, die ihr besuchen müsst

Carl-Maria-von-Weber-Museum
Das Carl-Maria-von-Weber-Museum ist das einzige Museum weltweit, das einzig dem bedeutenden Komponisten gewidmet ist. Foto: David Brandt

Würde man niederschreiben, welche großartigen Künstler einst in Dresden lebten – die Liste wäre wahrlich lang. Vielen von ihnen wurden Museen gewidmet, deren Inventar einmalige Exponate umfasst. Diese Museen sind besonders bemerkenswert.

Carl-Maria-von-Weber-Museum

Was ist zu sehen? Beim Carl-Maria-von-Weber-Museum handelt es sich um das weltweit einzige Museum, das dem berühmten Komponisten gewidmet ist. Die Dauerausstellung zeigt Möbel, Kunstwerke und Zeitzeugnisse Webers in den originalen Räumen.  

Für wen besonders geeignet? Für all jene, die sich für die Zeit der Romantik begeistern. Die Ausstellung und das Ambiente während der vielfältigen musikalischen Veranstaltungen sind einmalig.

Das Highlight? Die vielleicht größte Faszination geht von drei recht kleinen Exponaten aus: Webers Stimmgabel, Siegelring und Petschaft (kleiner Siegelstempel). Wie oft hatte der Komponist sie wohl in Benutzung?  Der Silhouettenfilm „Komponieren beim Spazieren“ gibt Einblicke in Webers Leben als Komponist, Kapellmeister und Familienmensch und zeigt, wie die Oper „Der Freischütz“ entstand.

Gibt es seit wann? 1957 wurde die Gedenkstätte nach dem Tod von Webers Urenkelin Mathilde von Weber (1881-1956), die ihren Nachlass zur Verfügung stellte, offiziell eröffnet. 

Wo? In einem 1725 erbauten Winzerhaus in Dresden-Hosterwitz, wo Carl-Maria von Weber ab 1818 mit seiner Familie die Sommermonate verbrachte. Hier entstanden zahlreiche Kompositionen, unter anderem auch seine berühmte Oper „Der Freischütz“.

Thema: Museen der Stadt Dresden Carl-Maria von Weber Museum Foto: 06.08.2015 Carla Arnold

Richard-Wagner-Museum

Was ist zu sehen? Ausgestellt sind zahlreiche Exponate aus dem Leben und Wirken des berühmten Komponisten. Darunter eine einzigartige, äußert wertvolle Autographensammlung des handschriftlichen Nachlasses von Richard Wagner und seiner zweiten Ehefrau Cosima.

Für wen besonders geeignet? Für Musikliebhaber und alle, die tiefer in die Gedankenwelt Wagners eintauchen und erfahren möchten, wie seine familiäre Situation auf ihn gewirkt hat.

Das Highlight? Das ist im Richard-Wagner-Museum wahrlich schwer zu sagen. Vielleicht die vielen Werk- und Notenblätter? Das Bild- und Schallarchiv? Oder die Exponate, die Einblicke in Wagners Familienleben offenbaren?

Gibt es seit wann? Bereits 1907 wurden zwei Gedenkräume eingerichtet. 

Wo? In einem Großbauernhof in Graupa, nur wenige Kilometer von Dresden entfernt. Hier verbrachte Richard Wagner 1846 gemeinsam mit seiner Frau einen dreimonatigen Sommerurlaub und entwarf skizzenhaft die Musik zur Oper „Lohengrin“. Das als Lohengrinhaus bekannt gewordene Museum ist weltweit die älteste museal genutzte Wohnstätte des Komponisten.  

Kraszewski-Museum

Was ist zu sehen? In den früheren Arbeitszimmern Józef Ignacy Kraszewskis befinden sich mehr als 60 Exponate, die das Leben des polnischen Schriftstellers und Malers repräsentieren. Aber nicht nur seines: Immer wieder gibt es Wechselausstellungen, jede einer anderen bedeutenden polnischen Persönlichkeit gewidmet. Gleichsam wird das polnische Leben der Gegenwart behandelt.

Für wen besonders geeignet? Für Literaturbegeisterte und all jene, die sich für die deutsch-polnische Geschichte interessieren.

Das Highlight? Das Bemerkenswerteste ist vielleicht das Gebäude selbst. Denn wo heute das Kraszewski-Museum beheimatet ist, lebte der Schriftsteller Teile seiner mehr als 20-jährigen Dresdner Exilzeit.

Gibt es seit wann? Es ist das erste binationale Museum Deutschlands und wurde 1960 eröffnet.

Wo? Das Kraszewski-Museum befindet sich im früheren Wohnhaus des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) und war damals wie heute Zentrum deutsch-polnischer Begegnungen.

Palitzsch-Museum

Palitzsch-Museum
Foto: David Brandt

Was ist zu sehen? Leider sind von Johann Georg Palitzsch selbst fast keine persönlichen Gegenstände mehr erhalten. Dennoch kann man Darstellungen vom Leben und Wirken des sächsischen Naturwissenschaftlers begutachten.

Für wen besonders geeignet? Für alle, die sich für Astrologie interessieren – oder zumindest Sterndeutung spannend finden.

Das Highlight? Hauptattraktion ist ein digitales Planetarium. Achtung: Anmeldung erforderlich.

Gibt es seit wann? 1988 wurde die Palitzschgedenkstätte geöffnet. Nach einer umfangreichen Sanierung des Museumsgebäudes wird seit 2014 die Dauerausstellung „Prohlis, Palitzsch und Planeten“ gezeigt. 

Wo? Das Palitzsch-Museum befindet sich in einem ehemaligen, denkmalgeschützten Bauernhof im Stadtteil Prohlis, für den sich der Name „Palitzschhof“ eingebürgert hat. 

Foto: Carla Arnold

Schillerhäuschen

Was ist zu sehen? Das Schillerhäuschen ist Dresden kleinstes Museum. Es informiert über Schillers Zeit in Dresden, die er sorgenfrei zusammen mit Christian Gottfried Körner, seiner Frau Anna Maria (Minna) Körner geb. Stock, ihrer Schwester Dora Stock und deren Verlobten Ludwig Ferdinand Huber verbrachte.

Für wen besonders geeignet? Schiller-Interessierte, die erfahren möchten, was den berühmten deutschen Dichter zu „Lied an die Freude“ oder „Don Karlos“ inspiriert hat.

Das Highlight? Allein die Lage und die Größe des Gebäudes machen das Schillerhäuschen einzigartig. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann online einen Rundgang machen.

Gibt es seit wann? Bereits 1855, im Jahr von Schillers 50. Todestag, wurde an der Straßenseite des Gebäudes eine Gedenktafel angebracht, acht Jahre später das Schillerhäuschen als Gedenkstätte eingeweiht.

Wo? In einem Gartenhäuschen am oberen Rand des ehemals Körner’schen Loschwitzer Weinbergs.
Schiller hat sich hier gerne aufgehalten, als er zwischen September 1785 und Juli 1787 in Dresden lebte.

Josef Hegenbarth Archiv

Was ist zu sehen? Mehr als 5.300 Buchillustrationen, 3.000 Graphitskizzen, 2.300 grafische Blätter und 1.700 Tuschezeichnungen von Josef Hegenbarth – um nur einige Highlights zu nennen.

Für wen besonders geeignet? Da Hegenbarth viele Illustrationen zu Märchen und Weltliteratur zeichnete, lohnt sich der Besuch für alle, die etwas für Grafik und Gestaltung übrig haben.

Das Highlight? Die originalen Einrichtungsgegenstände und Zeichengeräte sowie private Erinnerungsstücke, die in der zweiten Etage, dem Wohn- und Arbeitsbereich, zu finden sind.

Gibt es seit wann? Im Dezember 1998 eröffnete das Josef Hegenbarth Archiv für die Besucher.

Wo? Im Wohnhaus des großen Malers und Grafikers, welches er seit 1921 bewohnte. Von seinem Arbeitstisch aus, hat man – wie der Künstler damals – einen schönen Blick auf den Elbhang.

Kügelgenhaus – Museum zur Dresdner Romantik  

Was ist zu sehen? In neun Räume erfahren Besucher mehr über die Familie Kügelgen, ihre prominenten Gäste und die wichtigsten Vertreter der Romantik. Ebenfalls sind zeittypische Möbel zu bewundern.

Für wen besonders geeignet? Für all jene, die die Romantik fasziniert und die mehr über die für Dresden so prägende Epoche erfahren möchten.

Das Highlight? Die reich bemalten Holzdecken vom Ende des 17. Jahrhunderts, die man bei den Bauarbeiten fand.

Gibt es seit wann? Das Museum wurde 1981 eröffnete und ist Künstlern aus der Epoche der Romantik und deren Werken gewidmet. 

Wo? Das Kügelgenhaus – Museum zur Dresdner Romantik   befindet sich in den Räumen der ehemaligen Wohnung des Künstlers und seiner Familie, im zweiten Stockwerk eines Gebäudes, welches 1697 bis 1699 im Stil des Dresdner Barock errichtet wurde.

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